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Meinels Web-Tutorial: HTTP, HTML und CSS - unsere Helfer im Web

Von diesen Protokollen und Sprachen bekommt man als Anwender kaum etwas mit. Dabei sind sie es, die das Web am Laufen halten.
ein Software Developer mit SmartphoneLaden...

Das WWW bietet heute einen riesigen Speicher von Informationen, Anwendungen und Zugängen zu ganz unterschiedlichen Diensten, auf die, dem Client-Server-Prinzip folgend, über das Internet mit Hilfe des »Hypertext Transfer Protocol« (HTTP) zugegriffen werden kann. Die Informationen und Ressourcen – Webseiten oder Websites – haben die Form von »Hypertext«-Dokumenten beziehungsweise von »Hypermedia«-Dokumenten, denn schon lange geht es nicht mehr wie anfangs nur um Textdokumente. Hypermedia-Dokumente werden vermittels HTML beschrieben und sind untereinander über »Hyperlinks« verbunden, im Alltag spricht man natürlich einfach nur von »Links«. Die Gesamtheit dieser verlinkten Dokumente bietet ein gigantisches Netzwerk an Informationen und Diensten, die dank intuitiv nutzbarer Browser ganz einfach über das Internet erreichbar sind.

Im Web kann grundsätzlich jeder seine Informationen und Dienste über das Internet anbieten. Die angebotenen Medien und Daten sind dazu in Hypermedia-Dokumente (Webseiten) zu »verpacken«. Sie können Musik, Text, Video enthalten oder auf Dienste aller Art verweisen, wie zum Beispiel Onlineshops, Partnerbörsen oder Onlinebanken. In die Hypermedia-Dokumente können Links eingebaut werden, die auf andere Stellen innerhalb des Dokuments verweisen oder auf externe Hypermedia-Dokumente, die auf anderen über das Internet erreichbaren Servern gespeichert sind.

Welche clevere Technik steckt hinter dem Begriff TCP/IP? Wie bekommt man Videos ins Netz? Und warum erscheint uns das Internet aus einem Guss, obwohl es aus Milliarden unterschiedlicher Rechner besteht? Das und mehr beleuchtet Informatikprofessor Christoph Meinel alle drei Wochen bei seinem Blick hinter die Kulissen des World Wide Web.
Alle Folgen gibt es hier: »Meinels Web-Tutorial«

Hypermedia-Dokumente werden in einer eigens für das Web erstellten Beschreibungssprache verfasst, der Hypertext Markup Language (HTML). Sie regelt die Beschreibung der inhaltlichen Struktur des WWW-Dokuments (Überschriften, Gliederung, Absätze, Tabellen, …), wie die Links in das Dokument eingebaut und multimediale Komponenten eingebunden werden. HTML ist inzwischen, anders als in den frühen Tagen des Webs, nicht mehr zuständig für die Beschreibung der grafischen Gestaltung, das ist Aufgabe der »Cascading Style Sheets« (CSS), eine Beschreibungssprache für Aussehen der in den HTML-Dokumenten vorkommenden Strukturelemente. Diese Aufgabenteilung ist sehr sinnvoll und Voraussetzung für »responsives« Design, bei dem sich das Layout der Website dem Ausgabegerät anpasst, sei es ein großer oder ein kleiner Bildschirm, ein Smartphone oder gar ein Audiogerät. Dank der Kombination von HTML und CSS funktioniert dies, ohne dass dafür die in HTML beschriebenen Inhalte verändert werden müssten.

Auf die Frage folgt die Antwort – auch bei HTML

Nicht verwechseln darf man die Beschreibungssprache HTML mit dem Protokoll HTTP. Dessen Aufgabe ist es zu ermöglichen, dass Nutzer mit Hilfe ihres Internetbrowsers Web-Ressourcen anfordern und erhalten können. Das HTTP-Protokoll gehört zur Anwendungsschicht des TCP/IP-Protokollstapels und ist ein sehr einfaches und zustandsloses Protokoll, das einen simplen Frage/Antwort-Mechanismus (Request/Response) als Client-Server-Interaktion realisiert. Die einzelnen Ausführungsschritte von HTTP bleiben hinter dem grafischen Nutzer-Interface der WWW-Browser verborgen, und es genügt, einfach durch Mausklick auf einen Link im angezeigten Webdokument oder durch Eingabe des Webseitennamens (URL) eine Ressource im Web anzufordern. Als zustandsloses Protokoll kann sich HTTP nicht merken, welche Interaktionen zuvor bereits stattgefunden haben. Um eine zusammengehörige Abfolge von Request/Response-Zyklen, wie man sie etwa vom Besuch eines Webshops gewohnt ist, als Nutzersession verwalten zu können, braucht es zusätzliche Verfahren und Workarounds.

Damit das HTTP-Protokoll seinen Dienst verrichten und wir mit Links auf Hypermedia-Dokumente im Web verweisen können, müssen die Fundstellen der Dokumente im Web weltweit eineindeutig identifizierbar sein. Das geschieht über so genannte URLs, die »Uniform Resource Locators«. Das sind Website-Adressen, die man im Browser eingibt oder in einem Link hinterlegt, damit das HTTP-Protokoll diese anfordern kann. http://www.hpi.de/index.html ist ein Beispiel für die URL der Startseite der Website des Hasso-Plattner-Instituts. Die URL beschreibt, wie die Webseite erreichbar ist, also

  1. Name des Zugriffsprotokolls, über das die Webseite angefordert werden kann, zum Beispiel http,
  2. IP-Adresse oder Domainname des Servers, auf dem die Website gespeichert ist (hier: hpi.de), und
  3. die Stelle (der Pfad) in dessen File-System, an der die Website abgespeichert ist (hier: /index.html).

Fordert der Browser unter einer URL ein Web-Dokument an, dann stellt HTTP bei dem in der URL angegebenen Server (hpi.de) einen Request nach diesem Dokument (/index.html). Der Server prüft die Zugriffsberechtigung des anfordernden Nutzers/Browsers und gewährt gegebenenfalls den entsprechenden Zugriff auf die in der URL angegebene Stelle im lokalen File-System, in der das gewünschte Dokument abgelegt ist. Anschließend wird das Dokument per HTTP an den anfragenden Browser ausgesendet. Der empfängt das Web-Dokument, interpretiert es und stellt es für den Nutzer dar.

Auf Grund der Bedeutung des Webs ist das HTTP-Protokoll eines der wichtigsten Internetprotokolle im TCP/IP-Protokollstapel und wurde mehrfach auch recht grundsätzlich weiterentwickelt. Heute aktuell ist die Version HTTP/2.

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