{"title":"Willkrmotorik: Zusatzinfo III","body":"<STRONG>Willk&#252;rmotorik<\/STRONG>\n<P><STRONG>3 <\/STRONG><I>Willk&#252;rmotorik und Plastizit&#228;t:<\/I><BR><\/BR>Die somatotope Organisation des Motorcortex ist plastisch, d.h., sie kann sich abh&#228;ngig von den Stimulationen der jeweils repr&#228;sentierten K&#246;rperteile (insbesondere Finger, Schnurrhaare usw.) in seiner Ausdehnung ver&#228;ndern. Werden z.B. Schnurrhaare abgeschnitten oder Finger amputiert, k&#246;nnen Teile des hierf&#252;r nun \"&#252;berfl&#252;ssigen\" neuronalen Gewebes auf Repr&#228;sentationsbereiche anderer K&#246;rperteile umgeschaltet werden. Solche Umschaltungsprozesse scheinen auch Phantomempfindungen auszul&#246;sen (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9768'>Phantomglied<\/A>). Training f&#252;hrt ebenfalls zu Umschaltvorg&#228;ngen. Z.B. erweitern sich die neuronalen Repr&#228;sentationen der Finger beim motorischen <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7003'>Lernen<\/A> (z.B. Gitarrespielen). Und die Aktivit&#228;tsmuster bei motorischen Aufgaben ver&#228;ndern sich (wie PET-Aufnahmen zeigen), wenn die Bewegungen nach vielen Wiederholungen automatisiert werden: Verlagerung von motorischen Routinen vom SMA in den Motorcortex oder von dort ins Kleinhirn oder Striatum. Wenn im Tierversuch kleine Bereiche des Motorcortex zerst&#246;rt werden, k&#246;nnen benachbarte, nicht beeintr&#228;chtigte Bereiche deren Funktion &#252;bernehmen. H&#228;ufiges &#220;ben f&#246;rdert diese neuronale Plastizit&#228;t bzw. erm&#246;glicht sie sogar erst in hinreichendem Ma&#223; - eine wichtige Grundlage f&#252;r die medizinische <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/10860'>Rehabilitation<\/A>.<\/P>"}