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Ist es nicht möglich, dass die gravitativen Kräfte durch das System Pluto-Charon ausgelöst werden? Charon ist doch nur rund halb so groß wie Pluto und dabei gerade mal 19500 Kilometer in Mittel entfernt. Die dabei entstehenden Kräfte müssten doch um ein Vielfaches höher sein, als zum Beispiel zwischen Erde und Mond. Ich denke, beide kneten sich gegenseitig durch und verändern so ständig ihre Oberflächen.
F.G. Siggi Exner
Stellungnahme der Redaktion
Sehr geehrter Herr Exner,
bei Pluto und Charon liegt ein Sonderfall vor, da beide Himmelskörper doppelt gebunden rotieren. Das bedeutet, sowohl Pluto als auch Charon wenden sich jeweils die gleiche Seite zu und rotieren in 6,4 Tagen scheinbar wie eine starre Hantel um ihren Schwerpunkt. Die Bahnen von Pluto beziehungsweise Charon um den gemeinsamen Schwerpunkt des Systems, der rund 1200 Kilometer außerhalb von Pluto auf der Verbindungslinie zu Charon liegt, sind ausgesprochen kreisförmig. Somit kommt es bei der Rotation der beiden Körper um ihre Achsen praktisch zu keiner Libration, so dass sich die Gezeitenberge auf beiden Himmelskörpern nicht verschieben. Somit kann es im Inneren beider Objekte keine Gezeitenreibung geben, welche Pluto und Charon aufheizen könnte.
Möglicherweise wurde Charon kurz nach der Entstehung des Pluto-Charon-Systems vor rund 4,5 Milliarden Jahren durchgewalkt, als beide Körper noch nicht gebunden rotierten. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass Pluto nur rund 18 Prozent der Masse des Erdmonds aufweist und somit nur geringe Gezeitenkräfte erzeugen kann. Die Schwerkraft an der Oberfläche des Zwergplaneten beträgt nur rund sechs Prozent derjenigen der Erde.
Ein sehr gut und klar geschriebener Artikel (Ausnahme: "die Aufnahmen der Kamera LORRI, dem Long Range Reconnaissance Imager" - wieso "dem" und nicht "des"?). Die Darstellung des ambitionierten Unternehmens ist bestens gelungen. Unklar blieb mir, wieso die Resonanz 2:3 der Neptun-und Plutoumläufe "sicherstellt, dass sich Neptun und Pluto niemals zu nahe kommen können" (Heft S. 39). Wieso verhindert eine solche Resonanz, dass beide Himmelskörper zur selben Zeit am selben Ort sind? Zur Namensgebung der Monde: wenn alle Monde (wie Pluto selbst) Namen aus dem griechisch-römischen Sagenkreis erhalten haben, müsste "Nix" eigentlich "Nyx" (die Nacht) heißen. Ich hoffe auf einen ebenso guten weiteren Artikel nach Eintreffen der Daten!
Stellungnahme der Redaktion
Die 2:3-Resonanz bewirkt, dass Neptun seinen Nachbarn Pluto (bzw. auch die anderen Plutinos) stets im gleichen Abschnitt von dessen Bahn innen „überholt“ – nämlich einmal bei jeweils drei Neptun- bzw. zwei Pluto-Umläufen. Es ist ein Bereich der elliptischen und geneigten Plutobahn, der besonders weit von der praktisch kreisförmigen Neptunbahn entfernt liegt: die Umgebung des Aphels von Pluto. Die detaillierten geometrischen Verhältnisse sind in der englischen Version von Wikipedia sehr schön illustriert, siehe https://commons.wikimedia.org/wiki/File:OrcusandPlutoRotatingFrame.gif bzw. https://en.wikipedia.org/wiki/Plutino
Bezüglich des Artikels "Ptolemäus und sein Weg nach Europa" im Heft 7/2015 habe ich die folgende Frage: wie erklärte Ptolemäus in seinem Weltbild, dass die Planeten Merkur und Venus nie die ganze Nacht über zu sehen sind?
Stellungnahme der Redaktion
Das wurde dadurch erreicht, dass ihre Umlaufzeit um die Erde exakt gleich der der Sonne war, und sie somit ihre Epizykel stets um die geozentrische Position der Sonne herum ausführen konnten.
Besteht ein Zusammenhang zwischen dem "Schweren, späten Bombardement" der inneren Planeten (siehe zum Beispiel SuW 10/2013, S. 18) und der Wanderung der äußeren Planeten "Planetenmigration", bei der Uranus und Neptun ihre Orbits tauschten? (siehe SuW 6/2015, S. 27). Gibt es dafür Indizien, Beweise? Bei dieser Migration müsste doch einiges an Kometen- und Planetesimal-Material umhergeschleudert worden sein!
