{"title":"Sensitivierung: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Sensitivierung<\/STRONG>\n<P><I>Sensitivierung bei Aplysia: <\/I><BR><\/BR><A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11758'>Serotonin<\/A> und andere von erregenden Neuronen abgegebene <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8752'>Neurotransmitter<\/A> aktivieren Rezeptoren, die &#252;ber das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4923'>G-Protein<\/A> G<SUB>s<\/SUB> das Enzym <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/147'>Adenylatcyclase<\/A> aktivieren. Sie wandelt <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/144'>Adenosintriphosphat<\/A> in <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1842'>cAMP<\/A> um und erh&#246;ht dadurch die Konzentration dieses <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11623'>sekund&#228;ren Botens<\/A> in den sensorischen Neuronen. cAMP aktiviert die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/10370'>Proteinkinase A<\/A> (PKA), wobei diese in ihre beiden katalytischen und regulatorischen Untereinheiten dissoziiert. Die katalytischen PKA-Untereinheiten k&#246;nnen verschiedene Proteine phosphorylieren, d.h. deren Aktivit&#228;t durch r&#228;umliche Konformations&#228;nderungen modifizieren. Die Folgen sind 1) ein geringerer Einstrom von <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6354'>Kalium<\/A> &#252;ber <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6357'>Kaliumkan&#228;le<\/A>, was das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/293'>Aktionspotential<\/A> verl&#228;ngert, den Calcium-Einstrom &#252;ber die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1825'>Calciumkan&#228;le<\/A> vom N-Typ steigert und damit die Transmitterfreisetzung erh&#246;ht, 2) eine erh&#246;hte Mobilit&#228;t der mit Transmitter gef&#252;llten Vesikel und die Effizienz der Transmitterfreisetzung &#252;ber einen calciumunabh&#228;ngigen Mechanismus, 3) ein erh&#246;hter Calcium-Einstrom durch Calciumkan&#228;le vom L-Typ, was ebenfalls die Beweglichkeit der Vesikel erh&#246;ht. Eine Kooperation mit anderen biochemischen Reaktionsketten, z.B. &#252;ber die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7397'>MAP-Kinasen<\/A>, steigert die Wirksamkeit des cAMP-Systems noch. Au&#223;erdem aktiviert Serotonin in der Pr&#228;synapse die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/10372'>Proteinkinase C<\/A> &#252;ber einen anderen Rezeptor, das G-Protein G<SUB>o<\/SUB> und die Aktivierung einer <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2794'>Diacylglycerol<\/A> freisetzenden Phospholipase. Die Proteinkinase erh&#246;ht ebenfalls die Mobilit&#228;t der Vesikel. Alle diese Prozesse wirken kurzfristig <I>(Kurzzeitverst&#228;rkung)<\/I>, sind also Mechanismen des <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6825'>Kurzzeitged&#228;chtnisses<\/A>. Die <I>Langzeitverst&#228;rkung<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6909'>Langzeitged&#228;chtnis<\/A>) wirkt &#252;ber mehrere Tage und l&#228;nger. Sie beruht auf der Synthese neuer Proteine und der Ausbildung neuer Synapsen. Dies wird durch die PKA ausgel&#246;st, die in den Zellkern gelangt und dort Transkriptionsaktivatoren (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2506'>CREB<\/A>-Proteine) phosphoryliert und Gene aktiviert. Die Folge ist eine Synthese von Proteinen, die die cytologischen Ver&#228;nderungen bewirken und (&#252;ber die Ubiquitin-Hydrolase) die PKA-Aktivit&#228;t andauern lassen. Langzeithabituation f&#252;hrt dagegen zum Verlust <I>(<STRONG>E<\/STRONG> pruning)<\/I> von Synapsen, pro Neuron um bis zu einem Drittel.<\/P>"}