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Die rauchende Caldera

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Mount St. Helens

Rauch steigt aus dem schneebedeckten Krater des Mount St. Helens auf – zwei Jahre nachdem der Schichtvulkan in einer gewaltigen Explosion einstürzte.

Fast einen Kilometer hoch ragt diese Rauchsäule in den stahlblauen Himmel über dem Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington. Wir schreiben das Jahr 1982. In der Caldera, dem offenen Einbruchkrater, wächst ein neuer Lavadom: Zähflüssiges Magma quillt an die Oberfläche und kühlt dabei schnell ab, sodass eine hügelförmige Erhebung entsteht. Zwei Jahre sind seit dem Ausbruch des Schichtvulkans vergangen, der damals an einem einzigen Tag um 400 Meter schrumpfte.

Mehrere Erdbeben und Gasaustritte kündigten die Explosion des Mount St. Helens bereits Monate zuvor an. Wissenschaftler beobachteten mit Sorge, wie sich an der Nordflanke des Vulkans eine täglich wachsende Beule bildete. Am 18. Mai 1980 rutschte die Spitze des Berges in einer gewaltigen Gesteinslawine ab, was zur Explosion des aufgestauten Magmas führte. 57 Menschen kamen dabei uns Leben. Die verheerendste Wirkung hatte der "pyroklastische Strom", der sich aus dem Mount St. Helens ergoss: eine dunkle Wolke aus heißen vulkanischen Gasen, zu Asche zerfetztem Magma und pulverisiertem Gestein. Der Strom wälzte sich in rasendem Tempo ins Tal hinab und erreichte zwischenzeitlich sogar Schallgeschwindigkeit.

Als der Biologe Charlie Crisafulli 1980 an den Mount St. Helens kam, erblickte er eine öde Kraterlandschaft aus Schlamm und Asche. Damals glaubten Wissenschaftler, dass es Jahrzehnte dauern würde, bis sich dort wieder Leben ansiedeln würde. Doch dann die Überraschung: noch im gleichen Jahr brachen die ersten Pflanzen aus der Ascheschicht und wenige Jahre später waren viele Tierarten zurückgekehrt – und sogar neue hinzugekommen! Seitdem nimmt die Artenvielfalt stetig zu.

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