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Disziplinen im Dialog: Freiheit, die wir meinen

Eine Kulisse wie aus längst vergangener Zeit: Im winterlich verschneiten Heidelberg trafen sich 30 Doktoranden und Habilitanden aus ganz Deutschland zu einer zehntägigen Winterschule mit dem Thema "Verantwortlichkeit – eine nützliche Illusion?" Zu Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden geladen waren viele rennomierte Vertreter aus Geistes- und Naturwissenschaften, darunter der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth, der Philosoph Michael Pauen und Bischof Wolfgang Huber.

Freiheit, Determinismus, Verantwortlichkeit – große Begriffe mit einer langen Geschichte. Sie waren Jahrhunderte lang das Revier von Geisteswissenschaftlern und Theologen. Doch heute tummeln sich dort auch Neurobiologen und Psychologen. Ist der Mensch in seinem Denken und Handeln durch Hirnprozesse vollständig determiniert und die Annahme eines freien Willens folglich unhaltbar? Oder lassen sich mit einem (verfeinerten) Begriff von Freiheit vereinbaren? Was bedeutet es überhaupt, wenn das Verhalten eines Menschen determiniert wäre?

Diese Fragen versuchten Sprachwissenschaftler, Philosophen, Hirnforscher, Mediziner, Forensiker und Theologen gemeinsam zu klären – oder besser, sich anhand der Modelle und Methoden der jeweiligen Fächer darüber zu verständigen. Denn lösen lassen sich die Probleme von Gehirn und Geist so schnell nicht; es ist aber schon viel gewonnen, wenn man zu einer konsenzfähigen Definition derselben findet.

Die vom Marsilius-Kolleg und dem Interdisziplinären Forum für Biomedizin und Kulturwissenschaften (IFBK) der Uni Heidelberg organisierte Veranstaltung bot den ausgewählten Graduierten spannende Anregungen, um über den Tellerrand des eigenen Fachs hinauszublicken. Sie soll ab September 2009 mit einer Sommerschule im Jahresturnus weitergeführt werden.

Mehr Informationen unter: http://www.ifbk.uni-hd.de

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