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Meinels Web-Tutorial: Wie das WWW unsere Welt verändern konnte

Von Cookies bis Caching – erst dank zahlreicher Schlüsselinnovationen wurde das WWW zur Killer-App des Internets. Um sie wird es in den künftigen Folgen des »Web-Tutorials« gehen.
Das Internet in der HandLaden...

Als das Internet, das Netz der Netze in die Welt kam, konnten zunächst nur ganz wenige Experten die Technologie nutzen und über den neuartigen Netzverbund hinweg miteinander kommunizieren. Komplizierte und für den Laien unverständliche Kommandos waren nötig, um Informationen auszutauschen und die neu entstehenden Netzdienste zu nutzen. Erst mit der Erfindung des World Wide Webs und der Browser mit intuitiv zu bedienenden grafischen Oberflächen wurde das Internet zum Massenphänomen. Nutzbar ganz ohne unverständliche Kommandos, einfach per »point and click« – und unser aller tägliches und berufliches Leben hängt mehr und mehr von dieser Welt der Webdienste ab.

Während man in der Anfangszeit noch sehr viel Aufwand betreiben musste, um »online zu gehen«, Netzwerke mussten zusammengeschaltet und eine Verbindung durch Einwahl aufgebaut werden, ist man heute praktisch ohne eigenes Zutun permanent online, LAN- oder Mobilfunktechniken machen das auch unterwegs möglich. Das wirft natürlich viele grundsätzliche Fragen auf. Gestalten wir die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die durch die neuen digitalen Technologien möglich geworden sind, oder werden wir getrieben von der Entwicklung dieser Technologien und Systeme? Sind wir in der Lage, digital souverän und mündig mit diesen neuen digitalen Systemen umzugehen, und den Daten, die sie permanent produzieren?

Welche clevere Technik steckt hinter dem Begriff TCP/IP? Wie bekommt man Videos ins Netz? Und warum erscheint uns das Internet aus einem Guss, obwohl es aus Milliarden unterschiedlicher Rechner besteht? Das und mehr beleuchtet Informatikprofessor Christoph Meinel alle drei Wochen bei seinem Blick hinter die Kulissen des World Wide Web.
Alle Folgen gibt es hier: »Meinels Web-Tutorial«

Auch das Thema Privatsphäre muss neu gedacht werden, denn die digitalen Systeme hinterlassen permanent Spuren, ohne diese können sie nicht funktionieren. Bestimmte Dienste können wir nicht nutzen, ohne dass das System genau weiß, wo wir uns gerade aufhalten. Das Internet verändert unser ganzes Leben in allen Bereichen, im Privaten, Wirtschaftlichen und Gesellschaftlichen. Deshalb ist es so wichtig, das Internet und die Angebote der von ihm aufgespannten digitalen Welt nicht nur zu nutzen, sondern auch zu verstehen, wie das alles funktioniert.

Am Anfang des WWW steht ein Problem aus dem Forschungsalltag

Die meisten Menschen haben über das World Wide Web Zugang zum Internet, deshalb werden beide Begriffe oft synonym gebraucht, auch wenn es das Internet schon weit vor dem WWW gab. Letzteres entstand erst vor 30 Jahren(!) am europäischen Kernforschungszentrum CERN. Tim Berners Lee und Robert Cailliau entwickelten dort die Internetanwendung WWW als Lösung für ein stets akutes Problem in einem solchen Forschungszentrum mit rotierenden Mannschaften internationaler Teams: Wie können die Gastforscher des CERN, nachdem sie aus der Schweiz an ihre Heimatinstitutionen zurückgekehrt sind, auf die am CERN erhobenen Experimentaldaten effizient zugreifen und mit ihnen weiterarbeiten, sie auswerten und teilen? Tim Berners Lee und Robert Cailliau entwickelten dazu einen einfachen Abrufdienst, mit dem diese Daten und andere Informationen über das Internet und Ländergrenzen hinweg einfach abgerufen werden können. Es war den beiden WWW-Pionieren zu diesem Zeitpunkt sicher nicht bewusst, was für einen revolutionären Dienst sie mit seinem weltverändernden Potenzial sie geschaffen hatten.

Um das Web (nach der E-Mail) zur zweiten »Killer-Anwendung« des Internets zu machen, mussten zahlreiche Herausforderungen überwunden werden. Zu den Lösungen, die dabei gefunden wurden, zählt unter anderem das HTTP-Protokoll. Es gehört zu den wichtigsten Internetprotokollen überhaupt und hat im Lauf der Entwicklung zahlreiche Updates (aktuell HTTP/2) und Erweiterungen erfahren. Zur Identifizierung der unzähligen Ressourcen stehen die weltweit eindeutigen URLs bereit. Und natürlich müssen die Web-Ressourcen für Browser verständlich beschrieben werden, eine Aufgabe, die HTML übernimmt. Ohne Caching, das Kurzzeitgedächtnis des Webs, wäre das Internet ständig überlastet, Cookies helfen dabei, dass sich Websites an uns »erinnern« und wir so bequem online shoppen, streamen und spielen können, wie wir es inzwischen gewohnt sind. Schließlich hat es auch Erweiterungen im Sicherheitsbereich gebraucht, damit das World Wide Web nicht unter Kriminalität begraben wird. In den kommenden Beiträgen werden diese und weitere wichtige Helfer vorgestellt, die das Web zu dem machen, was wir kennen und schätzen.

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