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Im Beitrag wird erklärt, dass eine komplette Sonnenmasse in Form von Energie die Raumzeit krümmt. Ist dies evtl. die sagenumwobene dunkle Energie, die nicht sichtbar ist. Wie viele solche Ereignisse gibt es im gesamten Universum? Wie viel unsichtbare Energie krümmt die Raumzeit und ist präsent ohne von uns wahrgenommen zu werden?
Stellungnahme der Redaktion
Die Gravitationswellen dieser Art koennen nicht die Dunkle Energie erklaeren oder ersetzen. Offenbar gibt es in dem von LIGO erreichbaren Teil des Universums rund ein solches Ereignis pro Jahr, und damit im ganzen Universum bis zur kosmischen Hintergrundstrahlung somit einige tausend pro Jahr. Damit bilden sie einen unglaublich kleinen Anteil der gesamten Energie im Universum, weniger als ein Milliardstel der normalen Materie (ca. 4 Prozent), von der der Dunklen Materie (ca. 26 Prozent) ganz zu schweigen.
Zu der zweiten Frage: Die gesamte Dunkle Energie stellt ca. 70 Prozent des Energie-Inhalts des Universums dar.
Die Überschrift des Beitrags impliziert, dass das Universum an einem Punkt oder einer Sphäre "weit draußen" zu Ende sei. Damit sollte es dann aber auch ein "außerhalb des Universums" geben -- selbst wenn dort "Nichts" ist. Ob dies der Fall ist, wissen wir nicht.
Es ist aufgrund der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts wohl so, dass wir von der Erde aus einen Teil des Universums überblicken können, eine Sphäre mit einem Radius von 13,798 Mrd. Lichtjahren, an deren Mittelpunkt wir uns natürlich immer befinden. Von jenseits dieser Sphäre erhalten wir keine Signale, was aber nicht bedeuten muss, dass dort nichts ist. Vielleicht geht es danach unendlich weiter -- auch wenn dies außerhalb unseres Vorstellungsvermögens liegen mag.
Stellungnahme der Redaktion
Herr Kiwitt sieht den Sachverhalt vollkommen richtig: Es ist der Rand des beobachtbaren Universums gemeint. Das ist dem Autor des zitierten Beitrags beim Scheiben auch bewusst gewesen; man sollte ihm die kleine künstlerische Freiheit und die schnoddrige Kürze des Titels ("Ende des Universums") nachsehen, denke ich.
Ein bisschen klappern gehört auch in diesem Fall zum Handwerk, obwohl man dabei jedoch auch stets die Gratwanderung zwischen Seriosität und Unterhaltsamkeit im Auge behalten muss.
Immerhin hat die kleine Ungenauigkeit Herrn Kiwitt diese schöne Gelegenheit zu seiner Klarstellung gegeben. Durch die Hinzufügung seines Leserbriefs erhält der Artikel einen zusätzlichen didaktischen Wert. Kleine Anmerkung dazu: Der angegebene Radius der beobachtbaren Sphäre des Universums ist heute ca. 43 (nicht knapp 14) Milliarden Lichtjahre und war damals als das Licht ausgesandt wurde, das uns heute nach 13,798 Mrd. Lichtjahren erreicht, nur grob eine halbe Million Lichtjahre groß. Aber das ist nur ein Detail in dem grundsätzlich wertvollen Diskussionsbeitrag.
Nachtrag vom 27. April 2017, 8:56:34 Uhr MESZ: Die Funkverbindung zu Cassini kam wie geplant zustande. Cassini hat den ersten Durchflug zwischen Saturn und seinen Ringen überstanden! Die Datenübertragung beginnt.
