{"title":"Cystein: 2","body":"<BR><\/BR><STRONG>Cystein<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Cystein kann auf verschiedenen Synthesewegen gebildet werden, wobei der organische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60183'>Schwefel<\/A> von Cystein entweder direkt von H<SUB>2<\/SUB>S (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60209'>Schwefelwasserstoff<\/A>) oder der essentiellen Aminos&#228;ure <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42600'>Methionin<\/A> stammt. Einige Mikroorganismen und Pflanzen k&#246;nnen in den Reaktionen O-Acetylserin + H<SUB>2<\/SUB>S \n<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/fff44.jpg' WIDTH='16' HEIGHT='18'><br>\n\n Cystein + Acetat + H<SUB>2<\/SUB>O oder aber Pyruvat + NH<SUB>3<\/SUB> + H<SUB>2<\/SUB>S \n<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/fff44.jpg' WIDTH='16' HEIGHT='18'><br>\n\n Cystein + H<SUB>2<\/SUB>O anorganischen Schwefel direkt in Cystein einbauen. Diese Reaktionen werden von der Cystein-Synthase bzw. der Cystathionin-&#947;-Lyase katalysiert. F&#252;r tierische Organismen ist Cystein keine essentielle Aminos&#228;ure; sie wird jedoch aus der essentiellen Aminos&#228;ure Methionin und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61156'>Serin<\/A> gebildet. Bei dieser Synthese kommt es zu einer Transsulfierung, bei der das Schwefelatom von Methionin das Sauerstoffatom der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33174'>Hydroxylgruppe<\/A> von Serin ersetzt. &#8211; Synthese von Cystein aus <I>Methionin<\/I> im einzelnen: Methionin wird von der Methionin-Adenosyl-Transferase in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/s-adenosylmethionin'>S-Adenosylmethionin<\/A> &#252;berf&#252;hrt. Eine Methyl-Transferase katalysiert die Reaktion zu <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/s-adenosylhomocystein'>S-Adenosylhomocystein<\/A>, das nach Abspaltung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/985'>Adenosin<\/A> in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32379'>Homocystein<\/A> &#252;berf&#252;hrt wird. Diese Reaktion wird von der Adenosyl-Homocysteinase katalysiert. Homocystein reagiert in der n&#228;chsten Stufe mit Serin; es entsteht <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16439'>Cystathionin<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16442'>Cystathionin-&#946;-Synthase<\/A>). Die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16441'>Cystathionin-&#947;-Lyase<\/A> katalysiert die letzte Reaktion, bei der NH<SUB>3<\/SUB> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2914'>Ammoniak<\/A>), &#945;-Ketobutyrat und Cystein entstehen. &#8211; Cystein kann auf drei verschiedenen Wegen zu <I>Pyruvat<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10633'>Brenztraubens&#228;ure<\/A>) abgebaut werden. Cystein kann von der Cystein-Transaminase in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42158'>Mercaptopyruvat<\/A> &#252;berf&#252;hrt werden, welches dann &#8211; katalysiert von der 3-Mercaptopyruvat-Sulfur-Transferase &#8211; in Pyruvat &#252;berf&#252;hrt wird. Cystein kann in einem anderen Abbauweg von der Cystein-Dioxygenase in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16452'>Cysteins&#228;ure<\/A> &#252;berf&#252;hrt werden. Im n&#228;chsten Schritt &#252;berf&#252;hrt die Aspartat-Transaminase Cysteins&#228;ure in Pyruvat. Der dritte Abbauweg wird von der Cystathionin-&#947;-Lyase katalysiert. Unter Abspaltung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1858'>Alanin<\/A>, NH<SUB>3<\/SUB> und H<SUB>2<\/SUB>S (Schwefelwasserstoff) entsteht aus Cystein Pyruvat. Durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17026'>Decarboxylierung<\/A> von Cystein entsteht das im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14791'>Coenzym A<\/A> und im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/872'>Acyl-Carrier-Protein<\/A> enthaltene <I>Cysteamin<\/I>. Oxidative Abbauprodukte von Cystein sind die Cysteins&#228;ure und das <I>Taurin<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26395'>Gallens&#228;uren<\/A>). &#8211; Da sich Cystein aufgrund seiner SH-Gruppe mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60270'>Schwermetallen<\/A> verbindet, wird Cystein in der Medizin als Mittel gegen Schwermetallvergiftungen und dar&#252;ber hinaus gegen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34016'>Infektionskrankheiten<\/A> und Lebersch&#228;den eingesetzt. Wegen der Radikalf&#228;ngereigenschaften der SH-Gruppe dient es zudem als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64104'>Strahlenschutzstoff<\/A>. Derivate von Cystein wie S-(Carboxymethyl-) und N-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/518'>Acetylcystein<\/A> finden u. a. als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4138'>Antimykotika<\/A> Verwendung. In der Lebensmittelindustrie wird Cystein zur Geschmacksintensivierung von Zwiebel- und Knoblauchprodukten, zur Stabilisierung von Aromastoffen sowie zur Herstellung k&#252;nstlicher Fleischaromen genutzt. Es ist au&#223;erdem Zusatzstoff vieler Kosmetika.  \nU.M.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}