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Leseprobe »Coolness, Scham und Wut bei Jugendlichen«: Die Macht der Gefühle

Geborgenheit, Autonomie und Erfolg, das wünschen sich junge Menschen. In diesem Rahmen entwickeln sie Lösungsversuche, um sich diese grundlegenden psychologischen Bedürfnisse zu erfüllen. Sind diese nicht angemessen, reagiert die Umgebung oft mit abwertenden Reaktionen. Schnell entsteht bei den Jugendlichen Scham. Und: Es ist vor allem der Verlust der Würde, der es für sie so schwer macht. Eine Leseprobe
Mädchen übt Parkour

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in der Dunkelheit alleine durch einen Park. Plötzlich knackt es irgendwo ganz in Ihrer Nähe. Sie erschaudern, Ihr Blutdruck steigt. Ihre Muskeln ziehen sich zusammen, die Augen weiten sich. Sie blicken umher, sind reaktionsbereit. Ganz offensichtlich handelt es sich um Angst, eine Emotion, die bei uneindeutigen Gefahrensignalen – so sagt die Psychologie – auftritt. Sie blicken angespannt weiter umher. Plötzlich entdecken Sie den alten Mann, der auf einen Ast getreten ist und den Sie übersehen haben. Schlagartig verfliegt die Angst.

Nehmen wir nun ein anderes Beispiel: Ihr Kind ist plötzlich verschwunden. Sie sind angespannt und besorgt, was passiert ist. Da taucht es plötzlich wieder auf, weil es sich im Park verlaufen hatte. Freudenstrahlend laufen Sie auf das Kind zu und nehmen es in die Arme.

Oder jemand überbringt Ihnen eine gute Nachricht – dass Ihr Stellengesuch angenommen wurde oder dass sie eine Auszeichnung erhalten haben. Freudig erregt werfen Sie die Arme in die Höhe, tanzen vor Freude. Ganz offensichtlich handelt es sich hier um eine entgegengesetzte Emotion, nämlich Freude.

2.1 Die Macht der Gefühle

Was sind nun Emotionen? Die Wissenschaft der Psychologie definiert Emotionen als weitschichtige, also komplexe, sehr oft genetisch vorgeformte Denk-, Erlebens- und Verhaltensmuster, die plötzlich auftreten. Sie dauern in der Regel nicht länger als 3–30 s. Sie können schnell in eine andere Emotion übergehen und ihre Intensität ändern. Ganz offensichtlich haben sich Emotionen im Laufe der Entwicklung des Menschen herausgebildet, um dem Menschen ein schnelles Reagieren und Handeln zu ermöglichen. Entpuppt sich zum Beispiel das Geräusch im Park als ein herumlaufender Braunbär, dann werden Sie, ohne viel zu denken, so schnell wie möglich wegrennen. Das Gleiche passiert, wenn es sich um eine Gestalt handelt, die angreifen will. Sie werden schreien und das Licht aufsuchen. Der vom Körper sofort eingeleitete Erregungsanstieg versorgt Sie mit der nötigen Energie und Zielgerichtetheit. Genauso können Sie sich dies für ein freudiges Ereignis vorstellen – betrachten Sie nur Christiano Ronaldo nach einem Tor.

Es gibt hunderte Ausdrücke für Emotionen: Glück, Freude, Ekel, Verachtung, Überraschung, Ekstase, und und und … Die Psychologie hat versucht, Emotionen grundlegend einzuteilen. Wir können daher zwischen einer angenehmen und einer unangenehme Dimension bei Emotionen unterscheiden. Angst und Furcht sind typisch unangenehm, Freude und Ekstase typisch angenehm. Weiters können wir anhand einer Dimension der Intensität unterscheiden. Steigt zum Beispiel die Intensität der Freude, wird daraus Ekstase, steigt die Intensität der Furcht, wird daraus Panik. Anhand einer dritten Dimension – Aktivität – kann noch weiter differenziert werden. Hier unterscheiden wir zwischen passiv und aktiv. Nehmen wir zum Beispiel Trauer und Wut. Trauer ist sicher ziemlich passiv, während Wut eindeutig – man kann denken darüber, was man will – aktiver ist.