Stellungnahme der Redaktion
Der Bahntausch ist einer der möglichen Mechanismen zur Erzeugung des "Late Heavy Bombardment", aber es ist keinseswegs sicher, dass er die tatsächliche (oder alleinige) Ursache ist. Sicher ist dagegen, dass in der Tat bei dieser Migration riesige Mengen an Kometen- und Planetesimalen-Material "umhergeschleudert" worden sein müssen. Auch dass sie wirklich stattgefunden hat, ist zunehmend sicher.
Die Sonde ist seit 2006 unterwegs. Verfolge das Ganze seitdem, fast ein Jahrzehnt ist vergangen, wenn sie nun ihre finalen Bilder vom Ziel schickt. Bin echt gespannt wie es dort aussieht … Bilder und Daten von einer fernen, kalten und fremden Welt.
>Schon auf ihrem Weg dahin fotografiert das Raumfahrzeug immer wieder den Himmelskörper - und lässt Astronomen rätseln:...Im linken Bild erkennt man eine große helle Fläche am rechten Rand Plutos...<
Sehr gleichförmig, viereckig, fast quadratisch. Entweder ein Bildfehler, zu unscharf aufgrund der noch recht großen Entfernung, weshalb die Fläche nur so gleichmäßig aussieht...oder man hat den Todesstern entdeckt. Der Name "Pluto" würde ja zumindest passen...
Ich bin gespannt auf weitere Bilder und den Vorbeiflug.
Zum Leserbrief von Klaus Geier aus Iserlohn in SuW 7/2015:
Ich muss Herrn Geier absolut recht geben, wenn er auf die Fürsorgepflicht der Schulen hinweist. Sie sollte aber noch konsequenter angewandt werden: Im Chemie- und Physikunterricht sollten keine aktiven Experimente mehr durchgeführt werden, sondern den Schülern ausschließlich Filme derselben gezeigt werden. Im Sportunterricht wären dementsprechend Aufzeichnungen der letzten Olympiade zu zeigen. Am besten kämen die Kinder gar nicht mehr zur Schule und würden dann online unterrichtet. Das würde der Fürsorgepflicht zum Vorteil gereichen. Willkommen im virtuellen Leben.
Auf dem Bild "Schächte unter die Oberfläche" sind Strukturen zu sehen, die wie zwei Menschen aussehen. Rechts unten.
Stellungnahme der Redaktion
Neben dem guten alten "Mann im Mond" und dem berühmten "Marsgesicht" gibt es jetzt also auch das "Alte Ehepaar auf der Kometen-Bank". Vielen Dank an Herrn Kabitz fuer den Hinweis.
(i) Eine wirklich schöne Formulierung: "Wenn ein Roboter um den Mond fliegt und sieht, wie der Blaue Planet langsam aufgeht, sagt er nicht: "Boah ey!" Fliegt dagegen ein Astronaut um die Erde und schildert, wie eine dünne Luftschicht unseren Lebensraum vom Schwarz des Weltalls trennt, ist das eine kulturelle Leistung." (ii) "Die verschwenden dafür allerdings auch keine Steuergelder." Wie kommt der Interviewer denn dazu, kulturelle Leistungen als Verschwendung zu bezeichnen?
Es freut mich zu hören, dass der neue ESA-Generaldirektor endlich auch in Europa wieder Raumfahrt-Visionen verwirklichen will. Eine Mondbasis wäre dafür ein Anfang. Bleibt zu hoffen, dass seinen Worten auch bald Taten folgen. Dafür viel Erfolg!
Hallo, ein paar Anmerkungen zu den empfundenen Farben:
Es ist eigentlich recht einfach, sich die Farbverhältnisse unter einem M-Stern vorzustellen: wenn ein Innenraum nachts mit typischen warm-weißen LED Lampen oder Halogenlampen beleuchtet ist, entspricht das ungefähr einem Farbwert von 2700 K, also einem nicht allzu heißen M-Stern. Ohne Vergleich mit anderen, heißeren Lichtquellen erscheint uns das Licht weiß, weil unser Sehsystem einen gut funktionierenden automatischen Weiß-Abgleich hat. Wie gut der funktioniert kann man z.B. daran erkennen, dass man unter einem gelben Sonnenschirm keineswegs alle Gegenstände gelb sieht, sondern nach kurzer Gewöhnungsphase in natürlichen Farben. Nur im Vergleich mit Tageslicht erscheint eine warm-weiße Lichtquelle gelblich. Der Farbabgleich hat natürlich Grenzen: Kerzenlicht wird wohl jeder als gelblich empfinden (1500 K).
