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Leseprobe »Das Federleicht-Prinzip«: Ein federleichtes Arbeitsleben

Wäre es nicht schön, ganz entspannt im richtigen Job erfolgreich zu sein? Wenn es keine Stressfaktoren und Selbstzweifel mehr gäbe und die Arbeit wirklich Spaß machte? Eine Leseprobe
Entspanntes Gesicht

Authentisch und entspannt erfolgreich sein. Klingt herrlich, oder? Aber mal ehrlich: Wie oft hast du das Gefühl, dass du dich verbiegst, um anderen zu gefallen oder um den Erwartungen gerecht zu werden, die an dich gestellt werden: im Job, in der Familie und in der Freizeit? Wie sehr bemühst du dich darum, dass es den Menschen in deinem Umfeld gut geht und dass sie sich in deiner Umgebung wohlfühlen, selbst wenn dir gerade gar nicht danach ist oder dir andere das Leben schwermachen? Wie oft bist du alles andere als entspannt?

Anstatt einen gemütlichen Abend zu verbringen, bei einem kühlen Glas Rosé und einer Fußmassage von deinem Partner, mit dem du gemeinsam in Urlaubserinnerungen schwelgst und dich darüber freust, was du wieder so alles geschafft hast, sitzt du immer noch im Büro, weil du deinen Bericht dringend noch mal überarbeiten musst, weil er noch nicht perfekt ist. Oder du kommst abgespannt nach Hause, weil du kaum Pausen gemacht hast: Es war einfach so viel zu tun, da kann man eben nichts machen. Du ärgerst dich regelmäßig über deine Kollegen, die nicht aus den Puschen kommen, oder über deine Chefin, die nicht sieht, was du tagtäglich leistest, dafür aber euer lange vereinbartes Meeting vergessen und dich einfach versetzt hat. Statt also den Feierabend zu genießen, bist du angespannt, innerlich unruhig und kannst nur schwer herunterfahren, fühlst dich wie gefangen. Denn da sind nicht nur die Erwartungen der anderen, sondern auch noch deine eigene Erwartung, alles richtig zu machen, immer dein Bestes zu geben oder gar eine Überperformance abzuliefern. Immer freundlich, immer hoch motiviert und natürlich immer superschnell.

Puh, das ist ja schon beim Schreiben anstrengend! Wenn du dich so oder so ähnlich fühlst, solltest du das unbedingt ändern. Denn es geht auch anders, oder besser gesagt: federleicht. Eine Anleitung, wie du deinen Partner zur Fußmassage motivierst, haben wir leider nicht. Aber wie du es dir zukünftig im Beruf leichter machen kannst, das können wir dir gerne verraten. Wir haben für uns den Traum der federleichten Karriere verwirklicht und kennen viele engagierte Frauen, denen das ebenfalls gelungen ist und die ihre Denk- und Verhaltensmuster nachhaltig verändert haben. Sie alle haben uns berichtet, dass sie sich seit ihrem Change-Prozess federleicht fühlen. Das hat uns auch auf die Idee gebracht, dieses Buch »Das Federleicht-Prinzip« zu nennen.

Du wirst lernen, wie du einen unbändigen Glauben an dich selbst entwickelst. Wie du dich reflektierst, ohne dich selbst zu verunsichern oder zu blenden. Wie du deine Erfolge lieben lernst und dich selbst dabei besser kennen lernst. Wie du eine solide Basis schaffst, die dafür sorgt, dass du sicher und selbstbewusst deine Frau stehst – in allen Lebenslagen und vor allem bei Gegenwind. Du wirst lernen, nicht mehr allen gefallen zu müssen und Versagensängste und Minderwertigkeitsgefühle zu stoppen. Und auch wie du deine übermenschlichen Erwartungen auf ein gesundes und befriedigendes Maß herunterschraubst. Denn du kannst dir Ecken und Kanten erlauben und mit weniger Anstrengung noch erfolgreicher werden – auch wenn du das im Moment vielleicht noch nicht für möglich hältst!

In Teil 1 geht es um die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen. Wir schauen uns genauer an, was generell Selbstzweifel auslösen kann, werfen einen detaillierten Blick auf das Impostor-Syndrom und seine Folgen und stellen dir unser Federleicht-Prinzip und dessen Vorzüge vor. Du erfährst außerdem, inwiefern sich ein verändertes Mindset auf dein Wohlbefinden auswirken und dein Leben in vielerlei Hinsicht erleichtern kann.

