{"title":"Burgess-Schiefer: 3","body":"<BR><\/BR><STRONG>Burgess-Schiefer<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Bekannt sind u. a. Vertreter von &#252;ber 100 Gattungen der Gliederf&#252;&#223;er (Trilobiten u. a.; 35%), Pfeilw&#252;rmer und Borstenw&#252;rmer (13%) sowie Schw&#228;mme (25%), ferner mit 27% die Gephyreen, Tentaculaten, Coelenteraten, Echinodermen, Mollusken, Brachiopoden, Priapuliden, Hemichordaten und Chordaten. Diese &#252;berregional bedeutsame Fundstelle &#252;berliefert die besterhaltenen kambrischen Fossilien weltweit und zeigt eine hohe Diversit&#228;t, d. h., die einzelnen Gruppen entwickelten sich bereits so weit auseinander, da&#223; man bei ihnen eine l&#228;ngere Evolution voraussetzen kann. Dabei besitzt die H&#228;lfte aller Arten kein mineralisiertes Innenskelett. Die Fauna des Kambriums und ihre Entwicklungsstufe sind weitaus vollst&#228;ndiger und richtiger widergespiegelt als durch die selektive Erhaltung anderer kambrischer Fundstellen. Die n&#228;chstj&#252;ngeren Faunen unterscheiden sich von der im Burgess-Schiefer bereits merklich. So schlie&#223;t diese Fauna Kenntnisl&#252;cken in der Wirbellosen-Evolution im &#228;lteren Pal&#228;ozoikum, da ansonsten gleichaltrige Fossillagerst&#228;tten weitgehend fehlen. Ebenso wird die alte Ansicht widerlegt, die Wirbellosen h&#228;tten erst im Verlauf des Kambriums eine sprunghafte Entfaltung erfahren. Vielmehr belegen die Burgess-Schiefer, da&#223; der Ursprung der meisten Invertebratengruppen weit im Pr&#228;kambrium liegen mu&#223;.<BR><\/BR><STRONG>Lit.:<\/STRONG> <I>Briggs, D.E.G., Erwin, D.H., Collier, F.J.:<\/I> The fossils of the Burgess Shale. Washington 1994. <I>Gould, S.J.:<\/I> Wonderful life: the Burgess Shale and the nature of history. New York 1989. <I>Tischlinger, H.:<\/I> Burgess. Am \"Heiligen Gral der Erdgeschichte\". &#8211; Fossilien, 1997\/5: 269&#8211;280. Weinstadt-Korb 1997.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}