{"title":"Verhalten: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Verhalten<\/STRONG>\n<P><STRONG>1 <\/STRONG><I>Hirnreizungsexperimente und Verhalten:<\/I><BR><\/BR>Werden Kaimane im Bereich des ventromedialen Kerns des basalen Vorderhirns elektrisch stimuliert, der von der Morphologie als homolog zur <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/565'>Amygdala<\/A> bei S&#228;ugern eingestuft wird, zeigen diese Tiere ein gerichtetes <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4220'>Fluchtverhalten<\/A>, gehen dabei Hindernissen aus dem Weg und weisen z.T. zus&#228;tzliche vegetative und motorische Ausdrucksmuster wie schnelles Atmen und Vokalisation auf. Nach L&#228;sionen in diesem Bereich k&#246;nnen die Verhaltensweisen nur noch in geringem Umfang und nach langer externer Stimulation durch bedrohliche Reize ausgel&#246;st werden. Im Kontrast dazu stehen Stimulationsexperimente bei Amphibien. Bei Reizung im <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/12782'>Tectum<\/A> des <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7634'>Mesencephalons<\/A> der Erdkr&#246;te, in dem ihr Gesichtsfeld repr&#228;sentiert ist, k&#246;nnen Orientierungs- und Zuschnappbewegungen beim freibeweglichen Tier ausgel&#246;st werden, die dem normalen Verhalten, hervorgerufen durch einen nat&#252;rlichen Reiz oder eine Reizattrappe, entsprechen. Wird die &#220;bergangszone zwischen Mesencephalon und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2831'>Diencephalon<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/12884'>Thalamus<\/A>) gereizt, l&#228;&#223;t sich beim gleichen Tier Fluchtverhalten ausl&#246;sen, wie es unter nat&#252;rlichen Bedingungen von einem gr&#246;&#223;eren Objekt im Gesichtsfeld hervorgerufen wird. L&#228;sionen haben gezeigt, da&#223; diese Region einen hemmenden Einflu&#223; auf die Region aus&#252;bt, die das Beuteverhalten koordiniert. Weitere L&#228;sionsstudien ergaben, da&#223; beide Mechanismen durch das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/12795'>Telencephalon<\/A> gehemmt werden. Hier scheint insbesondere das ventrale mediale <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9422'>Pallium<\/A> wichtig zu sein, das homolog ist zum <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5439'>Hippocampus<\/A> der S&#228;uger. Bei L&#228;sionen des Telencephalons sind einzig die Orientierungsreaktionen der Kr&#246;ten gest&#246;rt, w&#228;hrend die eigentlichen Instinkthandlungen (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6120'>Instinkt<\/A>), die Flucht und die Zuschnappbewegung, leichter ausgel&#246;st werden k&#246;nnen. Diese Befunde lassen darauf schlie&#223;en, da&#223; Instinkthandlungen bei Amphibien durch entsprechende nat&#252;rliche Reize auf dem Integrationsniveau des Mesencephalons ohne die Beteiligung von telencephalischen Mechanismen ausgel&#246;st werden k&#246;nnen. <\/P>"}