Rückblende: Wozu soll ein Laser bloß gut sein?

Wie konnte eine Technologie, die unsere Welt heute so durchdringt, nur so holprig starten? Laserdioden schicken Daten mittels Glasfasern um die Welt, Barcode-Scanner verkürzen das Warten an der Supermarktkasse und Menschen mit Sehschwäche lassen sich mal eben die Krümmung ihrer Hornhaut korrigieren.
Sogar Nobelpreise kann man mit der Technik gewinnen. Dem Erfinder des Laserapparats blieb diese Ehre allerdings verwehrt. Sein erstes Paper zur Erfindung wurde sogar abgelehnt, doch im zweiten Versuch hatte er Erfolg. Das Fachjournal »Nature« veröffentlichte einen Einseiter mit der Überschrift »Stimulated Optical Radiation in Ruby«. Darin zwei einfache Abbildungen und 300 Worte zur Erklärung. Keine Bewertung der Erfindung oder dazu, welche Fortschritte sie einmal bescheren könnte. Die Technik galt als Lösung für irgendein Problem, das noch keiner kannte. Der Autor des Artikels: Theodore Maiman.
Maimans Laser bestand aus einem synthetischen Rubin-Kristallstab mit exakt geschnittenen Endflächen, die als Spiegel dienten. Diese umschloss er mit einer spiralförmigen Blitzlichtlampe, wie sie damals in jedem Fotogeschäft zu bekommen war. Die Lampe regt die Elektronen im Rubin optisch an, zwischen den Spiegelflächen oszilliert und verstärkt sich das monochromatische Licht. Das Ganze ummantelte Maiman mit einem taschenlampengroßen Gehäuse und legte daran eine hohe Spannung an – fertig war der erste Laser, der Licht im sichtbaren Spektrum erzeugt.
Heute gibt es verschiedenste Typen von Lasern, kleine mit einem Mikrowatt Leistung und gewaltige mit bis zu einem Terawatt. Vom Labor bis zum Fusionsreaktor kommen sie so ziemlich überall zum Einsatz. Wer hätte gedacht, dass sich für eine unscheinbare Lösung doch noch so viele Probleme finden?
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