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Tagebuch: Auftakt zum Konrad-Zuse-Jahr

Konrad Zuse
"Wer hat den ersten Computer erfunden? Die Antworten auf diese Frage reichen von 'Das weiß ich nicht!' über Charles Babbage, Alan Turing bis Bill Gates. Nur wenige kennen den richtigen Namen: Konrad Zuse." Ob der am 22. Juni 1910 in Berlin geborene Zuse tatsächlich so unbekannt ist, mag dahingestellt bleiben – so jedenfalls steht es auf den Internetseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin zu lesen, die am heutigen Dienstag das Eröffnungssymposium zum Zuse-Jahr 2010 abhält. Spektrum-Redakteur Christoph Pöppe ist mit dabei und wird in den kommenden Tagen darüber berichten (und dabei auch Zuses Artikel "Rechnender Raum" von 1967 vorstellen, den wir im SdW Spezial 3/2007 (Ist das Universum ein Computer?) nachgedruckt haben).

Anlass genug, hier schon einmal auf die kurz nach Zuses Tod im Jahr 1995 in Spektrum der Wissenschaft erschienene Biografie des Pioniers hinzuweisen Wege und Irrwege des Konrad Zuse, SdW 1/1997, S. 78; kostenfrei; die Online-Darstellung des Textes entspricht allerdings noch nicht heutigen Standards), der noch als Achtzigjähriger seinen ersten Computer, die Z1, aus dem Gedächtnis nachbaute. "Seine Aktivität und sein Selbstbewußtsein waren bis zum Schluss ungebrochen", schreibt Jürgen Alex dort. "Als er Anfang Dezember 1995 nach einer Herzattacke darniederlag, schaute er himmelwärts, drohte dem lieben Gott mit dem Finger und murmelte: 'Mach kein' Blödsinn!'"

Derweil sind auch andernorts Ausstellungen zu besichtigen, unter anderem in Dresden, Paderborn, Hoyerswerda und Kiel. Die Wiesbadener Staatskanzlei hat gar einen Zuse-Blog gestartet, schließlich habe der "hessische Computerpionier" von 1957 bis zu seinem Tod in Hünfeld gelebt (wo wiederum das Konrad-Zuse-Museum dem "Vater des Computers" huldigt.) Vielleicht geht es ihr aber auch einfach darum, Hessen als "Standort der Ideen" zu vermarkten und ihren anstehenden IT-Kongress zu bewerben.

Gleichwohl: Das Zuse-Jahr hat an Fahrt gewonnen, und auf der Homepage seines Sohnes, des Berliner Informatikprofessors Horst Zuse, sind Informationen über alle kommenden Aktivitäten zu finden. Wem all das nicht reicht, der mag schließlich noch F. C. Delius lesen. In Die Frau, für die ich den Computer erfand wird romanhaft Zuses "platonische Fernliebe zu Ada Lovelace, der Tochter Lord Byrons" gefeiert, derzuliebe er "am heimischen Wohnzimmertisch mit handgesägten Einzelteilen wahre Wunder vollbracht" habe.

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