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Irrtum!

Studienanfänger stellen sich die Psychologie oft anders vor, als sie tatsächlich ist. Hier ein paar Beispiele für unzutreffende Annahmen, die zu einem bösen Erwachen führen können.
 
1. Für Psychologie braucht man nur einen gesunden Menschenverstand – Klar, das hilft. Aber wer meint, für das Studium genüge ein gewisses Gefühl für menschliche Belange, der irrt sich. Psychologen verstehen sich als "harte" Wissenschaftler – und das bedeutet auch: harte Arbeit vor den Prüfungen!

2. Psychologie = Klinische Psychologie – Wer vom Studium vor allem klinische Inhalte erwartet, der wird (zunächst) enttäuscht. Klinische Psychologie steht frühestens im dritten Semester auf dem Lehrplan – als eines von vielen Fächern.

3. Als Psychologe kann man therapeutisch arbeiten – Stimmt nur zum Teil. Wer nämlich davon träumt, eine eigene psychotherapeutische Praxis aufzumachen, der braucht im Anschluss an den Master in Psychologie noch eine mindestens dreijährige therapeutische Zusatzausbildung. Erst mit dieser Ausbildung erkennen die Krankenkassen Psychologen als "Psychologische Psychotherapeuten" an und übernehmen die Therapiekosten. Unter Anleitung eines Psychologischen Psychotherapeuten kann man aber auch als Psychologe in Kliniken therapeutisch arbeiten.

4. Das Psychologiestudium hat nichts mit Mathe zu tun - Ein Irrtum, der viele Nerven kosten kann. Die heutige Psychologie begreift sich als empirische Wissenschaft, die auf mathematische Methoden (insbesondere auf Statistik) angewiesen ist. An den meisten Unis zählen die Prüfungen in "Statistik und Forschungsmethoden" deshalb auch zu den schwierigsten.

5. Das Psychologiestudium als Eigentherapie – Es gibt viele gute Gründe, Psychologie zu studieren. Seine eigenen Probleme in den Griff kriegen zu wollen, zählt nicht dazu. Wer Hilfe braucht, sollte stattdessen den Sprung wagen und sich an eine professionelle Stelle wenden, denn das Studium ist alles andere als eine geeignete Selbstbehandlung.

Zweiflern, die sich nicht sicher sind, ob das Studium für sie das Richtige ist, bieten viele Unis im Internet die Möglichkeit zu einem "Online Self-Assessment". Ein Self-Assessment besteht aus verschiedenen Fragen oder Aufgaben, die die Erwartungen an das Studium und die Fähigkeiten des Studieninteressierten ermitteln. Die Tests vergleichen dann die Erwartungen mit dem, was das Psychologiestudium tatsächlich zu bieten hat, und die Fähigkeiten mit dem, was zum Beispiel Professoren oder Studierende für wichtig halten.

In einer Expertenbefragung fanden Manfred Schmitt, Dominik Henrich und Claudio Thunsdorff von der Universität Landau beispielsweise heraus, dass viele Professoren, Dozenten und Studenten einen engagierten Arbeitsstil, eine effiziente Studienplanung und die Fähigkeit, im Team zu lernen und sich mit seinen Kommilitonen abzusprechen, wichtig finden.

Links zu mehreren "Online Self-Assessments" finden sich auf der Linkseite unseres Studienführers.

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