Direkt zum Inhalt

Warum sind die einen Feiertage beweglich, die anderen aber nicht?

Von den großen kirchlichen Feiertagen haben wir nur Weihnachten fest im Kopf. Ostern, Pfingsten und viele andere Feste fallen indes in jedem Jahr auf einen anderen Tag.
KalenderLaden...

Viele Feiertage haben ihren Ursprung in vorchristlicher und vorkalendarischer Zeit, als sich die Menschen im Lauf des Jahres etwa an den Sonnenwenden orientierten. Insbesondere die Wintersonnenwende ist in vielen Kulturen seit jeher ein wichtiger Tag, war er doch der Anfang vom Ende des dunklen Winters.

Vielerorts wurden an diesem Tag Sonnengötter verehrt, weshalb bereits um 217 n. Chr. der Papst Hyppolit gegen die heidnischen Kulte anzukämpfen versuchte und den Feiertag der Geburt Christi auf den 25. Dezember legte. Es dauerte jedoch noch mehr als 150 Jahre, bis Kaiser Theodosius im Jahr 381 während des Zweiten Konzils in Konstantinopel Weihnachten auch offiziell auf diesen Tag legte.

Ostern hat seinen Ursprung ebenfalls in heidnischer Zeit und leitet sich von Eastre ab, der teutonischen Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Das christliche Osterfest ging jedoch unmittelbar aus dem jüdischen Passahfest hervor, weshalb es fortan ein Problem gab: Das Passahfest fiel nach dem babylonischen Mondkalender nämlich auf eine Vollmondnacht und somit in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Während des Konzils von Nicäa im Jahr 325 legte der römische Kaiser Konstantin I. fest, dass das christliche Osterfest am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn gefeiert werden sollte.

Da der Frühlingsanfang seit 1582 mit der Einführung des gregorianischen Kalenders durch Papst Gregor immer der 21. März ist, kann Ostern frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April fallen. Dies hat auch Auswirkungen auf weitere kirchliche Feiertage, die sich vom Ostersonntag ableiten: So wird der Aschermittwoch 46 Tage vor Ostersonntag begangen, Christi Himmelfahrt fällt auf den 40., Pfingstsonntag auf den 50. und Fronleichnam auf den 60. Tag nach Ostersonntag.

Für dessen Festlegung gibt es übrigens eine Reihe von komplizierten Osterformeln. Die bekannteste und bis heute gebräuchlichste stammt von dem deutschen Mathematiker, Astronom, Geowissenschaftler und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855).

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnervideos