{"title":"Carrier: 3","body":"<BR><\/BR><STRONG>Carrier<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Wirkungsweise der Carrier-Proteine<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Bewegliche Carrier, die sich mit dem zu transportierenden Substrat durch die Membran bewegen, treten nur k&#252;nstlich als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67313'>Transportantibiotika<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34511'>Ionophore<\/A>) auf. Die nat&#252;rlichen Carrier-Proteine sind Transmembranproteine, die durch eine entsprechende Anordnung der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3082'>amphipathischen Helices<\/A> (monomer oder oligomer) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33095'>hydrophile<\/A> Kan&#228;le in der Membran schaffen. Viele Carrier-Proteine weisen 6 oder 12 Membrandurchg&#228;nge auf, wobei letztere vermutlich eine Duplikatur der Grundeinheit mit 6 Durchg&#228;ngen darstellen. Selten findet man Kan&#228;le, die von &#946;-Faltbl&#228;ttern gebildet werden (wie z. B. bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/53169'>Porinen<\/A>). Diese integralen Proteine wirken durch Bindung bzw. L&#246;sung der zu transportierenden Stoffe an der jeweiligen Membranseite. Man geht davon aus, da&#223; die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8526'>Bindestellen<\/A> f&#252;r die zu transportierenden Molek&#252;le aufgrund von zyklischen Konformations&#228;nderungen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36805'>Konformation<\/A>) abwechselnd nach der Innen- und Au&#223;enseite der Membran gerichtet sind, wobei die Orientierung der Carrier-Proteine in der Membran jedoch fixiert bleibt und keine Rotation oder Diffusion der Carrier-Proteine durch die Membran erforderlich ist. Auf diese Weise kann ein Molek&#252;l, das auf einer Membranseite gebunden wird, allein durch Konformations&#228;nderung des betreffenden Carrier-Proteins der gegen&#252;berliegenden Membranseite zugekehrt werden, wo es sich vom Carrier-Protein abl&#246;st und damit durch die Membran transportiert ist. Der Carrier geht anschlie&#223;end in seine Ausgangskonformation zur&#252;ck, um ein weiteres Molek&#252;l transportieren zu k&#246;nnen. Ein derartiger Transport kann mit oder entgegen dem Konzentrationsgradienten erfolgen. Beispielsweise nehmen die meisten tierischen Zellen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28483'>Glucose<\/A> durch passiven Transport (als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68553'>Uniport<\/A>) aus der extrazellul&#228;ren Fl&#252;ssigkeit auf, wo der Zucker in relativ hoher Konzentration vorliegt. Diese Aufnahme erfolgt mit Hilfe von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28507'>Glucose-Translokatoren<\/A><I>,<\/I> permanent vorhandenen Transmembrankan&#228;len, die mit hydrophilen Aminos&#228;uren ausgekleidet sind. Durch Kopplung des Transportmechanismus an ATP-Hydrolyse (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/998'>Adenosintriphosphatasen<\/A>) oder an den gleichzeitigen Transport (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15546'>Cotransport<\/A>) von Ionen wie H<SUP>+<\/SUP> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70349'>Wasserstoff<\/A>), Na<SUP>+<\/SUP> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45392'>Natrium<\/A>), K<SUP>+<\/SUP> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35141'>Kalium<\/A>) in gleicher (Symport) oder entgegengesetzter (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4160'>Antiport<\/A>) Richtung k&#246;nnen mit Hilfe von Carrier-Proteinen Stoffe auch gegen ein Konzentrationsgef&#228;lle transportiert werden (aktiver Transport). Die auf dem Prinzip der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48395'>Osmose<\/A> beruhenden Transportvorg&#228;nge der Carrier sind &#8211; ebenso wie enzymatische Vorg&#228;nge &#8211; durch <I>K<\/I><SUB>M<\/SUB>- und <I>v<\/I>-Werte (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21649'>Enzyme<\/A>) charakterisiert. Der Carrier-Transport zeigt eine S&#228;ttigungscharakteristik und kann unreguliert (z. B. der Glucose-Translokator der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22505'>Erythrocyten<\/A>) oder reguliert (z. B. der spannungsabh&#228;ngige Natriumkanal [<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45413'>Natriumkan&#228;le<\/A>] der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46009'>Nervenzellen<\/A>) ablaufen. Werden bei einem Transport die Nettoladungen verschoben und damit das Membranpotential ver&#228;ndert, so spricht man von einem elektrogenen Transport.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}