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Tagebuch: Fische an der Datenleine

© Christian Stalder/ZHAWLaden...
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"Wie ein Fisch im Wasser" | Projektleiter Cédric Siegenthaler mit naro bei einem Schwimmtest
"Vor etwa zwei Jahren begannen wir schließlich mit dem Bau eines vollständigen künstlichen Fisches", berichteten George S. und Michael S. Triantafyllou in Spektrum der Wissenschaft. Das war im Jahr 1995. Die Eigenschaften ihres 124 Zentimeter langen RoboTunas, den die MIT-Forscher vor allem mit einem effizienten Flossenantrieb ausstatten wollten, hatten sie dem Roten Tunfisch abgeschaut, wie sie in ihrem Text schrieben.

Dessen Lektüre hat einen Maschinenbau-Studenten an der ETH-Zürich offenbar so nachhaltig fasziniert, dass er vor einiger Zeit selbst ans Werk ging: Cédric Siegenthalers rund 12 Kilogramm schwerer und 95 Zentimeter langer Roboterfisch, so ist nun auf den Seiten der ETH Zürich zu lesen, soll demnächst sogar im Zürichsee "ausgesetzt" werden, und auch die norwegische Küstenwache meldete schon Bedarf an. Die Tüftler des naro-Projekts – das Akronym steht für nautical robot – verfolgen allerdings andere Visionen: Auf ihrer Homepage ("Schiffsschrauben sind von gestern") träumen sie von einem vollkommen neuen Schiffsantrieb, einer neuen Ära der Forschung und Naturfilme und von einem faszinierenden Unterwasserspielzeug, das es erlaubt, "mit der Unterwasserwelt zu interagieren ... wie ein Fisch im Wasser, ohne nass zu werden". Auf der Homepage ist immerhin schon ein "naro – Rollout Event Video" zu bestaunen.

Die Arbeiten gehen indessen auch am MIT weiter. Spektrum-Autor Michael S. Triantafyllou, der dort als Professor of Mechanical and Ocean Engineering lehrt, erforscht noch immer biomimetische Roboter, insbesondere "autonomous underwater vehicles", auch AUVs genannt. Sein Student Stephen Licht zum Beispiel arbeitete jahrelang an "Finnegan", einer robotischen Schildkröte.

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Finnegan the RoboTurtle im Unterwassereinsatz

Was bei all dem herauskommt, wird die Zukunft zeigen. Licht machte 2008 seinen Ph.D. und hat mittlerweile bei einer Robotik-Firma in Massachusetts angeheuert. Sie entwickelt Systeme, die verwundeten Soldaten auf dem Schlachtfeld helfen können oder in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Siegenthaler, noch mitten im Studium, hat seine ganz großen Visionen indessen hintangestellt. Er hofft, dass sein Roboterfisch, mit einer Kamera bestückt, beispielsweise Schifffsaußenhüllen inspizieren oder bei der Suche nach antiken Schiffswracks und anderen versunkenen archäologischen Schätzen helfen könnte. Erst einmal muss er allerdings eine Ultraschallsteuerung entwickeln. Dann können auch die 30 Meter langen Steuerungskabel entfallen, die naro in seiner Bewegungsfreiheit noch beträchtlich hindern.

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