Leserbilder Astronomie: Der ungewöhnliche Reflexionsnebel IC 2087 in der Taurus-Molekülwolke
IC 2087 ist ein kompakter Reflexionsnebel im Sternbild Stier, eingebettet in die Taurus-Molekülwolke. Die Beleuchtung erfolgt durch das stark eingebettete Young Stellar Object IRAS 04369+2539, das wahrscheinlich einem Klasse-I-Protostern oder sehr frühen T-Tauri-Stadium entspricht. Das beobachtete Leuchten entsteht ausschließlich durch kontinuierliche Staubstreuung (Mie-Streuung); es sind keine dominanten Emissionslinien wie bei HII-Regionen vorhanden. Die spektrale Energieverteilung des beleuchtenden Objekts zeigt einen deutlichen Infrarotüberschuss, verursacht durch eine zirkumstellare Akkretionsscheibe und eine residuale Hülle. Die ungewöhnlich gelblich-rötliche Erscheinung von IC 2087 resultiert aus: hoher visueller Extinktion entlang der Sichtlinie, modifizierter Staubkornverteilung in dichter molekularer Umgebung, intrinsisch gerötetem Spektrum der Lichtquelle, geometrischen Effekten innerhalb der optisch dicken Staubstruktur. IC 2087 stellt damit ein Beispiel für eine frühe Phase niedermassiger (sonnenähnlicher) Sternentstehung dar, bei der das zentrale Objekt optisch noch nicht freigelegt ist. Das heisst, der Stern ist bereits entstanden, versteckt sich aber noch in seiner Geburtswolke, die hauptsächlich das infrarote Spektrum passieren lässt, welches hier reflektiert wird und die Nebelfarbe beeinflusst. Der Stern verrät für unsere Augen seine Existenz momentan also nur durch das reflektierte Licht. Ich hatte auch ausgiebige Infrarotaufnahmen hier geplant, aber heuer geht das alles irgendwie nicht so wie man gerne möchte. Das kommt nun auf die Liste für nächstes Jahr.
Daten zum Bild
| Objekt | IC 2087 |
| Ort | Füllersdorf, Österreich |
| Zeitpunkt | 17.01.2026 00:00 MEZ |
| Kamera | ZWO ASI533MM-Pro |
| Teleskop/Objektiv | Skywatcher 130/650PDS Newtonteleskop |
| Montierung | Skywatcher HEQ5Pro |
| Belichtungszeit | 22 h 54 min |
| Nachbearbeitung | Astropixelprocessor, Pixinsight, LuminarNEO |
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