Chefredakteur Reinhard Breuer stellt das Ergebnis der 11. Wunschartikelrunde vor. 400 Leserinnen und Leser haben online abgestimmt.

Sie haben gesprochen! Und, wie immer, wenn Ihre Meinung von meiner Erwartungshaltung abweicht, bin ich auch überrascht, natürlich positiv! Auf den ersten Platz der fünf Themen im Angebot der 11. Runde haben Sie mit 52,6 Prozent das mathematische Thema gesetzt: "Gruppenspiele". Darin geht es um den Rubik-Würfel und die Theorie dahinter, nämlich die "endlichen einfachen Gruppen". In der Juli-Ausgabe wird der Artikel erscheinen.

So sehr der Rubik-Würfel den Spieltrieb anregt und vor Jahren auch zu einer regelrechten Spielseuche geführt hat, so ist klar, dass "simple Gruppen" keineswegs simpel sind. Sie spielen in der Gruppentheorie eine ähnliche Rolle wie die Primzahlen in der Zahlentheorie.

Aber Sie bestätigen mit dieser Wahl etwas, was mich schon im letzten Jahr verblüffte: Die Monatshefte mit den höchsten Verkäufen an den Kiosken waren - neben dem Jubiläumsheft vom November - die Ausgaben mit Mathematik auf dem Titel: der Januar ("Fraktale") und der September ("Die größten Rätsel der Mathematik").

Auf Platz 2 setzten Sie mit 40,4 Prozent das Thema "Selbstreinigende Materialien - der Lotuseffekt lässt grüßen", relativ dicht gefolgt von der "Nikotinsucht" (36,3 Prozent).

Aufschlussreich ist für mich auch immer der fünfte und damit letzte Platz, der "Verlierer" also. Denn daraus versuche ich zu entnehmen, was Sie höchstens am Rande oder eben gar nicht interessiert. Hier also "Wie Chinas Kinder unter Luftverschmutzung leiden".

Bei der letzten Olympiade in Peking war Luftverschmutzung neben Tibet eines der dominierenden Themen: Fabriken wurden abgeschaltet, der Autoverkehr streckenweise lahmgelegt, geholfen hat es manchmal. Über Ihr Ranking kann man nun spekulieren: Sind Umweltthemen dieser Art zu unangenehm, als dass man dauernd darüber lesen möchte?

Es ist nun leider so: Auch wenn Mathematik bisweilen mehr an "reinem" und spielerischem Vergnügen für den Geist bieten mag, so muss man sich auch den Problemen der Welt stellen. Denn Chinas Umweltprobleme können auch einmal die unseren werden.

Reinhard Breuer
Chefredakteur

Und die Wochenendreise gewonnen hat Joachim Wachowski aus Lüdinghausen. Herzlichen Glückwunsch, wir freuen uns auf Ihren Besuch in Heidelberg!

An der Umfrage haben 400 Leserinnen und Leser teilgenommen. Da Mehrfachnennungen möglich waren, liegt die Summe der Antworten über 400. Klarer Sieger: der Artikel über die endlichen einfachen Gruppen.

Hier eine Übersicht der Themen, die zur Wahl gestanden hatten:

Schon eine Zigarette macht süchtig
Nikotinsucht entsteht rasend schnell, häufig binnen einer Woche. Denn die Hirnmechanismen springen auf die Droge sofort an. Neue Erkenntnisse versprechen glücklicherweise bessere Hilfe, wenn Menschen die Sucht wieder loswerden möchten.

Wie Chinas Kinder unter Luftverschmutzung leiden
Ein ungewolltes "Experiment" in einer chinesischen Industriestadt offenbart, wie abgasverseuchte Luft dem Wachstum und der Gesundheit kleiner Kinder schadet – bis hin zu genetischen Schäden.

Tanz im Gehirn
Bewusste und unbewusste Hirnleistungen ganz unterschiedlicher Art müssen beim Tanzen zusammenwirken. Erst so verbinden sich musikalisch-künstlerischer Ausdruck und kontrollierte rhythmische Bewegung.

Neue selbstreinigende Materialien
Der Lotuseffekt mancher Pflanzen hat Ingenieure inspiriert, sowohl Wasser abstoßende als auch Wasser anziehende Oberflächen zu entwickeln. Im Idealfall leisten die Materialien beides abwechselnd – eine Eigenschaft, die sich für Mikrofluidtechniken nutzen ließe.

Gruppenspiele
Der berühmte Rubik-Würfel ist nur das bekannteste unter einer Vielzahl von Spielzeugen, die ihren Benutzer geradewegs in die Höhen der abstrakten Algebra führen: zur Theorie der endlichen einfachen Gruppen.