Der M-Stern selbst würde also weiß, aber bei weitem nicht so grell wirken wie die Sonne, da nach dem Planckschen Strahlungsgesetz die abgestrahlte Energie mit der 4. Potenz der Temperatur geht, und sich nach dem Wienschen Verschiebungsgesetz auch noch das Spektrum verschiebt. Insgesamt dürfte die Leuchtdichte der „Sonnen“-Scheibe des betrachteten M-Sterns (2700 K) im sichtbaren Bereich ungefähr zwei Größenordnungen geringer sein als die Leuchtdichte unserer Sonne, wohl ähnlich wie ein direkter Blick in eine Halogenlampe.
Ich habe soeben Ihren faszinierenden Artikel über das Observatorio del Teide auf Teneriffa gelesen. Ich war im Dezember 2011 auf Teneriffa, über das Observatorio wusste ich damals aber leider nichts. Ende 2014 haben wir unseren Urlaub auf La Palma verbracht und ich habe die Sternwarten auf dem Roque de los Muchachos besichtigt. Bei Interesse, hier ist mein Bericht mit vielen Fotos (und Videos): http://volkerhoff.com/reisebericht-la-palma-teil-4-auf-dem-roque-de-los-muchachos/ In diesem Sinne: immer clear skies!
"Jugendliches" Aussehen von Pluto und Charon
16.07.2015, Siegfried ExnerF.G.
Siggi Exner
Sehr geehrter Herr Exner,
bei Pluto und Charon liegt ein Sonderfall vor, da beide Himmelskörper doppelt gebunden rotieren. Das bedeutet, sowohl Pluto als auch Charon wenden sich jeweils die gleiche Seite zu und rotieren in 6,4 Tagen scheinbar wie eine starre Hantel um ihren Schwerpunkt. Die Bahnen von Pluto beziehungsweise Charon um den gemeinsamen Schwerpunkt des Systems, der rund 1200 Kilometer außerhalb von Pluto auf der Verbindungslinie zu Charon liegt, sind ausgesprochen kreisförmig. Somit kommt es bei der Rotation der beiden Körper um ihre Achsen praktisch zu keiner Libration, so dass sich die Gezeitenberge auf beiden Himmelskörpern nicht verschieben. Somit kann es im Inneren beider Objekte keine Gezeitenreibung geben, welche Pluto und Charon aufheizen könnte.
Möglicherweise wurde Charon kurz nach der Entstehung des Pluto-Charon-Systems vor rund 4,5 Milliarden Jahren durchgewalkt, als beide Körper noch nicht gebunden rotierten. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass Pluto nur rund 18 Prozent der Masse des Erdmonds aufweist und somit nur geringe Gezeitenkräfte erzeugen kann. Die Schwerkraft an der Oberfläche des Zwergplaneten beträgt nur rund sechs Prozent derjenigen der Erde.
Dr. Tilmann Althaus
Redaktion "Sterne und Weltraum"
Danke 2
12.07.2015, Michael GroepperIch hoffe auf einen ebenso guten weiteren Artikel nach Eintreffen der Daten!
Die 2:3-Resonanz bewirkt, dass Neptun seinen Nachbarn Pluto (bzw. auch die anderen Plutinos) stets im gleichen Abschnitt von dessen Bahn innen „überholt“ – nämlich einmal bei jeweils drei Neptun- bzw. zwei Pluto-Umläufen. Es ist ein Bereich der elliptischen und geneigten Plutobahn, der besonders weit von der praktisch kreisförmigen Neptunbahn entfernt liegt: die Umgebung des Aphels von Pluto. Die detaillierten geometrischen Verhältnisse sind in der englischen Version von Wikipedia sehr schön illustriert, siehe https://commons.wikimedia.org/wiki/File:OrcusandPlutoRotatingFrame.gif bzw. https://en.wikipedia.org/wiki/Plutino
Super!
12.07.2015, Patrick Schikowski, Ilmenau, ThüringenDanke
10.07.2015, Ronny SterneckerSternfinsternispfad verlief weiter nordöstlich.
09.07.2015, Ralf Schönfeld, Seeth-EkholtWie erklärten die Ptolemäer, daß Merkur und Venus nie die ganze Nacht über zu sehen sind?
09.07.2015, Harald LutzDas wurde dadurch erreicht, dass ihre Umlaufzeit um die Erde exakt gleich der der Sonne war, und sie somit ihre Epizykel stets um die geozentrische Position der Sonne herum ausführen konnten.
Late Heavy Bombardement vor ca. 4 Miliarden Jahren
08.07.2015, Konrad Marek, BuchloeDer Bahntausch ist einer der möglichen Mechanismen zur Erzeugung des "Late Heavy Bombardment", aber es ist keinseswegs sicher, dass er die tatsächliche (oder alleinige) Ursache ist. Sicher ist dagegen, dass in der Tat bei dieser Migration riesige Mengen an Kometen- und Planetesimalen-Material "umhergeschleudert" worden sein müssen. Auch dass sie wirklich stattgefunden hat, ist zunehmend sicher.