In Teil 2 geht es dann um die konkrete praktische Umsetzung. Dort findest du zahlreiche Übungen und Tipps, um deine Selbstzweifel, Unsicherheiten und Ängste besser zu erkennen, zu analysieren und abzubauen, souverän mit Herausforderungen im Arbeitsleben umzugehen und ein Erfolgs-Mindset zu entwickeln, das dir zu mehr Gelassenheit und Leichtigkeit im Job verhelfen kann. Damit vergrößerst du deine Career-Happiness und schaffst dir allmählich ein zufriedeneres, federleichtes Leben.

Wir wünschen dir viel Spaß bei der Lektüre und vor allem bei der Umsetzung der Methoden, Tipps und Tricks!

TEIL 1: FEDERLEICHT ERFOLGREICH WERDEN

Mögliche Auslöser für Selbstzweifel

Um das gleich zu Beginn klarzustellen: Jeder von uns kennt Momente des Selbstzweifels und der Unsicherheit und hat Ängste. Das ist menschlich und nicht verwerflich. Doch sie sind echte Leichtigkeitskiller! Wenn sich unsere Gedanken im Kreis drehen oder ein Eigenleben zu entwickeln scheinen, kann das überwältigend und beängstigend sein. Wenn wir alles zerdenken und infrage stellen, ist das ein Sabotageprogramm, denn unsere Selbstzweifel hindern uns, unser wahres Potenzial zu entfalten, unsere Ziele entspannt zu verfolgen und auch zu erreichen und ein federleichtes Leben zu leben. Sie sorgen stattdessen dafür, dass wir uns überarbeiten und uns permanent gestresst fühlen. Oftmals erreichen wir zwar unsere Ziele – manchmal aber nur mit Ach und Krach – und können durchaus Erfolge verbuchen, doch wir können sie leider nicht genießen.

Die gute Nachricht ist: Du kannst lernen, besser mit deinen Selbstzweifeln, Unsicherheiten und Ängsten umzugehen. Geht das von heute auf morgen? Nein, es ist ein Prozess. Wirst du dann nie wieder an dir zweifeln, dich unsicher oder ängstlich fühlen? Nein, es ist Teil des Menschseins, dass du solche Gefühle hegst. Entscheidend ist, dass du den Glauben an dich stärkst und erkennst, was du alles kannst und weißt. Und dass du, wenn dich Selbstzweifel plagen, Strategien hast, um ihnen souverän zu begegnen.

Die Trigger für Selbstzweifel sind vielfältig. Schauen wir uns im Folgenden die wichtigsten an.

Pessimistisches Katastrophendenken

Katastrophendenken übertreibt mögliche Gefahren, obwohl es irrational ist, »davon auszugehen, dass Umstände, die man negativ interpretieren kann, zwangsläufig zu katastrophalen Ereignissen in der Zukunft führen werden. Es sind die Mücken, die sich in der Phantasie zu Elefanten auswachsen«. Von diesen Elefanten fühlen sich viele Selbstzweiflerinnen magisch angezogen. Sie fallen damit hierzulande auch gar nicht weiter auf, weil sie mit ihren finsteren Einschätzungen die vielzitierte stereotype German Angst widerspiegeln. Diese entflammt Zweifel an uns selbst, an unserer Gesellschaft und an einer besseren, schöneren Zukunft. Das führt schnurstracks in eine berufliche und emotionale Sackgasse, denn sie trauen sich weniger und ziehen alles in Zweifel: Warum studieren, wenn die Welt doch dem Untergang geweiht ist? Warum Kinder zeugen, wenn die Umweltzerstörung ihnen kein gesundes Klima bieten wird? Warum Geld sparen, wenn es keine Zinsen gibt und der nächste Crash absehbar ist? Diese Angst vor dem Untergang ist laut der Journalistin und Autorin Sabine Magnet die Folge »einer nicht mehr so sozialen Marktwirtschaft, eines globalisierten Wettbewerbs, einer Gier-Geiz-Mentalität, einer Mutation des Erfolgsbegriffs und einer digitalen Bewertungsmaschinerie«. Es sei demnach nicht weiter verwunderlich, dass so viele Menschen sich inkompetent vorkommen und Versagensängste haben.

Eine pessimistische Zukunftssicht befeuert tiefgründige Gedanken, deren Wahrheitsgehalt niemand kennt, die uns aber bereits heute Sorgen bereiten und Angst einjagen können. Statt Vorfreude – wie sie Optimistinnen pflegen – setzen Selbstzweiflerinnen auf zukünftige Horrorszenarien. Sie malen sich ihre Zukunft kritisch bis katastrophal aus, obwohl es anders und vor allem viel besser kommen könnte.