Der Essay von Ernst Peter Fischer erregte schon beim ersten diagonalen Überfliegen mein Misstrauen, was mich dazu veranlasste seine Anmerkungen zu Millikan genau zu lesen. Tatsächlich stellt Fischer sehr sportliche Behauptungen auf:
- "Als sich im frühen 20. Jahrhundert der Physiker Millikan an seine erwähnten Messungen machte, da war die Elementarladung der Materie zunächst nur ein Wunschkind seiner Fantasie."
Während meines Studiums der Physik von 1969 - 1974 lernte ich, dass Thomson 1897 die von Stoney bereits 1874 aufgestellte Hypothese der Existenz von Elementarladungen bestätigte und 1906 dafür den Nobelpreis für Physik erhielt. Anlässlich des Essays von Fischer habe ich mich der Mühe unterzogen, die beiden Originalveröffentlichungen von Millikan durchzulesen und finde bestätigt was ich seinerzeit gelernt habe: Millikan geht es nicht darum, die Existenz von Elementarladungen nachzuweisen, sondern deren Größe möglichst präzise zu bestimmen.
- "Um daraus etwas Faktisches zu machen, publizierte Millikan nicht sämtliche Messungen, die er unternommen hatte. Er veröffentlichte nur, was ihm gepasst und gefallen hat ..."
Diese Behauptung stellt Fischer ohne weitere Belege für deren Richtigkeit in den Raum. Tatsächlich hat sich David Goodstein in "In Defense of Robert Andrews Millikan" sehr ausführlich mit dieser Frage beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass Millikan sehr gute Gründe für das Weglassen von Punkten hatte ("Of the remaining 75 or so, he chose 58 for publication. Millikan’s standards for acceptability were exacting").
- "Hätte Millikan tatsächlich all seine Daten präsentiert, hätten die Fakten nicht so schnell erkennen lassen, dass es eine Elementarladung gibt."
Mit dieser Behauptung bestätigt Fischer, was er mit seinen ersten beiden Behauptungen sagen möchte. Tatsächlich gibt es aber wegen der Faktenlage keinen vernünftigen Grund für diese beiden Behauptungen.
das Bild gefällt mir sehr gut. Besonders interessant finde ich auch die gute Wiedergabe von McNeils Nebel. Dieser kometarische veränderliche Nebel, entdecktvon Jay Mc Neil, einem Astroamateur, leuchtet im Licht eines jungen Sterns bei dessen Ausbrüchen und ist demzufolge nicht immer sichtbar.
Seit Mitte der 1980er Jahre wird die Erforschung Schwarzer Löcher am Max- Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn betrieben. Das MPIfR betreibt das Global Millimeter mm-VLBI Array (http://www.mpifr-bonn.mpg.de/div/vlbi/globalmm/) und ist seit den ersten 1mm VLBI Test am Event Horizon Teleskopes (EHT) beteiligt. Nach den durchgeführten VLBI Beobachtungen werden die Daten des EHT an den VLBI Korrelatoren des MIT in Boston und des MPIfR in Bonn ausgewertet. Die beiden Korrelatoren in Boston und in Bonn teilen sich dabei die Arbeitslast. Die Daten des GMVA werden z.Z. ausschliesslich in Bonn korreliert.
Vielen Dank für den großartigen Beitrag zum Ende der Cassini Mission. Schade, dass es zu Ende geht. Eine Frage bleibt: Wäre es nicht möglich gewesen, die Sonde so zu lenken, dass sie ein Teil des Ringsystems wird? Dann hätte sie noch so lange Daten und Fotos schicken können, wie die Nuklearbatterien Energie liefern.
Stellungnahme der Redaktion
Auch in diesem Falle wäre es nicht auszuschließen gewesen, dass die Sonde langfristig durch gravitative Bahnstörungen oder die Kollision mit einem anderen Ringkörper oder Meteoriten auf einen der möglicherweise belebten Saturnmonde gestürzt wäre und diesen hätte biologisch verschmutzen können.
Vielleicht habe ich ja ein falsches Verständnis für Gravitation, aber wie können bitte Gasriesen Objekte "abdrängen"? Sie müssten sie doch eigentlich eher anziehen bei geringerer Distanz.
