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Tagebuch: Die Kunst, ein fahrunfähiges Fahrrad zu bauen

Reinhard Breuer
Manchmal stößt man auf wirklich Kurioses. So hat sich offenbar jemand einmal ausführlich damit beschäftigt, dem Geheimnis des Fahrradfahrens auf die Spur zu kommen – und zwar durch den Bau eines Fahrrads, das nicht fährt. So stand es in dem US-amerikanischen Journal „Physics Today“, die ich jeden Monat besonders gerne lese.

Ein britischer Chemiker hat offenbar vor Langem schon einmal ernsthaft versucht, einer Theorie der Radstabilität auf die Spur zu kommen, indem er durch Umbauten die Grenzen der Steuerbarkeit testen wollte (Physics Today, September 2006, S. 51). Für jeden, der schon mal von Rad gefallen ist, lautet die überraschende Erkenntnis: Es ist schwerer als man denkt. Natürlich geht es nicht um viereckige Räder. Aber um zum Teil merkwürdige Anbauten wie ein zusätzliches Frontrad, das gegenläufig rotiert, oder um eine versetzte Vordergabel

„Sich mit einem Fahrrad vorwärtszubewegen, das prinzipiell instabil ist und ständig zu kippen droht, ist möglich, weil die Eigenschaften des Fahrrads den Fahrer dabei unterstützen, das Gleichgewicht zu halten“, stellt Wikipedia fest. Mit seinen Umbauten konnte der Pedalist diese Theorie unter Extrembedingungen testen. Model IV schließlich war zwar noch steuerbar, „wenn auch nicht so unmöglich, wie ich erhofft hatte“. Doch sobald er es bei einigem Tempo frei weiter rollen ließ, „fiel es zufrieden stellend zu Boden“.

Reinhard Breuer

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