Federleicht-Tipp: Die Zukunft hängt auch von unserem Handeln ab, denn wir sind es, die die nächsten Jahrzehnte gestalten werden. Es ist also ein gewaltiger Unterschied, ob du deine Zukunft mit Tatkraft angehst oder dich aufgrund von Selbstzweifeln, Unsicherheiten und Ängsten ausbremst und deinem vermeintlich unausweichlichen Schicksal ergibst.

Scham und Schuld

Manche Selbstzweiflerinnen schämen sich auch, weil es ihnen – trotz der zu erwartenden Katastrophen – objektiv betrachtet gut geht. Sie können die leichten Momente ihres Lebens nicht genießen angesichts des Elends auf dieser Welt. Das widerspräche ihrer selbstkasteienden Philosophie, deren Leitsatz lautet: »Erst wenn es meinem Umfeld gut geht, darf auch ich das Leben genießen.«

Dieses Phänomen findet sich häufig in helfenden Berufen: Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Pflegerinnen oder Ärztinnen sind umgeben von Leid und Not. Es fällt vielen von ihnen schwer, tagsüber die Patienten und Klienten mit ihren Sorgen zu begleiten und abends entspannt ihr Leben zu genießen und auch mal ausgelassen zu feiern.

Federleicht-Tipp: Das ist verrückt, denn genau umgekehrt sollte es sein. Gerade wegen der sinnvollen, helfenden, guten Arbeit am Menschen sollten sie abends feiern und die Sektkorken knallen lassen! Und das gilt auch für dich: In Modul 13 geht es darum, Erfolge anzuerkennen und zu feiern.

Stigmatisierung von Minderheiten

Selbstzweifel können auch entstehen, wenn die Betroffenen zu einer Minderheit zählen oder von anderen Mitgliedern der Gesellschaft in die Minderheitenecke gedrängt werden. Sie spüren, dass sie nicht dem Mainstream der Gesellschaft entsprechen – vielleicht weil sie als Frauen in einem männerdominierten Beruf tätig sind. Oder weil sie als Menschen mit arabischen, russischen, türkischen, polnischen, afghanischen oder asiatischen Wurzeln nicht als Teil Deutschlands betrachtet werden, obwohl sie in der Bundesrepublik geboren sind und besser Hochdeutsch sprechen als alle Bayern und Sachsen zusammen, hier Steuern zahlen und damit den deutschen Staat unterstützen. Nichtsdestotrotz wird ihnen von Teilen der Gesellschaft immer wieder das Gefühl vermittelt, dass sie fremd sind im eigenen Land.

Dieses »Racial-Impostor-Syndrom« ist eine Stigmatisierung, die viel zu weit verbreitet ist. Die Betroffenen müssen ein hohes Maß an Eigenlob aktivieren, um sich »normal« oder zugehörig zu fühlen, egal ob der Minderheitenstatus kulturell, religiös oder sexuell bestimmt ist. Sich zwischen verschiedenen gesellschaftlich-kulturellen Anforderungen als Minderheit zu bewegen, ist mühsam und beschwerlich. Solche Selbstzweifel können sich mit der Zeit in Form von hinderlichen Glaubenssätzen verfestigen (mehr dazu in Kapitel 4).

Auswirkungen der Sozialisation

Unterbewusste Auslöser für Selbstzweifel und Selbstkritik finden sich zudem in unserer Sozialisation. Familiendynamiken beeinflussen uns im Kindesalter, etwa wenn wir für besondere Leistungen gelobt und geliebt werden, aber eben nicht um unser selbst willen. Aufgrund des prägenden, primär familiären Einflusses studieren Nachkommen von Juristen oft Rechtswissenschaften und die Töchter von Ärztinnen entscheiden sich häufig für ein Medizinstudium. Und Unternehmern gefällt es, wenn ihre Töchter den Wunsch äußern, später in den Familienbetrieb einzusteigen. Dass dieser Einfluss auch in kriminellen Familien vorherrscht, habe ich (Jens) in meiner kriminologischen Laufbahn immer wieder feststellen müssen. Die »Theorie der differentiellen Assoziation« erklärt dieses Phänomen: Wir geben unser Know-how an die nächste Generation weiter, egal ob es dabei um das Subsumieren juristischer Texte, den Umgang mit dem Skalpell, die Verinnerlichung der Unternehmenswerte oder die Organisation von Hehlerware geht.