Stellungnahme der Redaktion
Ganz richtig, sie ziehen diese Objekte an. Aber solche Anziehung kann durchaus zum Abdrängen nach außen im Sonnensystem führen. Dieser Effekt tritt nicht nur natürlicherweise auf, sondern wird in der wissenschaftlichen Raumfahrt sogar technisch genutzt: Durch nahe Vorbeiflüge an Erde oder Venus werden Raumsonden nach "draußen" zu Jupiter, Saturn oder Pluto "gekickt", die sonst mit heutigen Raketen gar nicht erreichbar wären. U.B.
Die genannten Ergebnisse sind keine wirkliche Überraschung, sondern werden schon lange vermutet. Wenn hier aber wirklich der Prozess nun besser verstanden sein sollte, so muss er auch erklären, warum die der Sonne doch viel näher stehende Erde davon nicht in diesem Ausmaß betroffen ist - und viel mehr noch die heiße Venus. Nicht der Prozess scheint mir das wissenschaftliche Problem, sondern der Unterschied für die genannten Planeten.
Stellungnahme der Redaktion
Es sind mindestens zwei wichtige Unterschiede: Die wesentlich geringere Masse, und das fehlende Magnetfeld.
Eine Bestätigung des schon lange (z.B. von Tobias Owen) angenommenen "Runaway Freezer" Effektes, bei dem am Ende die wärmenden Rückkopplungen zusammenbrechen. Auch in der Atmosphäre bei gemäßigten Temperaturen vorhandene Wasserdampf, das stärkste aller Treibhausgase, unterliegt der Photodossoziation, und abgespaltener Wasserstoff entweicht schon aufgrund der geringen Schwerkraft des Mars ins All. Mehrere Effekte greifen ineinander: Photodissoziation durch solare UV Strahlung spaltet Moleküle in leichtere Moleküle auf. Da der Mars kein schützendes Magnetfeld besitzt "bläst" der Sonnenwind die Atmosphäre nach und nach davon. Die Atmosphäre kühlt aus, und kälteres Gas kann weniger Wasserdampf halten. Regen, womöglich stark kohlensäurehaltig, geht auf dem Planeten nieder. Sauerstoff und CO2 werden in Gestein gebunden. Irgendwann ist ein Kipp-Punkt erreicht, an dem die Temperaturen immer weiter abnehmen, bis schließlich ein Zustand erreicht ist, an dem praktisch kein Wasserdampf mehr in der Atmosphäre vorhanden ist und alles Wasser und CO2 nur noch chemisch gebunden und als ewiges Eis vorliegen. Das ist der heutige Zustand. Der Erde droht das Gegenteil: das Runaway Greenhouse.
Im Beitrag "Ein Weltensplitter, der Asteroid 2017 BQ6" wird erwähnt, dass auf den mit der 70-Meter-Antenne des Deep Sky Networks gemachten Bildern des o.g. Asteroiden Details mit 3,8 Metern zu erkennen sind. Die Entfernung betrug die 6,6-fache Distanz Erde-Mond. Wäre es so nicht möglich, die Apollo-Landemodule bzw. -Autos von der Erde aus zu "sehen", zumal diese sich wegen ihrer metallenen Beschaffenheit mit Radar gut vom Mondboden unterscheiden lassen sollten?
Stellungnahme der Redaktion
Ich denke nein, würde mich aber von Experten auf dem Felde durchaus korrigieren lassen. Die hohe Auflösung der Radar"bilder" von erdnahen Kleinplaneten ist keine Winkelauflösung im Sinne eines üblichen Bildes. Bei diesen "Bildern" ist die senkrechte Koordinate die Laufzeit der Radarwelle von der Antenne zum Objekt und zurück. In dieser Richtung wird tatsächlich eine räumliche Auflösung von wenigen Metern erreicht - aber nicht in einer üblichen Bildebene quer zur Blickrichtung, sondern parallel zu der Blickrichtung des Beobachters. Und es gibt nur Information von der "Vorderseite" eines reflektierenden Objekts. Eine Kugel wäre also zum Beispiel nicht von einer langen in Blickrichtung stehenden (und vorne abgerundeten) Stange unterscheidbar, auch nicht von einer Halbkugel.
