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Kss-kss-kss!

Im Sudan hat man das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Nicht nur, weil die Leute so unglaublich freundlich und hilfsbereit sind, sondern auch, weil so viel nonverbal ausgedrückt wird. Man hat manchmal fast den Eindruck, schon viel weiter im südlichen Afrika zu sein, bei all den Schnalz- und Klicklauten.

Da sind zum Beispiel zwei Arten von Zungenschnalzern: der eine signalisiert Zustimmung, der andere Ablehnung. Für den Nicht-Sudanesen kaum auseinander zu halten! Dann drückt man nicht auf einen Knopf, wenn der Bus anhalten soll, oder ruft gar, sondern man schnippt mit den Fingern. Der Boy, der die Tür bedient und das Fahrgeld einsammelt (was er ebenfalls durch ein Fingerschnippen ankündigt) macht dann recht laut "Kss-kss-kss" und der Busfahrer hält. Nach einem weiteren "Kss-kss-kss" wird die Fahrt dann wieder aufgenommen.

Überhaupt wird in sudanesischen Bussen nicht gesprochen. Was für ein Gegensatz zu dem Lärm in Ägypten. Ein weiterer Gegensatz ist, dass man einen korrekten Preis genannt bekommt und nicht automatisch das 10-20fache. (Natürlich zahlt man schon ein wenig mehr, aber das ist ja auch in Ordnung).

Teestuben gibt es auch keine, dafür an jeder Ecke eine Frau, die mit einer Art Bauchladen Tee verkauft. Als halber Brite bin ich ganz entzückt über die Tatsache, dass es überall Tee mit Milch(pulver) gibt. Offenbar eine der wirklich bleibenden Kulturerrungenschaften des "British Sudan"! (gestern habe ich übrigens das Grab des Mahdi in Omdurman besucht; Stichwort: Lord Kitchener of Khartoum). Strom ist hier offenbar sehr teuer, denn sehr viele Straßenbuden haben abends Kerzenbeleuchtung. Geradezu idyllisch!

Francis Breyer

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