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Lesermeinungen - Spektrum.de - Seite 1

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  • Danke

    13.03.2016, Norbert Martels
    Ich bin erst heute, durch den Abdruck in der aktuellen Ausgabe, auf den Beitrag von Manfred Broy gestossen, der mir doch sehr aus der Seele spricht.
    Gleich eine Bemerkung vorneweg: Ich bin keinster Weise mit Forschung im Bereich KI befasst, ganz im Gegenteil bin ich am anderen Ende der Nahrungskette angesiedelt und als ITler für eine dieser Firmen tätig, die "Big Data", "Data Mining", "Cloud" und "Cognitive Computing"in ihren Fahnen führen.
    Das erste, das mir beim Lesen den Digitalen Manifests auffiel, war, das sich die Sprache in weiten Teilen kaum von dem - verzeihen Sie meine Worte, aber mir fällt leider kein besserer Begriff ein - Werbegeschwafel dieser Firmen unterscheidet! Automatisch war ich auf der Suche nach der Werbebotschaft, die mir verkauft werden soll.
    Wenn Ihnen eine solche Firma etwas verkaufen will, dann wird erstmal ein Riesenfass aufgemacht, ein Szenario geschaffen, dem man sich möglichst nicht entziehen können soll, mit ein paar Zahlen um sich geworfen, die die Kompetenz belegen sollen und davon ablenken, dass man werder die Zahlen, noch die hinterher aufgestellten Folgerungen und Behauptungen belegt bekommt.
    In grossen Teilen des Manifests habe ich diese Techniken wiedergefunden und mich kopfschüttelnderweise gefragt, wo die Autoren die Basis für ihre Extrapolation in die (nahe) Zukunft hernehmen. Auch ich widerspreche der Mehrzahl der Forderungen aus dem Manifest nicht, aber eben aus anderen, viel bodenständigeren Gründen.
    Und damit komme ich endlich wieder zu Manfred Broy, seinem Betrag und meinem Dank: Danke, sie haben mir bewiesen, dass ich doch kein interlektueller Geisterfahrer bin. Auch andere finden Teile des Manifests fragwürdig!