{"title":"Statolithen: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Statolithen<\/STRONG>\n<P>Die paarig angelegten Statocysten (von einem Haarpolster ausgekleidete Hohlr&#228;ume) der Weichtiere sind ektodermalen Ursprungs und befinden sich in der N&#228;he des <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4431'>Fu&#223;ganglions<\/A>, werden aber vom <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1990'>Cerebralganglion<\/A> innerviert. Die Statolithen bzw. Statoconien sind entweder mehr oder weniger frei beweglich (Muscheln und Schnecken) oder mit dem Sinnesepithel verwachsen (Tintenfische). Decapode Krebse besitzen Statocysten, die aus epidermalen Einst&#252;lpungen im Basalglied der ersten <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/688'>Antenne<\/A> entstanden sind. Diese sind von einer Chitincuticula, die ein Sinnespolster aufweist, ausgekleidet und bleiben oft durch eine &#214;ffnung mit der Au&#223;enwelt in Verbindung. Der Statolith wird nicht vom Tier selbst produziert, sondern besteht aus aufgenommenen Fremdk&#246;rpern (Kieselsplitter). Diese werden durch Sekret miteinander verbunden, wobei die Sinneshaare mit einbezogen werden. Bei jeder H&#228;utung werden die Statolithen zusammen mit dem Panzer abgeworfen. Bietet man nach einer H&#228;utung den Tieren nur Eisenpartikel zum Aufbau des Statolithen an, so werden auch diese verwendet. N&#228;hert man einem solchen Tier einen Magneten von der Seite, so erfolgen kompensatorische Gegenbewegungen. Dies beweist, da&#223; nicht der durch das Statolithengewicht ausgel&#246;ste Druck, sondern die durch die Statolithenverlagerung bedingten Zugkr&#228;fte erregungsausl&#246;send wirken. Einseitige Statolithenentfernung f&#252;hrt zun&#228;chst zu einer Ungleichgewichtslage (Schr&#228;gneigung) des Tieres, die innerhalb weniger Tage nerv&#246;s kompensiert wird. Dies ist f&#252;r die Krebse von gro&#223;er Bedeutung, da die paarigen Statolithen, nach jeder H&#228;utung neu aufgenommen, h&#228;ufig unterschiedliche Gewichte besitzen.<\/P>"}