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Leserbilder Astronomie: Mondsichel vor Neumond

Den folgenden Text habe ich für Freunde mit wenig astronomischen Kenntnissen entworfen. Bei Bedarf könnte ich das verdichten: Frühmorgens, 22. August 2025, Uhrzeit: 5:30 Uhr. Der Anblick war wunderschön. Es war kurz vor Sonnenaufgang. Der Horizont über den Bäumen zeigte sich schon rötlich hell, darüber das tiefe Blau des Himmels mit nachlassender Dunkelheit. Mittendrin in diesem besonderen Blau der hell leuchtende Morgenstern Venus und schräg darüber mit kleinem Abstand Jupiter. Wie Diamanten standen dort die beiden strahlenden Planeten und gaben dem Hintergrund noch ein Mehr an Schönheit. Allerdings bin ich nicht wegen dieses Anblicks so früh aufgestanden, sondern wegen der letzten Ansicht des Mondes vor Neumond. Bei Neumond selbst ist der Mond für uns nicht sichtbar. Unser Erdbegleiter steht dann ziemlich genau oder genau zwischen Sonne und Erde. Die Seite des Mondes, die uns immer zugewandt ist, wird dann nicht von der Sonne angestrahlt. Aber kurz zuvor sieht man den Mond noch ganz schwach. Eine feine, ganz schmale Sichel sollte sichtbar sein. Ich hatte tags zuvor die Sendung Sternzeit im Deutschlandfunk gehört. Dort wurde »die schmalste Mondsichel des Jahres« angekündigt. Man könne die feine Sichel ganz nah über dem Horizont erkennen, bevor das nahe Licht des Tages alles überstrahlt. Aber überhaupt sehen könne man die Sichel nur kurz und das nur bei perfekt klarem Himmel und freier Sicht auf den Horizont. Schaue ich von meiner Sternwarte nach Osten, sehe ich dort, wo die Sicht frei sein soll, dicht stehende Bäume. Ich war gespannt, ob ich in der zunehmenden Helligkeit die aufsteigende Mondsichel über diese Sichthindernisse entdecken kann, bevor diese schmale Schönheit im Tageslicht verschwindet. Die Bedenken waren berechtigt. Die Sonne stand nur noch eine halbe Handbreit - bei ausgestrecktem Arm - unter dem Horizont und der Mond eine andere halbe Handbreit darüber. So ein geringer Abstand! Wie schnell wird es da über dem Horizont zu hell. Ich hatte Glück. Einige Minuten konnte ich dieses seltene Himmelschauspiel bewundern. Da lag die Sichel ganz flach über den Bäumen. Große Freude. So ein Sichtungsglück kann man nur im Sommer haben. Nur wenn die Sonne steil aufgeht, kann sich der Mond rechtzeitig aus dem Dunst des Vordergrundes befreien, bevor es zu hell wird. Zu anderen Jahreszeiten, wenn die Bahn der Sonne am Himmel flacher verläuft, reicht der kleine Abstand kurz vor Neumond nie, die Sichel sichtbar werden zu lassen. Na ja, spektakulär ist so eine Mondsichel im Allgemeinen ja nicht, aber diese hatte doch etwas Besonderes.

Daten zum Bild

ObjektMond
OrtStoetze
Zeitpunkt 22.08.2025 05:30 MESZ
KameraCanon 5d Mark IV
Teleskop/Objektiv Televue Genesis 100 f/5,4
Montierung Astrophsics 900gto
Belichtungszeit1,6 sec
NachbearbeitungPixInsight
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