Die waagrechte Koordinate ist in Wahrheit keine räumliche, sondern eine Geschwindigkeits-Koordinate. Sie repräsentiert die Frequenzverschiebung durch den Dopplereffekt. Sie lässt sich bei einem rotierenden Körper grob in eine räumliche Querkoordinate übersetzen (nämlich orthogonal zur Blickrichtung und zur Projektion der Rotationsachse auf die Himmelskugel). Aber wirklich nur grob!
Wenn der Körper rasch genug rotiert, dann kann in dieser seltsamen Koordinate tatsächlich eine Auflösung erreicht werden, deren räumliches Äquivalent einigen Metern entspricht. Wenn er dagegen nicht rotiert, oder die Richtung der Rotationsachse nahe der Blickrichtung des Radarsystems liegt, dann gibt es überhaupt keine räumliche Auflösung. Dann entartet das Radar"bild" zu einem ausdehnungslosen senkrechten Strich.
Nun aber zum Mond:
Zwei Punkte sprechen dagegen, dass Apollo-Objekte auf dem Mond mit Radar zu erkennen wären. Erstens rotiert der Mond vom Radarsystem aus gesehen nicht - wegen seines gebundenen Umlaufs. Damit bleibt nur die Tiefenauflösung (senkrechte Achse der Radar"bilder") um überhaupt Einzelheiten unterscheiden zu können. Und hierbei kommt der zweite Punkt in's Spiel: Bei der selben Entfernung (Tiefenkoordinate), in der die wenige Quadratmeter großen Apollo-Objekte von der Radarantenne stehen, liegen stets auch viele, viele Quadratkilometer der Mondoberfläche. Das Signal von dem winzigen technischen Objekt geht einfach in der Reflexion des riesigen natürlichen Himmelskörpers unter. Die Fläche, die ein Radioteleskop von der Erde aus mit einem optimal gebündelten Strahl auf dem Mond "ausleuchtet", liegt bei Hunderttausenden von Quadratkilometern!
Dieses Problem gibt es bei dem einsam im Weltraum schwebenden winzigen Asteroiden 2017 BQ6 selbstverständlich nicht.
Vielen Dank für die Antwort. Diese beruht offenbar auf Erklärungen, wie man sie auch beim Bullet-Cluster antrifft und wodurch dieser als "Beweis" für Dunkle Materie herhalten muss. Es macht wenig Sinn, darüber zu streiten, solange die Natur der Dunklen Materie nicht aufgeklärt ist oder bis die der Dunklen Materie zugeordneten Phänomene anderen Ursachen zugeordnet worden sind. Eine ausführlichere Darstellung der Dynamik von Galaxien und Materieverhalten in galaktischer Frühzeit in einem der nächsten Spektrum-Hefte wäre sehr hilfreich. Vorerst freue ich mich, dass Spektrum der Wissenschaften zunehmend auch über alternative Ideen berichtet - wie in Heft 4 demnächst.
"Dabei werden kurzwellige Spektralbereiche herausgefiltert und nur das langwelligere blaue Licht gestreut." Es kommt natürlich darauf an, mit was man vergleicht, aber in dem für solche Bilder relevanten Spektralbereich ist blau dann doch eher kurzwellig ; )
Stellungnahme der Redaktion
Vielen Dank für den Hinweis - Sie haben völlig recht. Und ich dachte eigentlich auch, dass ich das vor dem Publizieren noch korrigiert gehabt hätte. Aber das war wohl ein Vorfeierabendirrtum.