Viel ist in der Emotionsforschung auch darüber diskutiert, ja sogar gestritten worden, wie Emotionen entstehen. Ein Teil der Forscher nimmt bis heute an, dass sich Emotionen aus einem undifferenzierten, unspezifischen Erregungszustand herausdifferenzieren und sich allmählich entwickeln. Ein anderer Teil nimmt an, dass grundlegende Emotionsmuster angeboren sind und dass von Geburt an emotional unterschiedliche Verhaltens- und Erlebensweisen vorhanden sind. Vieles spricht für die zweite Version – zum Beispiel Erkenntnisse aus der Empathieforschung. Vieles spricht jedoch auch dafür, dass sich viele Emotionen aus einem undifferenzierten emotionalen Erregungszustand durch Lernen herausbilden. Heute geht die Psychologie in diesem Bereich von einem Kompromiss – einem Sowohl-als-auch – aus.

Grundsätzlich entstehen Emotionen infolge eines Außenreizes. Welche Intensität und welche Ausrichtung sie bekommen, hängt einerseits von grundlegenden, möglicherweise genetisch angelegten Mustern ab, aber genauso von der Art und Weise kognitiver Bewertungen. Je nach Bewertung können sich Richtung und die Intensität der Reaktion entwickeln. So kann Angst, wie ich auch in meinem Buch »Ich will nicht in die Schule« (Streit 2016) beschrieben habe, plötzlich von einem vermeidenden Reaktionsmuster in ein aktiv zugehendes Reaktionsmuster umgewandelt werden.

Grundlegende Übereinstimmung besteht auch darin, dass Emotionen nicht grundsätzlich gut oder schlecht sind, sondern alle Emotionen für Menschen nützlich sind – die unangenehmen (etwa Angst, Ekel und Furcht) genauso wie die angenehmen (Freude, Überraschung und Liebe). Die einen bedingen ein Vermeiden von unangenehmen Zuständen, die anderen ein Zugehen und ein Entwickeln. Nicht umsonst bezeichnet Barbara Fredrickson (2011) positive Emotionen, damit meint sie angenehme, als kleine Maschinen positiver Entwicklung und Veränderung.

2.2 Neurobiologie und Basisemotionen

Es scheint paradox: Möglicherweise kann eine zunächst unangenehme Emotion in eine angenehme übergehen. Das liegt, wie der Harvard-Professor Tobias Esch in seinem Buch »Neurobiologie des Glücks« (2017) anschaulich darstellt, an der Art und Weise, wie der Mensch Herausforderungen meistert und Erfolge anstrebt. Am Anfang einer Handlung, die wir ausführen wollen, steht immer eines: eine gewisse Herausforderung. Diese Herausforderung geht einher mit einem Erregungsanstieg, wir können auch sagen, einer gewissen Grundangst. Diese Grundangst stellt uns die notwendigen Stresshormone zur Verfügung, nämlich Adrenalin und Kortisol, damit wir angemessen reagieren können. Zugleich brauchen wir eine angemessene Aussicht auf Erfolg. Diese aktiviert das Belohnungszentrum, den Nucleus Accumbens beispielsweise, der die nötige Menge an Dopamin anfordert, um zielgerichtet und erfolgsorientiert arbeiten zu können. Adrenalin, Kortisol und Dopamin arbeiten dann zusammen, bis die Aufgabe erledigt und das Ziel erreicht ist. In einer Art Stoffwechselverschmelzung produzieren sie dann körpereigene Beruhigungsmittel, sogenannte Endorphine. Diese Reaktionen, so Esch, laufen in einem balancierten Körper-Geist-Organismus quasi automatisch ab. Sie können jedoch auch empfindlich gestört worden sein, sei es durch unsere inneren kognitiven Erfahrungen und Bewertungen und/oder durch dauernde Überforderung von außen.