Eine lange Reise
08.07.2015, ShiTodesstern
07.07.2015, Jay U. MartinSehr gleichförmig, viereckig, fast quadratisch. Entweder ein Bildfehler, zu unscharf aufgrund der noch recht großen Entfernung, weshalb die Fläche nur so gleichmäßig aussieht...oder man hat den Todesstern entdeckt. Der Name "Pluto" würde ja zumindest passen...
Ich bin gespannt auf weitere Bilder und den Vorbeiflug.
Die Fürsorgepflicht bei Sonnenfinsternissen - zu Ende gedacht
06.07.2015, Gerhard Weiland, KölnZum Leserbrief von Klaus Geier aus Iserlohn in SuW 7/2015:
Ich muss Herrn Geier absolut recht geben, wenn er auf die Fürsorgepflicht der Schulen hinweist. Sie sollte aber noch konsequenter angewandt werden: Im Chemie- und Physikunterricht sollten keine aktiven Experimente mehr durchgeführt werden, sondern den Schülern ausschließlich Filme derselben gezeigt werden. Im Sportunterricht wären dementsprechend Aufzeichnungen der letzten Olympiade zu zeigen. Am besten kämen die Kinder gar nicht mehr zur Schule und würden dann online unterrichtet. Das würde der Fürsorgepflicht zum Vorteil gereichen. Willkommen im virtuellen Leben.
Komet Tschurjumow-Gerasimenko bewohnt?
03.07.2015, H. Kabitz, BerlinNeben dem guten alten "Mann im Mond" und dem berühmten "Marsgesicht" gibt es jetzt also auch das "Alte Ehepaar auf der Kometen-Bank". Vielen Dank an Herrn Kabitz fuer den Hinweis.
Schöne Formulierung & missglückte Frage
27.06.2015, Rüdiger Kuhnke(ii) "Die verschwenden dafür allerdings auch keine Steuergelder." Wie kommt der Interviewer denn dazu, kulturelle Leistungen als Verschwendung zu bezeichnen?
Mit Visionen muss man nicht zum Arzt ;-)
27.06.2015, Detlef KöhlerZum Leserbrief "Die Farben der Sterne" in SuW 5/2015
12.05.2015, Dr. Thomas Scharnagl, TiefenbachHallo, ein paar Anmerkungen zu den empfundenen Farben:
Es ist eigentlich recht einfach, sich die Farbverhältnisse unter einem M-Stern vorzustellen: wenn ein Innenraum nachts mit typischen warm-weißen LED Lampen oder Halogenlampen beleuchtet ist, entspricht das ungefähr einem Farbwert von 2700 K, also einem nicht allzu heißen M-Stern. Ohne Vergleich mit anderen, heißeren Lichtquellen erscheint uns das Licht weiß, weil unser Sehsystem einen gut funktionierenden automatischen Weiß-Abgleich hat. Wie gut der funktioniert kann man z.B. daran erkennen, dass man unter einem gelben Sonnenschirm keineswegs alle Gegenstände gelb sieht, sondern nach kurzer Gewöhnungsphase in natürlichen Farben. Nur im Vergleich mit Tageslicht erscheint eine warm-weiße Lichtquelle gelblich. Der Farbabgleich hat natürlich Grenzen: Kerzenlicht wird wohl jeder als gelblich empfinden (1500 K).
Der M-Stern selbst würde also weiß, aber bei weitem nicht so grell wirken wie die Sonne, da nach dem Planckschen Strahlungsgesetz die abgestrahlte Energie mit der 4. Potenz der Temperatur geht, und sich nach dem Wienschen Verschiebungsgesetz auch noch das Spektrum verschiebt. Insgesamt dürfte die Leuchtdichte der „Sonnen“-Scheibe des betrachteten M-Sterns (2700 K) im sichtbaren Bereich ungefähr zwei Größenordnungen geringer sein als die Leuchtdichte unserer Sonne, wohl ähnlich wie ein direkter Blick in eine Halogenlampe.
Toller Artikel über das Observatorio del Teide auf Teneriffa
03.05.2015, Volker Hoff, BrühlEnde 2014 haben wir unseren Urlaub auf La Palma verbracht und ich habe die Sternwarten auf dem Roque de los Muchachos besichtigt. Bei Interesse, hier ist mein Bericht mit vielen Fotos (und Videos):
http://volkerhoff.com/reisebericht-la-palma-teil-4-auf-dem-roque-de-los-muchachos/
In diesem Sinne: immer clear skies!