Mit freundlichen Grüßen Daniel Lingenhöhl Redaktion Spektrum.de
Gravitationswellen als Dunkle Energie ?
02.06.2017, Robert Neuner, ChemnitzDie Gravitationswellen dieser Art koennen nicht die Dunkle Energie erklaeren oder ersetzen. Offenbar gibt es in dem von LIGO erreichbaren Teil des Universums rund ein solches Ereignis pro Jahr, und damit im ganzen Universum bis zur kosmischen Hintergrundstrahlung somit einige tausend pro Jahr. Damit bilden sie einen unglaublich kleinen Anteil der gesamten Energie im Universum, weniger als ein Milliardstel der normalen Materie (ca. 4 Prozent), von der der Dunklen Materie (ca. 26 Prozent) ganz zu schweigen.
Zu der zweiten Frage: Die gesamte Dunkle Energie stellt ca. 70 Prozent des Energie-Inhalts des Universums dar.
U.B.
Oder eine Dysonsphäre!
29.05.2017, Jaque de RoekAm Ende des Universums ?
25.05.2017, Eckhardt Kiwitt, FreisingEs ist aufgrund der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts wohl so, dass wir von der Erde aus einen Teil des Universums überblicken können, eine Sphäre mit einem Radius von 13,798 Mrd. Lichtjahren, an deren Mittelpunkt wir uns natürlich immer befinden.
Von jenseits dieser Sphäre erhalten wir keine Signale, was aber nicht bedeuten muss, dass dort nichts ist. Vielleicht geht es danach unendlich weiter -- auch wenn dies außerhalb unseres Vorstellungsvermögens liegen mag.
Herr Kiwitt sieht den Sachverhalt vollkommen richtig: Es ist der Rand des beobachtbaren Universums gemeint. Das ist dem Autor des zitierten Beitrags beim Scheiben auch bewusst gewesen; man sollte ihm die kleine künstlerische Freiheit und die schnoddrige Kürze des Titels ("Ende des Universums") nachsehen, denke ich.
Ein bisschen klappern gehört auch in diesem Fall zum Handwerk, obwohl man dabei jedoch auch stets die Gratwanderung zwischen Seriosität und Unterhaltsamkeit im Auge behalten muss.
Immerhin hat die kleine Ungenauigkeit Herrn Kiwitt diese schöne Gelegenheit zu seiner Klarstellung gegeben. Durch die Hinzufügung seines Leserbriefs erhält der Artikel einen zusätzlichen didaktischen Wert. Kleine Anmerkung dazu: Der angegebene Radius der beobachtbaren Sphäre des Universums ist heute ca. 43 (nicht knapp 14) Milliarden Lichtjahre und war damals als das Licht ausgesandt wurde, das uns heute nach 13,798 Mrd. Lichtjahren erreicht, nur grob eine halbe Million Lichtjahre groß. Aber das ist nur ein Detail in dem grundsätzlich wertvollen Diskussionsbeitrag.
U. Bastian
Cassini lebt!
27.04.2017, Tilmann DenkMehr oder weniger postfaktisch: FAKE NEWS von Ernst Peter Fischer
24.04.2017, Karl Mistelberger, Erlangen- "Als sich im frühen 20. Jahrhundert der Physiker Millikan an seine erwähnten Messungen machte, da war die Elementarladung der Materie zunächst nur ein Wunschkind seiner Fantasie."
Während meines Studiums der Physik von 1969 - 1974 lernte ich, dass Thomson 1897 die von Stoney bereits 1874 aufgestellte Hypothese der Existenz von Elementarladungen bestätigte und 1906 dafür den Nobelpreis für Physik erhielt. Anlässlich des Essays von Fischer habe ich mich der Mühe unterzogen, die beiden Originalveröffentlichungen von Millikan durchzulesen und finde bestätigt was ich seinerzeit gelernt habe: Millikan geht es nicht darum, die Existenz von Elementarladungen nachzuweisen, sondern deren Größe möglichst präzise zu bestimmen.
