{"title":"neuronale Korrelate des Bewutseins: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>neuronale Korrelate des Bewu&#223;tseins<\/STRONG>\n<P><STRONG>1 <\/STRONG><I>Merkmale von Bewu&#223;tsein:<\/I> <BR><\/BR>F&#252;r Theorie und Praxis relevant und n&#252;tzlich ist die Unterscheidung von: 1) <I>Bewu&#223;tsein allgemein<\/I> <I>(<STRONG>E<\/STRONG> creature consciousness):<\/I> bewu&#223;t als Eigenschaft im Gegensatz zu nichtbewu&#223;t; 2) <I>Bewu&#223;tsein als genereller Zustand (<STRONG>E<\/STRONG> background state of consciousness)<\/I>, d.h. eine Kategorie mit unterschiedlichen Auspr&#228;gungen, z.B. Wachbewu&#223;tsein, Traumbewu&#223;tsein, hypnotisiertes Bewu&#223;tsein, ver&#228;nderte Bewu&#223;tseinszust&#228;nde <I>(<STRONG>E<\/STRONG> altered states of consciousness)<\/I> aufgrund von Drogenkonsum, Meditation, Nahtodeserfahrungen usw.; 3) <I>Bewu&#223;tsein als spezifischer Zustand (<STRONG>E<\/STRONG> specific state of consciousness)<\/I>, d.h. ein \"feink&#246;rniger\", nur n&#228;herungsweise beschreibbarer Zustand subjektiven Erlebens, in dem sich ein bestimmtes Individuum zu einer bestimmten Zeit befindet. Bewu&#223;tsein hat einen repr&#228;sentationalen und einen ph&#228;nomenalen Gehalt. Die wichtigsten Merkmale sind:<BR><\/BR>- <I>Intentionalit&#228;t:<\/I> Bewu&#223;tsein ist Bewu&#223;tsein <I>von etwas<\/I>, hat also einen Gehalt<BR><\/BR>- <I>ph&#228;nomenaler Gehalt:<\/I> subjektiver, qualitativer Erlebnischarakter (Qualia)<BR><\/BR>- <I>Transparenz und Introspizierbarkeit:<\/I> direkte Gegebenheit, einzigartiger unmittelbarer Zugriff<BR><\/BR>- <I>Inkorrigibilit&#228;t:<\/I> scheinbare Gewi&#223;heit, Unfehlbarkeit und Unhintergehbarkeit<BR><\/BR>- <I>epistemische Irreduzierbarkeit:<\/I> subjektive Zust&#228;nde lassen sich in bestimmter Hinsicht nicht auf objektive zur&#252;ckf&#252;hren, selbst wenn sie vollst&#228;ndig darauf beruhen<BR><\/BR>- <I>Homogenit&#228;t:<\/I> Erfahrung der Ganzheitlichkeit und Koh&#228;renz mentaler Zust&#228;nde, keine feink&#246;rnigere Beschreibbarkeit, keine Erfahrung der Zerlegbarkeit<BR><\/BR>- <I>Pr&#228;senz:<\/I> Gegenw&#228;rtigkeit des Erlebens, auch der Erinnerungen oder Pl&#228;ne<BR><\/BR>- <I>Perspektivit&#228;t und Subjektivit&#228;t:<\/I> Meinigkeit, Zentrierung, pr&#228;reflexive Selbstvertrautheit, <I>de se<\/I>-Attribution (z.B.: Richard wei&#223;, da&#223; er selbst musikalisch ist) <BR><\/BR>- <I>Privatheit:<\/I> Unzug&#228;nglichkeit f&#252;r andere<BR><\/BR>- <I>Reflexivit&#228;t:<\/I> Bewu&#223;tsein kann auf bewu&#223;te Zust&#228;nde Bezug nehmen; Metarepr&#228;sentation<BR><\/BR>- <I>Unausgedehntheit:<\/I> Nicht-R&#228;umlichkeit bzw. -Lokalisierbarkeit (umstritten)<BR><\/BR>- <I>Selbst- und Ichbewu&#223;tsein<\/I> lassen sich als besondere Bewu&#223;tseinszust&#228;nde auffassen, die f&#252;r Bewu&#223;tsein nicht notwendig sind, sondern nur in hochentwickelten Lebewesen mit komplexen Sozialsystemen explizit werden, insbesondere Menschenaffen und Menschen (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9719'>Pers&#246;nlichkeit und Personalit&#228;t<\/A>)<\/P>"}