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Lesermeinungen - Spektrum.de - Seite 1

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  • Nachgerechnet

    09.08.2017, Jens D.
    Ich rechne mal mit folgenden Werten:

    Ladeleistung 100 kW
    Stromverbauch 20 kWh/100 Km
    Kapazität für 500 km Reichweite: 100 kWh
    Fahrleistung: 13.000 km je Fahrzeug
    Anzahl Fahrzeuge: 60 mio

    Zum Thema Netzausbau:
    - Jedes Fahrzeug lädt 1 Stunde voll (blockiert die Ladesäule 1 Stunde)
    - Jede Ladesäule braucht Minimum ein Kabel mit Gesamtquerschnitt ca. 75 mm² Kupfer (400 Volt * 250 A, bei ca. 3 mm² / 10 A). Das ist ein Leitungsdurchmesser bei 3 Leitungen je 5-6 mm. Je mehr Ladesäulen an einem Kabel hängen, umso stärker muss es werden (3 Säulen: 225 mm², mind. 3x10 mm)
    - 60 mio Fahrzeuge brauchen jährlich eine zusätzliche Strommenge von 156 TWh (60'000'000 * 13000 km / 100 km * 20 kWh = 156000000000 kWh)
    - derzeit verbrauchen wir jährlich 600 TWh = mindestens 25% Mehrbedarf an Strom (bei ca. 0,004 TWh/a je Windrad und 156 TWh zu erzeugenden Strom = 39000 neue Windräder notwendig, will man den zusätzlichen Strom nur aus Windkraft gewinnen)

    Zum Thema Anzahl der Ladesäulen, es wird mit geglätteten Durchschnittswerte gerechnet:
    - alle Fahrzeuge zusammen müssen jährlich 1560000000 Stunden laden (156 TWh jährl. Strombedarf aller Fahrzeuge / 100 kw Ladeleistung)
    - das Jahr hat gesamt 8640 Stunden, es werden also bei optimierter Dauerbelegung 18056 Ladesäulen gebraucht damit jeder der 60 mio Beispielfahrzeuge immer vollgeladen gehalten werden kann und niemand warten müsste
    - jedes einzelne Fahrzeug im Durchschnitt damit 26 Stunden / a reine Ladezeit
    - jedes einzelne Fahrzeug also aller 14 Tage für eine Stunde (360 Tage / 26 Stunden Ladezeit pro Jahr)
    - und wenn wir die Glättung wegnehmen (nicht jede Säule ist ständig belegt, geht kaputt, Ballungsgebiete, Zeit für Fahrzeugwechsel etc. pp.) dann können wir die Anzahl der errechneten Säulen locker den Faktor 10 nehmen = ~180000 Säulen d. h. wir brauchen mindestens 13 Säulen je Tankstelle bei derzeit ca. 14000 Tankstellen

    Weitere Überlegungen
    - völlig daneben liegt Herr Ebert nicht, ich komme auch auf ähnliche Werte
    - woher nehmen wir all den zusätzlichen Strombedarf, wenn Nachts der Wind nicht weht?
    - wieviel Energie verbraucht die Produktion je Fahrzeug
    - wieviel Energie verbraucht die Produktion des Ersatzakkus (aller 10 Jahre?), recyclet aus dem verschlissenen Altteil
    - welche Kosten kommen für den genannten Netzausbau, Fahrzeugproduktion und Akkuerhalt auf die Bürger zu. Und wie hoch sind bei ca. 50 mio Autofahrern die Gesamtkosten je Kopf tatsächlich pro Jahr, wenn wir bis 2030 alle E-Auto fahren wöllten. Wie hoch sind dagegen im Vergleich diese Kosten, wenn alles bleibt wie es ist
    - und all dieser Aufwand, wo keiner genau sagen kann, was es nachhaltig wirklich bringt. Niemand weiß genau, wann das Erdöl alle ist. Niemand weiß genau, ob die globale Erwärmung beeinflussbar ist. Würde man das Geld in andere Forschungsgebiete stecken (Kernfusion, E-2-GAS, Wirtschaftswissenschaften), und vielleicht noch etwas davon für die dritte Welt ausgeben (Hilfe zur Selbsthilfe) sowie für die bessere Anpassung der Menschen auf die sich verändernde Umwelt - wäre dann der Menschheit in der Summe nicht viel mehr geholfen?
    - ist die Planwirtschaft in der Geschichte nicht schon oft genug gescheitert? Was machen wir diesmal anders, dass es klappen könnte? Intelligenter sind wir Menschen sicher nicht geworden ;-)