{"title":"Chiralitt: 6","body":"<BR><\/BR><STRONG>Chiralit&#228;t<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Es stellt sich die Frage nach der Herkunft der Chiralit&#228;t, und ob dieses Ph&#228;nomen sich im Laufe der Evolution gebildet hat oder schon existierte, als das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/38516'>Leben<\/A> entstand, bzw. ob die Chiralit&#228;t schon vorhanden gewesen sein mu&#223;, um die Entstehung des Lebens &#252;berhaupt erst zu erm&#246;glichen. Neuere Untersuchungen (1998\/99) deuten darauf hin, da&#223; zirkular polarisiertes Licht aus dem Weltall als Ursprung der H&#228;ndigkeit der Biomolek&#252;le anzusehen ist. Im <I>Murchison-<\/I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42528'>Meteoriten<\/A> fand man einen &#220;berschu&#223; von 3&#8211;9% linksh&#228;ndigen Aminos&#228;uren. Astronomische Beobachtungen der Molek&#252;lwolke OMC-1 (Orion Molecular Cloud) im Sternbild Orion, einer Ursprungsregion (\"Geburtsst&#228;tte\") neuer Sterne, zeigten, da&#223; bis zu 17% der Infrarotstrahlung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34044'>Infrarot<\/A>) und vermutlich auch der von der Erde aus nicht zu beobachtenden Ultraviolettstrahlung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68400'>Ultraviolett<\/A>) aus zirkular polarisiertem Licht besteht. Dieses polarisierte Licht entsteht durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64280'>Streuung<\/A> des linear polarisierten Lichts an Staubk&#246;rnern, die sich in einem interstellaren Magnetfeld ausgerichtet haben. Zirkular polarisiertes ultraviolettes Licht ist in der Lage, rechtsh&#228;ndige Aminos&#228;uren zu zerst&#246;ren. Die Chiralit&#228;t der Biomolek&#252;le auf der Erde k&#246;nnte sich unter dem Einflu&#223; der zirkular polarisierten Ultraviolettstrahlung eines Nachbarsterns gebildet haben; entsprechendes Material mit den &#252;briggebliebenen linksh&#228;ndigen Aminos&#228;uren k&#246;nnte auch &#252;ber Kometen auf die Erde gelangt sein. Nach dieser Ansicht w&#228;re die Entwicklung des Lebens nicht nur von den Bedingungen auf der Erde, sondern auch von extraterrestrischen Randbedingungen abh&#228;ngig. Kritiker dieser kosmischen Hypothese sind jedoch der Meinung, da&#223; derartige Unterschiede bei den hohen Temperaturen auf der Erde bzw. im Wasser wieder verschwunden sein m&#252;&#223;ten.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}