Generelle Übereinkunft herrscht in der Psychologie auch darüber, dass es grundlegende Emotionen gibt, sogenannte Basisemotionen, die in allen Kulturen auftauchen und die, wie der berühmte Amerikaner Paul Ekman erforscht hat, den gleichen Gesichtsausdruck zeigen. Paul Ekman (2016) unterscheidet sechs solcher grundlegenden Basisgefühle: zwei angenehme (Freude und Überraschung) und vier sozusagen unangenehme (Angst, Trauer, Wut und Abscheu, verbunden mit Verachtung). Carroll Izard (1991) unterscheidet zehn: Interesse, Leid, Widerwillen, Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl. Schon hier lässt sich erkennen, dass Scham ganz offensichtlich ein grundlegendes emotionales Phänomen sein muss. Aus diesen Basisgefühlen entwickelt sich dann eine Reihe von anderen Emotionen, Gefühlen, Stimmungen, Affekten, wie etwa nachdenklich, staunend, gereizt, besorgt, verwirrt, gelassen und viele andere mehr.

2.3 Vom Sinn der Emotionen

Damit bleibt eine Frage übrig: Wozu dienen eigentlich Emotionen? Emotionen, das wird aus dem bisher Gesagten schon ansatzweise deutlich, regulieren das Leben von Menschen – Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Sie schützen und helfen – das war auch ihre ursprüngliche Funktion. Sie garantieren uns das Überleben und weisen den Weg für weitere Entwicklung. Sie sind sozusagen die angenehmen wie unangenehmen, wir können auch sagen: positiven wie negativen, Motoren unseres Daseins. Sie geben unserem Leben die Farben. Sie sind das Getriebeöl der Intuition. Wie würde das Leben wohl ausschauen, gäbe es keine Emotionen? Emotionen sind in einem hohen Ausmaß auch interaktiv. Emotionen ermöglichen Zwischentöne, sie sind nicht nur nüchtern und klar. Sie sind wohl eine der herausragendsten menschlichen Spezifitäten, die uns, wenn wir es so nennen wollen, von Robotern und anderen sogenannten künstlichen Intelligenzen unterscheiden.

Nicht umsonst sieht der berühmte Existenz-Psychotherapeut C.G. Jung sie als Grundlage unserer Persönlichkeit. Verena Kast (2011) beschreibt dies eindrucksvoll:

Unter Affektivität versteht C.G. Jung Gefühl, Gemüt, Affekt und Emotion. Diese Aussage mundet modern an. Es ist eine Idee, die heute weit verbreitet ist. Das menschliche Leben ist von Anfang bis Ende von Emotionalität begleitet. Im Wachen und im Träumen. Jede Erfahrung, jede Erinnerung ist mit Emotion verknüpft, oder wir erinnern nicht. Wandlung, Veränderung benötigt Emotion. Sowohl Emotionen, die zu stark sind und den Menschen stressen, als auch Emotionen, die zu schwach sind und die Funktion als Orientierungsgeber nicht erfüllen (zum Beispiel in der Schamlosigkeit), müssen verarbeitet werden. Erst dann ist es wieder möglich, durch die Emotionen und mit den Emotionen die Beziehung zur Außenwelt, aber auch zur Innenwelt so zu regulieren, dass nicht ständig Stress entsteht.

Spätestens jetzt müssen wir versuchen, weitere Begriffe zu klären. Was ist denn dann eigentlich ein Affekt? Affekte sind einschießende heftige Gefühle, welche körperlich deutlich erlebbar sind, mit hoher psychischer Erregung einhergehen und meistens eine soziale Reaktion hervorrufen. Sie sind das Ergebnis unbewusster emotionaler Verarbeitungsprozesse. Oft werden Affekte als diffuse Zustände erlebt, die sich in körperlichen Reaktionen zeigen können: Anspannung, Druck in der Brust, Verkrampfung. Ein bewusster Zugang zum Auslöser besteht bei den Affekten – im Gegensatz zu den Emotionen – zumeist nicht. Emotionen beinhalten meist mehr kognitive Verarbeitungsprozesse und beziehen sich meist auf einen biografischen Kontext, was sie dem Bewusstsein zugänglicher machen. Affekte sind das von vornherein nicht.

