Leserbilder Astronomie: ISS-Tracking im 8×50-Sucher
Auf die ISS ist Verlass! Pünktlich zum späten Feierabend hat sie kurz über unserem Garten für einen kleinen Plausch »angehalten« – so fühlte es sich zumindest an, als ich die helle Raumstation im 8×50-Sucher erwischte und das Teleskop von Hand nachführte.
Während die Crew der Expedition 74 an Bord arbeitete, zog die ISS in rund 470 Kilometern Höhe über Oberhavel hinweg. Die eingesetzte Astrokamera ZWO ASI 662MM lieferte dabei mit 107 Bildern pro Sekunde eine kleine Serie, in der die Station trotz der relativ kleinen Teleskopöffnung von 200 Millimetern mehr zeigt als nur die typische Silhouette mit den hellen Radiatoren und den auffälligen Solarpanels:
- Im oberen Bereich lässt sich die kompakte Struktur des Zvezda‑Servicemoduls erkennen. Am hinteren Andockport befand sich zu diesem Zeitpunkt das Versorgungsschiff Progress 95.
- Der schwächer ausgeprägte horizontale Querbalken im unteren Bereich entspricht der Region, in der das europäische Columbus‑Modul und das japanische JEM/Kibo‑Modul sitzen. Beide Module liegen seitlich am US‑Segment und erzeugen die charakteristische, leicht gestreckte Aufhellung.
Noch ein nützlicher Hinweis, wer es selbst mal ausprobieren möchte: Nach dem Zenitdurchgang der ISS wirken die Radiatoren oft weniger überstrahlt - ein Effekt, den viele kennen und der sich immer wieder bewährt.
Daten zum Bild
| Objekt | ISS |
| Ort | Hennigsdorf |
| Zeitpunkt | 11.07.2026 23:53 MESZ |
| Kamera | ZWO ASI 662MM |
| Teleskop/Objektiv | 8" Newton Teleskop f/4 mit 3-fach-Barlow |
| Montierung | Celestron CGX |
| Belichtungszeit | Video (Einzelbilder mit 0,150 ms) |
| Nachbearbeitung | Stacking & Schärfen: AstroSurface; Finalisierung: Affinity Photo 2 |
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