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Leserbilder Astronomie: Propeller in M 13

»Propeller« in Messier 13 (zuerst 1850 von William Parsons beschrieben), der ultimative Härtetest für das eigene Setup und die nachfolgende Bildbearbeitung. Dabei handelt es sich gar nicht um echte physikalische Strukturen, sondern eher um astrophysikalische und wahrnehmungspsychologische Faktoren: 1. Interstellare Extinktion (Staubgassen). Der primäre physikalische Grund für die dunklen »Flügel« ist kosmischer Staub. Es handelt sich um feine Reste interstellaren Materials (meist Kohlenstoff- und Silikatverbindungen), die sich auf der Sichtlinie zwischen uns und dem Kugelsternhaufen befinden. Da M 13 etwa 25000 Lichtjahre von uns entfernt im Halo unserer Milchstraße liegt, blicken wir durch die äußeren Bereiche unserer eigenen Galaxie. Die dortigen kalten Staubwolken absorbieren und streuen das Licht der dahinter liegenden Haufensterne (Mittel- und Hintergrund).Dieser Effekt wird in der Astrophysik als Extinktion bezeichnet. Er sorgt dafür, dass bestimmte Bereiche im Sternenfeld stark abgedunkelt erscheinen. 2. Lokale Sternenverteilung (Zufallslücken). Ergänzt wird der Staubeffekt durch rein geometrische Zufälle in der dreidimensionalen Struktur des Haufens: Ein Kugelsternhaufen wie M13 beherbergt mehrere hunderttausend Sterne. Auf die zweidimensionale Ebene unseres Kamerasensors projiziert, entstehen durch die immense Sterndichte statistische Schwankungen. An manchen Stellen stehen rein zufällig weniger oder lichtschwächere Sterne in einer Reihe. Diese sternarmen Korridore verstärken den Kontrast zu den benachbarten, extrem dichten Sternketten. 3. Der biologische Faktor: Pareidolie. Dass wir in diesen Dunkelzonen so deutlich ein »Y« oder einen »Propeller« erkennen, liegt an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns (Pareidolie ist das psychologische Phänomen, in Mustern, Schatten oder zufälligen Strukturen bekannte Formen wie Gesichter, Figuren oder eben Propeller zu erkennen.) Unser visueller Kortex verbindet die eigentlich unregelmäßigen Dunkelzonen automatisch zu Linien und Symmetrien.

Daten zum Bild

ObjektMessier 13
OrtOppach
Zeitpunkt 25.05.2026 00:00 MEZ
KameraVespera Pro
Teleskop/Objektiv Vaonis Vespera Pro
Montierung azimutal
Belichtungszeit4 Stunden
NachbearbeitungPixInsight
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