Was ist nun ein Gefühl? Unter einem Gefühl verstehen Barbara Fredrickson (2011) und andere Forscher die subjektive Wahrnehmung einer Emotion. Die Fähigkeit, Gefühle zu haben und Gefühle zu regulieren, erfordert ein Bewusstsein seiner Selbst und des eigenen Verhältnisses zur Umwelt. Gefühle können wir benennen, oder wir können sie über Bilder mitteilen. Sie können körperlich, etwa im Atem, wahrgenommen werden. Gefühle können wir aber auch verstecken. Die innerlichen Gefühle können innerlich und äußerlich wahrnehmbar sein. Die Innerlichkeit eines Gefühls steht oft im Gegensatz zum beobachtbaren Ausdruck von Emotionen, der immer sichtbar ist.

Wir können auch noch einen Unterschied zu Stimmungen machen. Stimmungen sind unspezifisch, während Gefühle spezifischer auf konkrete Ziele, Anlässe, Personen und Kontexte bezogen sind. Gefühle sind immer von kurzer Dauer. Gefühle sind immer mit Emotionen verbunden, mit unserem Denken, unseren Wertehaltungen. Sie werden durch unsere Vorstellungen von der Zukunft, unsere früheren Lebenserfahrungen und Beurteilungen beeinflusst. Welche Gefühle wir letztendlich haben, entscheiden wir in unserem Kopf, und ohne Gefühle wäre uns alles egal. Die Stimmung ist länger andauernd als ein Gefühl – sie ist der atmosphärische Hintergrund in unserem Leben, zumindest über gewisse Phasen. Sie kann auch als Grundstimmung unser Leben maßgeblich beeinflussen – Optimismus versus depressive Grundstimmung zum Beispiel.

Insgesamt muss allerdings gesagt werden, dass keine scharfe Trennung zwischen Emotion, Affekt, Stimmung und Gefühl vorgenommen werden kann und wir sie alle durchaus, wie von C.G. Jung und auch den Positiven Psychologen vorgeschlagen, unter dem Begriff der Affektivität subsumieren können. Eine gute Zusammenfassung des bisher Gesagten bietet die Arbeitsdefinition von Barbara Fredrickson für Gefühle, für Emotionen: Sie sind kurz, dauern 3–30 s, umfassen mehrere Komponenten (Geist, Körper und System, also die Umwelt), werden von einer Sinnesbewertung eingeleitet und lösen eine sich selbst erhaltende Spirale aus, die das Unangenehme fortsetzen, aber auch das Angenehme entwickeln kann. In welche Richtung es geht, entscheiden wieder wir selbst.

2.4 Die Kunst der Gefühlsregulation

Dies bringt uns jedoch zu einer letzten, aber bei weitem nicht zu unterschätzenden, Dimension unseres Umgangs mit Gefühlen. Damit wir unsere Gefühle konstruktiv für ein erfolgreiches Dasein nutzen können, müssen wir in der Lage sein, sie angemessen zu regulieren, ihre Vorteile und Nachteile zu erkennen, Nutzen aus ihnen zu ziehen und Schädigendes, Hinderliches wegzulassen. Diesen Vorgang nennt die Psychologie Affektregulation, oder, weiter gefasst: Aufbau einer Selbstkontrolle oder Selbstregulation. Es ist zum Beispiel wunderbar und schön, immer sofort zuzugreifen und den nächsten lustvollen Augenblick zu erleben. Auf die Dauer allerdings fördert ein solches Vorgehen, wie Cole (2013) von der University of California in Los Angeles herausgefunden hat, weder unser Wohlbefinden noch unsere Gesundheit. Im Gegenteil – es erhöht sogar unseren Stresspegel. Affektive Emotionsregulation in der positiven Richtung heißt auch verzichten lernen. Welche wichtige Rolle dies für unser ganzes Leben spielt, zeigte Mischel (2016) in seinem berühmten Experiment – dem sogenannten Marshmallow-Test. Dabei boten sie 4-jährigen Kindern Süßigkeiten an und stellten sie vor eine sogar für manchen Erwachsenen sehr schwere Wahl: Entweder sie würden die Süßigkeit sofort essen, oder aber sie würden eine gewisse Zeit warten und würden dafür eine zweite Süßigkeit als Belohnung erhalten. Dies gelang einigen, aber bei weitem nicht allen Kindern. Mischel konnte an Hand dieser Studie die Fähigkeit des sogenannten Belohnungsaufschubs, also der eigenen Möglichkeit, seine Impulse gut zu kontrollieren, mit einem späteren Erfolg in akademischen, emotionalen und sozialen Situationen in Verbindung bringen. Dies lässt den Schluss zu, dass die Erreichung langfristiger Ziele umso eher gelingt, je besser eine Person ihre momentanen Bedürfnisse kontrollieren kann.