- "Um daraus etwas Faktisches zu machen, publizierte Millikan nicht sämtliche Messungen, die er unternommen hatte. Er veröffentlichte nur, was ihm gepasst und gefallen hat ..."
Diese Behauptung stellt Fischer ohne weitere Belege für deren Richtigkeit in den Raum. Tatsächlich hat sich David Goodstein in "In Defense of Robert Andrews Millikan" sehr ausführlich mit dieser Frage beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass Millikan sehr gute Gründe für das Weglassen von Punkten hatte ("Of the remaining 75 or so, he chose 58 for publication. Millikan’s standards for acceptability were exacting").
- "Hätte Millikan tatsächlich all seine Daten präsentiert, hätten die Fakten nicht so schnell erkennen lassen, dass es eine Elementarladung gibt."
Mit dieser Behauptung bestätigt Fischer, was er mit seinen ersten beiden
Behauptungen sagen möchte. Tatsächlich gibt es aber wegen der Faktenlage
keinen vernünftigen Grund für diese beiden Behauptungen.
Zu M78 und NGC 2017
12.04.2017, Wolfgang Quester, EsslingenBeste Grüße
Wolfgang Quester
VLBI bei Millimeter Wellenlängen, wissenschaftliches Auswertezentrum in Bonn
08.04.2017, Thomas KrichbaumEnde der Cassini Mission
07.04.2017, Gerd Winkler, CottbusVielen Dank für den großartigen Beitrag zum Ende der Cassini Mission. Schade, dass es zu Ende geht. Eine Frage bleibt: Wäre es nicht möglich gewesen, die Sonde so zu lenken, dass sie ein Teil des Ringsystems wird? Dann hätte sie noch so lange Daten und Fotos schicken können, wie die Nuklearbatterien Energie liefern.
Auch in diesem Falle wäre es nicht auszuschließen gewesen, dass die Sonde langfristig durch gravitative Bahnstörungen oder die Kollision mit einem anderen Ringkörper oder Meteoriten auf einen der möglicherweise belebten Saturnmonde gestürzt wäre und diesen hätte biologisch verschmutzen können.
U.B.
Abdrängen durch Gravitation?
05.04.2017, Gerd Hoffmann, HalleGanz richtig, sie ziehen diese Objekte an. Aber solche Anziehung kann durchaus zum Abdrängen nach außen im Sonnensystem führen. Dieser Effekt tritt nicht nur natürlicherweise auf, sondern wird in der wissenschaftlichen Raumfahrt sogar technisch genutzt: Durch nahe Vorbeiflüge an Erde oder Venus werden Raumsonden nach "draußen" zu Jupiter, Saturn oder Pluto "gekickt", die sonst mit heutigen Raketen gar nicht erreichbar wären.
U.B.
Offene Frage
04.04.2017, Ulrich Heemann, RonnenbergEs sind mindestens zwei wichtige Unterschiede: Die wesentlich geringere Masse, und das fehlende Magnetfeld.
U.B.
Runaway Freezer mit Kipp-Punkt
02.04.2017, Stefan Thiesen, SelmKann man Apollo Landemodule/Autos mit dem Deep Sky Network "sehen"?
01.04.2017, Peter Gärtner, DuisburgWäre es so nicht möglich, die Apollo-Landemodule bzw. -Autos von der Erde aus zu "sehen", zumal diese sich wegen ihrer metallenen Beschaffenheit mit Radar gut vom Mondboden unterscheiden lassen sollten?
