Leserbilder Astronomie: Rupes Recta
Diese Aufnahme zeigt einen Abschnitt im südöstlichen Bereich des Mare Nubium. Besonders markant ist die nahezu schnurgerade verlaufende Rupes Recta – besser bekannt als „Gerade Wand“. Trotz ihres Namens handelt es sich dabei nicht um eine senkrechte Felswand, sondern um eine etwa 110 Kilometer lange tektonische Bruchkante mit einem Höhenunterschied von rund 300 Metern. Durch den flachen Sonnenstand erscheint sie hier als tiefschwarze Linie, während sich auf der gegenüberliegenden Seite bereits das erste Sonnenlicht an den Hängen zeigt. Gerade diese Licht-Schatten-Wirkung machte Rupes Recta schon im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Beobachtungsobjekt visueller Mondbeobachter.
Weniger bekannt ist die feine, parallel zur Rupes Recta verlaufende Rima Birt westlich der Bruchkante. Diese schmale Mondrille gilt als vulkanisch entstandene Struktur und steht vermutlich im Zusammenhang mit Spannungen beim Absinken der Mare-Lava. In unmittelbarer Nähe liegt zudem der kleine Krater Birt, dessen Umgebung bei hoher Auflösung eine Vielzahl feiner Hügel- und Rillenstrukturen offenbart.
Dominierend im rechten Bildbereich erscheint der eindrucksvolle Krater Arzachel mit seinem markanten Zentralberg und den terrassierten Innenwällen. Der rund 96 Kilometer große Einschlagkrater zählt zu den markantesten Formationen des südlichen Mondhochlands. Besonders interessant ist die feine Struktur seines Kraterbodens, auf dem sich kleinere Einschläge und Lavaüberflutungen erkennen lassen. Direkt nördlich davon liegt der etwas kleinere Krater Alphonsus (halb im Bild), dessen dunkle Flecken vulkanischen Ursprungs sind – Hinweise auf vergleichsweise junge vulkanische Aktivität auf dem Mond. Südlich schließen sich die stark überprägten Überreste älterer Kraterformationen an, die durch spätere Einschläge und Lavaüberflutungen teilweise eingeebnet wurden und die komplexe geologische Entwicklung dieser Region dokumentieren.
Die Aufnahme entstand mit einem Celestron C14 bei guten Seeingbedingungen. Als Kamera kam eine Uranus-M in Verbindung mit einem Astronomik L-Filter zum Einsatz. Für das Endbild wurden aus 10.000 Einzelbildern die besten 40 % gestackt und anschließend fein nachbearbeitet.
Daten zum Bild
| Objekt | Mond |
| Ort | Bremerhaven |
| Zeitpunkt | 26.04.2026 00:00 MESZ |
| Kamera | Uranus M |
| Teleskop/Objektiv | Celestron c 14 |
| Montierung | Losmandy G11 |
| Nachbearbeitung | Autostakkert, Photoshop |
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.