Wie wichtig diese Impulskontrolle auch in anderen Lebenslagen ist, wird vor allem bei negativen Emotionen deutlich. Es ist offensichtlich, welche Auswirkung es hat, wenn wir unserer Wut, unserem Ärger entweder gegen uns selbst oder nach außen freien Lauf lassen. Auch hier kommt es darauf an, unsere Wut, unseren Ärger, unsere Verachtung zu kultivieren, zu regulieren, uns selbst kontrollieren zu können.

Wo und wie lernen wir nun diese Selbstregulation oder Selbstkontrolle? Joachim Bauer (2015), der berühmte deutsche Neuropsychiater und Psychotherapeut, gibt darauf eine klare Antwort. Bei unseren Interaktionen mit unseren Mitmenschen, in unserer Sozialisation lernen wir Kontrolle und Selbstkontrolle. Diese Selbstkontrolle kann auch nachgelernt werden. Es gibt begünstigende und hemmende Faktoren zur Entwicklung unserer Selbstkontrolle. Joachim Bauer (2015) führt Folgende an:

Begünstigungsfaktoren:

  • Innehalten, mit sich in Kontakt kommen
  • Gute soziale Beziehungen
  • Im Gespräch mit guten Ratgebern bleiben
  • Sport, Yoga
  • Meditation, MBSR (Mindful Based Stress Reduction)

Hemmnisse:

  • Ständige Ablenkung vom Selbst
  • Einsamkeit
  • Psychischer Stress
  • Bindungsstörungen
  • Laissez-Faire-Lebensstil

Was bedeutet dies nun für unser Buch »Scham, Wut und Coolness bei Jugendlichen«? Wie sehr Emotionen unser Leben beeinflussen und regulieren und wie wichtig grundlegende Gefühle sind, ist nun sehr deutlich geworden. Ganz offensichtlich ist Scham eines dieser grundlegenden Gefühle. Im nächsten Kapitel wollen wir diese Emotion – das Gefühl der Scham –, ihre Bedeutung und ihre Auswirkungen auf das Leben und die Entwicklung unserer Jugendlichen, aber auch von uns selbst, sowie ihre Rolle im zwischenmenschlichen Austausch und im gesellschaftlichen Rahmen genauer betrachten.

2.5 Zusammenfassung

Als Emotionen bezeichnet man Reaktionsmuster menschlichen Erlebens, die unvermittelt auftreten können. Sie entstehen immer auf einen Auslöser hin und haben entscheidenden Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln. Auf einen Reiz hin werden Impulse im limbischen System, entweder im Ekelzentrum oder im Lustzentrum, ausgelöst, die dann durch unser Großhirn überformt werden. Gelingt dieser Balanceakt angemessen, können grundlegende Gefühle ihre konstruktive Energie entfalten, wie dies etwa bei Angst der Fall sein kann. Auch Scham ist eine solch grundlegende Emotion, die ganz offensichtlich für Beziehungsregulation zuständig ist, wie wir im nächsten Kapitel sehen werden.

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