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Lesermeinungen - Spektrum.de - Seite 1

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  • Bitte endlich forschen und über Forschungsergebnisse berichten

    12.01.2016, Raimund Kamm
    Ich streite seit Jahrzehnten für das Abschalten der Atomkraftwerke und den Klimaschutz. Seit langem folgen wir hier den 3 x E: Einsparen, Effizienz, Erneuerbare Energien. Deswegen bin ich vor vier Jahren auch Mitglied im Bundesverband Windenergie geworden und setze mich für die Nutzung der Windkraft ein.
    Windkraftgegner sagen, die Windräder würden viele Vögel töten. Windradbetreiber sagen, der Rotmilan spiele geradezu beim Fliegen mit den Rotoren. Wie hoch sind wirklich die Verluste? Bisher fehlen uns wissenschaftliche Studien. Die Progress-Studie ist nicht veröffentlicht und die Süddeutsche Zeitung hat erkennbar mangelhaft berichtet. Als Nicht-Fachmann beobachte ich andere Entwicklungen:
    Beispiel Bayerisch-Schwaben:
    In den nördlichen Landkreisen soll die Zahl der Brutpaare des Rotmilans gesunken sein. Es heißt, im Lk Donau-Ries, der etwa genauso groß ist wie der Lk Paderborn, würde kein Paar mehr brüten. Dort steht aber nur ein Windrad. Es scheint andere Einflussfaktoren zu geben, die die Bestände beeinflussen. Hier vermute ich, ist es die Intensivierung der Landwirtschaft. Gerade auch der Umbruch von Grünland in Mais- wie Weizenäcker vernichtet hier Lebensräume für den Rotmilan.
    Im Allgäu hingegen, wo viele Windräder gebaut wurden, wuchs die Zahl der Rotmilane. Ich vermute, es ist dies eine Folge des häufigen Mähens der Wiesen. Dabei werden Hasen, Mäuse, Rehkitze usw. totgemäht und der Rotmilan holt sich das Aas. Auch kann er auf gemähten Wiesen leicht Mäuse jagen.
    Allerdings führt das frühe und häufige Mähen der Wiesen dazu, dass Wiesenbrüter ausgerottet werden: Feldlerche, Kiebitz, …
    Raimund Kamm, Augsburg