{"title":"Chaperonine: 3","body":"<BR><\/BR><STRONG>Chaperonine<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Die ersten Chaperonine wurden in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6844'>Bakterien<\/A> gefunden. F&#252;r das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5533'>assembly<\/A> von Kopf- und Rumpfteilen bei der Bildung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6895'>Bakteriophagen<\/A> in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22571'>Escherichia coli<\/A> war die Funktion eines wirtseigenen Proteins notwendig. Dieses Protein, als GroEL bezeichnet, besteht aus einem Zylinder mit 2 &#252;bereinandergelegenen Ringen, in denen jeweils 7 identische Untereinheiten mit einer relativen Molek&#252;lmasse von 60 000 rotationssymmetrisch angeordnet sind (eine detailliertere Analyse gelang 1994 mittels <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57477'>R&#246;ntgenstrukturanalyse<\/A>). Jede dieser Untereinheiten besitzt eine Bindestelle f&#252;r ATP (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/997'>Adenosintriphosphat<\/A>). Ein sog. <I>Cochaperonin,<\/I> GroES, das aus einem Ring mit 7 identischen Untereinheiten mit einer relativen Molek&#252;lmasse von 10 000 besteht, bildet eine Kappe, die das Abdissoziieren von gebundenem Substratprotein aus dem Hohlraum des Zylinders verhindert. GroES koordiniert die ATP-Hydrolyse der GroEL-Untereinheiten, was zu koordinierten Zyklen von Bindung und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18727'>Dissoziation<\/A> des Substratproteins bzw. der Polypeptidkette f&#252;hrt. Dies erm&#246;glicht in der gesch&#252;tzten Umgebung des Zylinderhohlraums die allm&#228;hliche Verlagerung <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33099'>hydrophober<\/A> Reste in das Innere der Polypeptidkette, was nichtspezifische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1481'>Aggregation<\/A> verhindert und schlie&#223;lich zum Erreichen der nativen Konformation des Proteins beitr&#228;gt. Zu GroEL und GroES homologe Proteine wurden auch in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43286'>Mitochondrien<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13678'>Chloroplasten<\/A> von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22873'>Eukaryoten<\/A> gefunden, wo sie wesentlich bei der korrekten Faltung von Proteinen beteiligt sind, die aus dem <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16575'>Cytoplasma<\/A> in die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48119'>Organellen<\/A> importiert werden. In Mitochondrien werden sie in Anlehnung an die relativen Molek&#252;lmassen ihrer Untereinheiten als <I>Hsp60<\/I> und <I>Hsp10<\/I> bezeichnet, in Chloroplasten als <I>Cpn60<\/I> (fr&#252;her <I>Rubisco Binding Protein<\/I>) und <I>Cpn10<\/I>. In Struktur und Funktionsweise gleichen sie dem bakteriellen GroEL\/GroES-System. Ausnahme ist das plastid&#228;re Cpn60, bei dem der Ringkomplex aus 2 nichtidentischen Untereinheiten (Cpn60&#945; und Cpn60&#946;) aufgebaut ist. Weniger Homologien bestehen zu einem als <I>TRiC<\/I> bzw. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12592'>CCT<\/A> bezeichneten Protein, das in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4739'>Archaebakterien<\/A> und im Cytoplasma eukaryotischer Zellen gefunden wird. Es wird zwar auch zur Gruppe der Chaperonine gez&#228;hlt, im Unterschied zu den anderen Vertretern sind die 2 Ringe des Zylinders bei CCT jedoch nicht aus 7 (identischen), sondern aus 8 unterschiedlichen Untereinheiten zusammengesetzt. Au&#223;erdem besitzt CCT kein Cochaperonin, das den Zylinder verschlie&#223;t, und die Wirkung ist weitaus substratspezifischer.  \nM.B.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}