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Leserbilder Astronomie: Polaris - galaktisches Glimmen (IFN)

Polaris liegt etwa 26 Grad nördlich des galaktischen Äquators und damit abseits von riesigen Sternwolken, leuchtstarken Reflexions- und Emissionsnebeln. Visuell am Teleskop ist in seiner Umgebung nicht allzu viel zu sehen - es sei denn mit großen Öffnungen und bei hoher Vergrößerung: Dann kann man vor allem zahlreiche Galaxien und Planetarische Nebel beobachten. In diesem Bild sieht man ausgeprägten galaktischen Staub, der nicht durch Sterne oder leuchtende Gaswolken beleuchtet wird. Es handelt sich, morphologisch betrachtet, um »galaktischen Zirrus«, dessen Erscheinung an irdische Zirruswolken im Wettergeschehen der Erdatmosphäre erinnert. Tatsächlich wird dieser dunkle Staub, der natürlich auch Gase und Molekülwolken enthält, lediglich vom »galaktischen Glimmen« der Milchstraße aufgehellt. Es gibt also nicht die eine Lichtquelle, wie es bei Emissions- und Reflexionsnebeln ist. Oder bei Dunkelwolken, wie dem Pferdekopfnebel (B 33), der nur durch den hinter ihm liegenden ionisiert strahlenden Gasnebel IC 434 hervor tritt. IFN brauchen demnach einen sehr dunklen Himmelshintergrund, vor dem sie sich abzeichnen können: Weitab der galaktischen Ebene und unter möglichst geringer Lichtverschmutzung - hier: Bortle 4. Fazit (IFN): Die Summe der gesamt-galaktischen Strahlung wird als »integrierter Strahlungsfluss« bezeichnet, im Astro-Jargon »IF(N)« für »integrated flux (nebula)«. Derart dunkle Nebel wurden lange Zeit ignoriert oder als störend in der astronomischen Bildbearbeitung aus den Daten heraus kalibriert.

Daten zum Bild

ObjektPolaris
OrtGarmisch-Partenkirchen
Zeitpunkt 21.02.2023 22:00 MEZ
KameraZWO ASI53MC Pro
Teleskop/Objektiv Samyang 135mm f/2.0
Montierung iOptron CEM26EC
Belichtungszeit220 min
NachbearbeitungLinux + Siril-1.4.1
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