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Sollte man bei Hitze besser Heißes als Kaltes trinken?

Im heißen Sommer gelüstet es uns eher nach einer eisgekühlten Limonade als nach einer Tasse Tee. Über Wüstenvölker aber geht das Gerücht, dass sie sich mit warmen Getränken gegen die Hitze wappnen.

Bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad sehnt man sich nach Abkühlung. Kalte Getränke sind dabei allerdings wenig wirkungsvoll: Nur um etwa ein halbes Grad können wir unseren Körper abkühlen, wenn wir einen Liter kaltes Wasser zu uns nehmen. Viel effektiver ist es zu schwitzen, da durch Verdunstung des Schweißes auf der Haut Kälte entsteht. Darüber verliert der Körper jedoch Wasser, und somit ist die Hauptfunktion des Trinkens bei Hitze, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Noch dazu wirkt die kühle Limonade wenig hilfreich, weil sie im Körper das falsche Signal auslöst. Denn sowohl die äußere als auch unsere innere Temperatur nehmen wir über Sinneszellen wahr. Brutzeln wir in der Sonne, signalisieren diese Sensoren unserem Gehirn, dass es Zeit wird, das Kühlsystem anzuwerfen. Ein kaltes Getränk aber gibt den nach innen gerichteten Fühlern die falsche Information "Heizung an!". Darüber hinaus können zu kalte Getränke den Magen verderben.

Warme Getränke sind daher tatsächlich sinnvoller, um den eigenen Körper bei der Abkühlung zu unterstützen, sorgt doch das zusätzliche Wärmesignal dafür, dass wir ständig – aber nur leicht – schwitzen. Auf Alkoholhaltiges sollte man übrigens besser verzichten, da dieses dem Körper zusätzlich Wasser entzieht. Besonders empfehlenswert sind warme Getränke, die dem Körper bestenfalls noch zusätzlich Elektrolyte zuführen, welche beim Schwitzen ebenfalls verloren gehen.

28.06.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.06.2008

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