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Mathematik - Menschenwerk oder Weltfundament?

Galileo Galilei
Die Philosophie steht in diesem großen Buch geschrieben, dem Universum, das unserem Blick ständig offen liegt. Aber das Buch ist nicht zu verstehen, wenn man nicht zuvor die Sprache erlernt und sich mit den Buchstaben vetraut gemacht hat, in denen es geschrieben ist. Es ist in der Sprache der Mathematik geschrieben, und deren Buchstaben sind Kreise, Dreiecke und andere geometrische Figuren, ohne die es dem Menschen unmöglich ist, ein einziges Wort davon zu verstehen; ohne diese irrt man in einem dunklen Labyrinth herum.
(Galileo Galilei, Il Saggiatore, 1623)

Unter diesem Motto eröffnet am 5. November im Deutschen Technikmuseum Berlin die Ausstellung "mathema – Ist Mathematik die Sprache der Natur?". Sie zeigt "die Genese der Mathematik und ihre Anwendung im täglichen Leben, aber auch ihre kreativen, künstlerischen und spielerischen Aspekte". Und stellt zudem spannende philosophische Fragen: Ist Mathematik eine menschliche Erfindung? Oder ist sie tatsächlich die fundamentale Sprache der Natur? Hat Mathematik Grenzen?

"Spektrum der Wissenschaft" hat begleitend zur Ausstellung nun ein "Spezial" herausgebracht. "Aber nicht nur einen Katalog der Ausstellung", so "Spektrum"-Redakteur Christoph Pöppe: "Wir bieten eine in die Tiefe gehende Erläuterung mathematischer Konzepte, wie sie bei der mathema vorgestellt werden." Von höheren Dimensionen über Tonleitern, von Funktionen und Wahrscheinlichkeitstheorie bis hin zu Fragen zum Stellenwert des Fachs in der Gesellschaft reicht das inhaltliche Spektrum.
"Ist Mathematik die Sprache der Natur?" | Titelbild des "Spektrum-Spezials" 2/2008
Und schließlich fragt Hadwig Dorsch, Abteilungsleiterin im Technikmuseum, sogar: "Ist die Mathematik grenzenlos?" In ihrem Essay über Emil du Bois-Reymonds und David Hilberts wortgewaltigen Streit über die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit stößt sie aber auch auf ein "echtes Ignorabimus": "Wir können der Natur das Geheimnis nicht entreißen, weil die Natur selbst es nicht kennt, genauer, weil es nicht existiert."

Vera Spillner

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