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Leserbilder Astronomie: Seifenblasennebel PN G75.5+1.7

Der Seifenblasennebel PN G75.5+1.7 (PM Ju 1) ist ein Planetarischer Nebel im Sternbild Schwan. Er wurde erst 2008 von Amateurastronom Dave Jurasevich auf Schmalbandfotografien mit einem 160-mm-Refraktor entdeckt. Grund für diese späte Entdeckung ist die geringe Helligkeit und der schwache Kontrast des Nebels zur umgebenden HII-Region, wodurch er selbst auf den Schmalbandaufnahmen schwer zu entdecken ist. Dieser Umstand erschwert auch spektroskopische Messungen, weshalb noch heute relativ wenig über diesen Nebel bekannt ist. Oder zumindest ist die ohne Weiteres erhältliche Info, die ich auftreiben konnte, dünn gesät. Die Ausdehnung des Nebels beträgt 4,3 x 3,9 Bogenminuten. Unter der Annahme, dass er sich nahe der 4000 Lichtjahre entfernten HII-Region IC 1318 befindet, schätzt Jurasevich den Durchmesser auf rund fünf Lichtjahre. Dann wäre bei einer angenommenen typischen Expansionsgeschwindigkeit von 35 km/s (vgl. Abell 39, Helixnebel) das Alter der Blase ca. 22000 Jahre. Rechts unten der Stern hinter dem Riesenhalo ist P Cygni, ein leuchtkräftiger blauer Veränderlicher (LBV) in 6000 bis 7000 Lichtjahren Entfernung. Der Hyperriese vom Spektraltyp B2 Ia ist einer der hellsten Sterne der Milchstraße. Ob die abgebildeten HII- und OIII-Schwaden von diesem Stern stammen, kann ich leider nicht sagen. Die Aufnahme besteht aus 39 x 600 s HII und 36 x 600 s [OIII], sowie jeweils einer Reihe von 60-s-Aufnahmen an einem 720 mm, f/5,5 Apochromaten (effektiv) und einer QHY183m. Aufgenommen an sechs Nächten zwischen dem 22. Juli und dem 3. August 2019 an der Sternwarte Burgsolms.

Daten zum Bild

Anschrift Volkssternwarte Mittelhessen e.V. – Geschäftsstelle – Lindenstraße 11 D-35606 Solms / Lahn
ObjektSoap Bubble Nebula PN G75.5+1.7
OrtSternwarte Burgsolms
Zeitpunkt 22.07.2019 00:00
KameraQHY 183m
Teleskop/Objektiv TS Optics Photoline 130 f/7 Triplet-Apo
Montierung Sky-Watcher EQ8
Belichtungszeit13,4 Stunden
NachbearbeitungPixinsight
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