{"title":"Chitin: 6","body":"<BR><\/BR><STRONG>Chitin<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Durch Abspaltung der Acetylgruppen entsteht aus Chitin das <I>Chitosan,<\/I> ein universell einsetzbarer Rohstoff. Bisher erfolgt die Gewinnung des Chitosans durch mehrst&#252;ndiges Kochen des aus Krabbenschalen gewonnenen Chitins in hochkonzentrierter Natronlauge &#8211; ein wenig umweltfreundliches Verfahren, das in Zukunft durch ein enzymatisches Verfahren ersetzt werden k&#246;nnte. Gentechnologische Untersuchungen an Chitosan-bildenden Pilzen und Bakterien sollen die entsprechenden Enzyme aufsp&#252;ren. Chitosan l&#228;&#223;t sich vielf&#228;ltig verwenden: Es wird bereits zur Kl&#228;rung von Mineral- und Abw&#228;ssern genutzt, da es Bakterien, Proteine und Gerbs&#228;uren bindet. Au&#223;erdem ist es gegen W&#252;rmer, Viren und Pilze wirksam und hilft bei der Abscheidung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60270'>Schwermetallen<\/A>. Chitin ist ungiftig, und auch Chitosan hat sich im Tierversuch als wenig toxisch erwiesen. Chitosan scheint das Wachstum vieler Zelltypen zu stimulieren, es reduziert den Wasserverlust und erh&#246;ht die Geschmeidigkeit der Haut. Daher bietet sich ein Einsatz in der Medizin (Wundsalben, Folien; chirurgisches Nahtmaterial, das von hauteigenen Enzymen zersetzt wird) oder in Kosmetika (als Ersatz des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36671'>Kollagens<\/A>) an. Chitosan als Fettf&#228;nger, z. B. in Schlankheitsprodukten, k&#246;nnte eines Tages den \"reuelosen\" Genu&#223; fetthaltiger Produkte erm&#246;glichen. Als Zusatz f&#252;r rei&#223;festes Papier und schwer entflammbare Textilien ist Chitosan ebenfalls vorstellbar.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}