Erziehung und Sozialisation prägen uns also im Guten wie im Schlechten. Wenn man uns schlecht geprägt hat, weil man uns signalisiert hat, dass wir nicht gut genug sind, um den Erwartungen unserer Familie gerecht zu werden, dann haben wir ein schweres Päckchen zu tragen. Ein Päckchen, das uns belastet, weil es unser Selbstvertrauen ankratzt, unsere Selbstzweifel befeuert und unsere Ideen im Keim erstickt, weil wir von außen mit Bedenken überschüttet werden:

  • »Ein Studium ist doch bei dir reine Zeitverschwendung!«
  • »Ein Sabbatical? Eine Auszeit vom Job nehmen – das ist total irre, das macht man nicht!«
  • »Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass du einen besseren Job finden kannst?«
  • »Du und Kite-Surfen? Nie im Leben!«
  • »Das ist doch totaler Quatsch! Was du immer denkst …«

Unerfüllte familiäre Erwartungen

Solange der Nachwuchs den Wünschen der Erziehungsberechtigten entsprechend agiert und die nötigen schulischen und akademischen Leistungen abrufen kann, ist alles bestens. Doch was, wenn nicht? Die Konflikte mit den ehrgeizigen Eltern sind dann programmiert.

Birte erfüllt die Erwartungen ihrer Eltern nicht. Sie nimmt zwar an einer teuren Privatuniversität ein Psychologiestudium auf, sehr zur Freude ihrer Eltern – beide Psychologen. Doch schon am Ende des ersten Semesters erkennt sie ihre Fehlentscheidung. Der wissenschaftliche Rahmen und das Gelaber ihrer Kommilitonen gehen ihr derart auf den Geist, dass sie ihr Studium schmeißt. Von heute auf morgen, ohne dass ihre entsetzten Eltern noch hätten intervenieren können.

»Und was willst du jetzt machen?«, wollen die Eltern wissen.

»Ich werde mit einem neuen Onlineprodukt durchstarten, an dem ich seit einem Jahr heimlich bastele«, erwidert Birte.

»Mit was, bitte?« Ihre Eltern können damit gar nichts anfangen, und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Sie verstehen auch nicht, als Birte sich für mehrere Tausend Euro einen Funnel einrichten lässt, um ihr neues Onlineprodukt zu vermarkten. Was ist bloß mit ihrem Kind los? Beide wundern sich allerdings schon bald, dass ihre Tochter ein deutlich höheres Einkommen generiert als die Eltern zusammen. Wie kann denn das sein?

Ihre Tochter versucht es zu erklären: »Ich polarisiere und skaliere mein Produkt hoch!«

Das verwirrt die Alten noch mehr. Ihr Traum von der Psychologen-Tochter mit eigener Praxis ist zerplatzt. Sie sind enttäuscht – trotz des materiellen Erfolgs ihrer Tochter.

Wenn die Kinder aus der Perspektive ihrer Eltern »versagen«, weil der zunächst nicht ganz freiwillig gewählte Beruf sie überfordert oder sie – so absurd das auch in manchen Ohren klingen mag – völlig andere Wünsche und Träume für ihr Leben haben als ihre Eltern, folgen Konflikte und Liebesentzug leider allzu oft auf dem Fuße:

  • »Was, du willst in die Pflege gehen, statt Chefärztin zu werden?«
  • »Was, du willst diese brotlose Kunst studieren?«
  • »Was, du willst eine handwerkliche Ausbildung machen und Tischlerin werden?«

Die herbe Enttäuschung steht vielen ambitionierten Eltern dann ins Gesicht geschrieben – und mit ihren Zweifeln öffnen sie eben leider auch den Selbstzweifeln ihrer Töchter Tür und Tor. Diese bräuchten jedoch den Support ihrer Eltern bei ihren ersten Karriereschritten und nicht deren Mahnung vor und Unzufriedenheit mit ihrem eingeschlagenen Weg.

Das »soziale Schaf« der Familie

Wenn es schlecht läuft, fördert der Familieneinfluss einen psychologischen Abwertungseffekt, der den Schäfchen-Typ fördert – also einen Mädchen-Typ, der zu naiv durchs Leben geht und mehr zum Opfer, als zur Macherin prädestiniert ist: »Personen mit Impostor-Selbstkonzept wachsen oft in Familien auf, in denen einem nahen Familienmitglied die Rolle des Intelligenten zugeschrieben wird. Dem Kind, das ein Impostor-Selbstkonzept entwickelt, wird dann eher vermittelt, dass es das hübsche, einfühlsame und soziale Kind ist.« So sozial und einfühlsam, dass man in puncto Karriere und Erfolg nicht zu viel von ihm erwartet. Ein Schäfchen eben. Nicht intelligent, aber nett.

Leider endet die Leseprobe an dieser Stelle. Das Buch bietet den Rest des Kapitels und mehr über »Das Federleicht-Prinzip. Das Geheimnis der entspannten Karriere«.

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