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Leserbilder Astronomie: Sonnenaufgang im Claviuskrater

Ich war enttäuscht. Ich wusste schon, dass die Mission Artemis II keine Landefähre dabei hatte. Keine Landung war vorgesehen. Aber das die bemannte Mission nur um den Mond fliegt und nicht in einen Orbit einschwenkt, hatte ich erst im vorigen Herbst erfahren. Sogar Apollo 8, die erste Erkundung des Mondes durch Menschen, hatte zehn Orbits um den Mond zurückgelegt. Dann, am 1. April 2026, startete die SLS-Rakete. Durch die 24-Stunden-Berichterstattung durch die NASA lernte man die äußerst sympathische Besatzung kennen. Flog Apollo 8 zu Weihnachten 1968 um den Mond, erfolgte die nächste Annäherung bei Artemis II am Ostersonntag. Bald gab es den ersten Rekord, mit 406000 Kilometern entfernten sich die Astronauten am weitesten in der Geschichte von der Erde. Dann kam die Mondumrundung – und ich war begeistert! Die Schilderungen der Astronauten aus der menschlichen Perspektive erzeugten Gänsehaut. Sie kamen einem Gebiet nahe, dass wir Menschen von der Erde aus normalerweise nicht sehen – das Mare Orientale auf der erdabgewandten Seite. Dann näherte sich die Orion-Kapsel der hell/dunkel-Grenze auf dem Mond, dem Terminator. Der Astronaut Viktor Glover beschrieb ganz aufgeregt seine Eindrücke: Glover sagte, dass das Beeindruckendste, was er bisher bei diesem Mondvorbeiflug gesehen habe, der Terminator des Mondes sei, die Linie, die seine beleuchtete Seite von der im Dunkeln liegenden Seite trennt. »Mann, ich liebe den Terminator« funkte er zur Missionskontrolle. »Es gibt einfach so viel Magie im Terminator – die Lichtinseln, die Täler, die wie Schwarze Löcher aussehen. Man würde direkt zum Zentrum des Mondes fallen, wenn man auf einige davon treten würde. Es ist einfach so visuell fesselnd.« Glover fügte hinzu, dass er bisher die meiste Zeit damit verbracht habe, den Terminator zu beobachten, darüber nachzudenken und ihn in seinen Notizen zu beschreiben. Zur Aufnahme in diesem Post: Hier konnte ich auch den Terminator ablichten – den Sonnenaufgang im Clavius Krater. Der Krater liegt in der verkraterten Südhalbkugel des Mondes. Er ist einer der größten und ältesten Einschlagskrater auf dem Mond, mit kleineren Kratern in seinem Innern zu sehen. Vier Milliarden Jahre alt und bis zu 3,5 Kilometer tief. Die NASA konnte Wassermoleküle in seinem Inneren nachweisen. Das Bild konnte ich mit einem C11-Teleskop aufnehmen. Man braucht kein großes Budget, um zum Mond zu reisen, schon ein kleines Teleskop offenbart diese uralte Mondoberfläche. Der Clavius-Krater war übrigens auch der Ort der Mondbasis im SciFi-Klassiker »2001 – Odyssee im Weltraum«, der annähernd zeitgleich zu Apollo 8 in die Kinos kam. Und es gab tatsächlich einen für mich persönlichen »2001 Moment« in dieser Mission: Als die Crew in den Mondschatten eintrat gab es einen unwirklichen Anblick – eine totale Mondfinsternis. Und nicht weniger als Sci Fi hörte man von der Astronautin Christina Cook: »Als wir dieses Manöver in Richtung Mond starteten, sagte ich, dass wir die Erde nicht verlassen, sondern sie wählen. Und das ist wahr. Wir werden erforschen. Wir werden bauen. Wir werden Schiffe bauen. Wir werden wieder besuchen. Wir werden wissenschaftliche Außenposten errichten. Wir werden Rover steuern. Wir werden Radioastronomie betreiben. Wir werden Unternehmen gründen. Wir werden die Industrie stärken. Wir werden inspirieren. Aber letztendlich werden wir immer die Erde wählen. Wir werden immer einander wählen.« so Artemis-II-Astronautin Christina Koch. Ein rührender Moment für die Artemis-Crew und alle Menschen, die es mitverfolgten, war als ein Krater nach der im Jahr 2020 verstorbenen Frau des Kommandanten, Carroll, benannt wurde. Was bleibt von dieser Mission? Hoffentlich die Einsicht das wir bestmöglich zusammen auf diesem kleinen blauen Planeten leben sollen. Nicht sofort. Aber vielleicht sickern die Aufnahme der untergehenden Erde langsam ins menschliche kollektive Gedächtnis. Wie damals, als im Jahr 1968 das berühmte »Earthrise«-Bild für viele der Startschuss für die Umweltbewegung darstellte.

Daten zum Bild

ObjektClaviuskrater
OrtFeldbach
Zeitpunkt 25.03.2026 20:00 MESZ
KameraASI183MM
Teleskop/Objektiv C11
Montierung Skywatcher EQ8
Belichtungszeit1/250 s
NachbearbeitungPixinsight Lightroom
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