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Unsere Milchstraße – Spannungsreiche Einöde

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"Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne." Mit diesen Worten beschreibt Douglas Adams in seinem Erfolgsroman "Per Anhalter durch die Galaxis" die Lage unseres Heimatsterns in der Milchstraße und konterkariert zugleich die jahrtausendealte Vorstellung, der Mensch lebe im Zentrum des Universums.

Randständige Existenz oder Nabel der Welt – die freche Phantasie des Science-Fiction-Autors und die anthropozentrische Weltanschauung liefern grundverschiedene Antworten auf einige der ältesten Fragen des Menschen: Woher kommen wir? Wo stehen wir in dieser Welt? Wie ordnen wir uns ein in das kosmische Ganze?

Genau diese Fragen haben wir, die Redakteure von Sterne und Weltraum, einigen unserer forschenden Kollegen vorgelegt mit der Bitte, unseren Standort in der Galaxis auf ihre Weise zu beschreiben. Wir wollten wissen: Wie hat sich das Bild vom Milchstraßensystem in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten gewandelt? Wie ist unsere Galaxis aufgebaut? Was wissen wir über unsere unmittelbare kosmische Nachbarschaft, über die uns nächstgelegenen Sterne? Wie sind überhaupt all die Sterne in unserer Galaxis – und die Planeten, die sie umkreisen – entstanden? Und wie hat sich das gesamte Milchstraßensystem entwickelt, ist es in irgendeiner Weise ausgezeichnet, oder ist es eine ganz normale, typische Galaxie?

Mit unserem neuen Special halten Sie das Resultat dieser Standortbeschreibung in Händen: »Unsere kosmische Heimat« zeichnet das moderne Bild der Milchstraße, wie es in den letzten Jahren entstanden ist. Manche der Befunde mögen langweilig erscheinen: Unsere Sonne und unsere Galaxis sind nur kosmisches Mittelmaß. Und in dem Spiralarm, in dem wir wohnen, geht es heute tatsächlich recht beschaulich zu.

Aber gerade das ist unser Glück. Noch vor wenigen Millionen Jahren explodierten vor unserer kosmischen Haustür zahlreiche Supernovae. Und das Schwarze Loch, das im Herzen der Galaxis lauert, erhält gegenwärtig zu wenig Nahrung, um uns mit gefährlicher Strahlung bedrohen zu können. Gerade die Langweiligkeit macht unsere Nische im All so wohnlich – und die Zusammenhänge so spannend.

Hätten Sie gewusst, dass unser irdisches Klima nur deshalb genügend moderaten Schwankungen unterworfen ist, weil der Mond die Erde umrundet? Dass Proxima Centauri, der uns mit vier Lichtjahren Abstand nächste Stern, diese Position an einen Zwergstern abgeben muss, der uns in 30000 Jahren bis auf drei Lichtjahre nahe kommt? Dass unsere Galaxis sich immer wieder verjüngt, weil die Materie darin in einem steten Kreislauf zwischen Gas, Staub und Sternen umgewandelt wird? Und dass die Milchstraße sich die Sterne von kleinen Begleitgalaxien einverleibt und letztlich selbst mit einem Sternsystem kollidieren wird?

All diese Erkenntnisse haben Astronomen in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen. Wie die Teile eines Puzzles fügen sich die einzelnen Fakten und Indizien zu einem naturwissenschaftlich fundierten Bild unserer Milchstraße zusammen. Nehmen Sie daran teil!

Viel Spaß beim Puzzeln wünscht Ihnen Ihr

Uwe Reichert

P.S.: Eine Bestellmöglichkeit für das SuW-Special "Unsere kosmische Heimat" finden Sie rechts oben auf dieser Seite unter dem Link "Sonderhefte".

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