Ich denke nein, würde mich aber von Experten auf dem Felde durchaus korrigieren lassen. Die hohe Auflösung der Radar"bilder" von erdnahen Kleinplaneten ist keine Winkelauflösung im Sinne eines üblichen Bildes. Bei diesen "Bildern" ist die senkrechte Koordinate die Laufzeit der Radarwelle von der Antenne zum Objekt und zurück. In dieser Richtung wird tatsächlich eine räumliche Auflösung von wenigen Metern erreicht - aber nicht in einer üblichen Bildebene quer zur Blickrichtung, sondern parallel zu der Blickrichtung des Beobachters. Und es gibt nur Information von der "Vorderseite" eines reflektierenden Objekts. Eine Kugel wäre also zum Beispiel nicht von einer langen in Blickrichtung stehenden (und vorne abgerundeten) Stange unterscheidbar, auch nicht von einer Halbkugel.
Die waagrechte Koordinate ist in Wahrheit keine räumliche, sondern eine Geschwindigkeits-Koordinate. Sie repräsentiert die Frequenzverschiebung durch den Dopplereffekt. Sie lässt sich bei einem rotierenden Körper grob in eine räumliche Querkoordinate übersetzen (nämlich orthogonal zur Blickrichtung und zur Projektion der Rotationsachse auf die Himmelskugel). Aber wirklich nur grob!
Wenn der Körper rasch genug rotiert, dann kann in dieser seltsamen Koordinate tatsächlich eine Auflösung erreicht werden, deren räumliches Äquivalent einigen Metern entspricht. Wenn er dagegen nicht rotiert, oder die Richtung der Rotationsachse nahe der Blickrichtung des Radarsystems liegt, dann gibt es überhaupt keine räumliche Auflösung. Dann entartet das Radar"bild" zu einem ausdehnungslosen senkrechten Strich.
Nun aber zum Mond:
Zwei Punkte sprechen dagegen, dass Apollo-Objekte auf dem Mond mit Radar zu erkennen wären. Erstens rotiert der Mond vom Radarsystem aus gesehen nicht - wegen seines gebundenen Umlaufs. Damit bleibt nur die Tiefenauflösung (senkrechte Achse der Radar"bilder") um überhaupt Einzelheiten unterscheiden zu können. Und hierbei kommt der zweite Punkt in's Spiel: Bei der selben Entfernung (Tiefenkoordinate), in der die wenige Quadratmeter großen Apollo-Objekte von der Radarantenne stehen, liegen stets auch viele, viele Quadratkilometer der Mondoberfläche. Das Signal von dem winzigen technischen Objekt geht einfach in der Reflexion des riesigen natürlichen Himmelskörpers unter. Die Fläche, die ein Radioteleskop von der Erde aus mit einem optimal gebündelten Strahl auf dem Mond "ausleuchtet", liegt bei Hunderttausenden von Quadratkilometern!
Dieses Problem gibt es bei dem einsam im Weltraum schwebenden winzigen Asteroiden 2017 BQ6 selbstverständlich nicht.
U. Bastian
Dynamik der Dunklen Materie in der galaktischen Frühzeit
30.03.2017, Gert WeigeltEine ausführlichere Darstellung der Dynamik von Galaxien und Materieverhalten in galaktischer Frühzeit in einem der nächsten Spektrum-Hefte wäre sehr hilfreich.
Vorerst freue ich mich, dass Spektrum der Wissenschaften zunehmend auch über alternative Ideen berichtet - wie in Heft 4 demnächst.
War die kleinere Galaxie vielleicht mal größer?
29.03.2017, Friedrich Gebhardt, BonnSonnenbrand auf Pluto
28.03.2017, MarcGyverEs kommt natürlich darauf an, mit was man vergleicht, aber in dem für solche Bilder relevanten Spektralbereich ist blau dann doch eher kurzwellig ; )
Vielen Dank für den Hinweis - Sie haben völlig recht. Und ich dachte eigentlich auch, dass ich das vor dem Publizieren noch korrigiert gehabt hätte. Aber das war wohl ein Vorfeierabendirrtum.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Lingenhöhl
Redaktion Spektrum.de