{"title":"Cytokinine: 2","body":"<BR><\/BR><STRONG>Cytokinine<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Cytokinine stellen substituierte Adenin-Derivate dar, die in N<SUB>6<\/SUB>-Stellung des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/964'>Adenins<\/A> eine Seitengruppe (meist eine Isopentenylgruppe; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34686'>Isopentenyladenin<\/A>) tragen, die zusammen mit dem intakten Purinring f&#252;r die Wirksamkeit der Cytokinine erforderlich ist (Adenin z. B. besitzt keine Cytokinin-Aktivit&#228;t). Cytokinine k&#246;nnen sowohl als freie Basen als auch als entsprechende Nucleoside (z. B. in tRNA) und Nucleotide oder an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28483'>Glucose<\/A> gebunden auftreten. Gebundene Cytokinine sind kaum oder nicht wirksam und werden erst nach ihrer Freisetzung aktiv. Sie sind m&#246;glicherweise Transport- oder Speicherformen der Cytokinine.<BR><\/BR>&#220;ber den molekularen Wirkungsmechanismus der Cytokinine ist noch wenig bekannt. Da Cytokinine, wie alle Phytohormone, in die Zelle eintreten k&#246;nnen, nimmt man an, da&#223; Cytokinine an ein Rezeptorprotein in der Zelle binden und so die Cytokinin-spezifischen Effekte ausl&#246;sen. Die Aufkl&#228;rung der durch Cytokinin ausgel&#246;sten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61524'>Signaltransduktion<\/A> hat jedoch erst begonnen. Die Isolierung einer <I>Arabidopsis<\/I>-Mutante (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/59612'>Schmalwand<\/A>), bei der cytokinintypische Reaktionen wie Spro&#223;regeneration und Zellteilung auch in Abwesenheit von zugesetztem Cytokinin ablaufen, f&#252;hrte zur Entdeckung der Histidin-Kinase CKI1, die derzeit als m&#246;glicher <I>Cytokinin-Rezeptor<\/I> diskutiert wird. Die Biosynthese der Cytokinine, die in sehr geringer Konzentration (ca. 100 &#956;g\/kg Pflanzenmaterial) vorkommen, erfolgt haupts&#228;chlich in den Wurzeln, aber auch in jungen, sich entwickelnden Samen. Sie gelangen &#252;ber den Xylem- und Phloemsaft in andere Pflanzenteile und sind besonders in Meristemen und jungen Fr&#252;chten zu finden. Auch f&#252;r Bl&#228;tter ist die st&#228;ndige Zufuhr von Cytokininen wichtig, da ohne sie die strukturelle und funktionelle Organisation der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13678'>Chloroplasten<\/A> nicht aufrechterhalten werden kann.<BR><\/BR>Die physiologische Bedeutung der Cytokinine ist vor allem bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43933'>Moosen<\/A> untersucht worden. Dort sind Mutanten bekannt, deren Ph&#228;notyp durch Gabe von exogenem Cytokinin geheilt werden kann. Bei solchen Mutanten beobachtet man St&#246;rungen der Chloroplastenteilung und die Bildung von wurmf&#246;rmigen Riesenchloroplasten, aber auch St&#246;rungen bei der Knospenbildung w&#228;hrend der fr&#252;hen Entwicklung des Gametophyten. An jungen sog. Caulonema-Zellen wird durch Cytokinine eine Polarisierung der Actin-Mikrofilamente (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/794'>Actin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/798'>Actinfilament<\/A>) ausgel&#246;st, die zu einer Verschiebung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11629'>Calciumkan&#228;len<\/A> zum apikalen Ende der Zelle f&#252;hrt. Etwas sp&#228;ter wandert dann der Zellkern an die Stelle, wo der Calcium-Einstrom am gr&#246;&#223;ten ist, und organisiert dort eine <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5697'>asymmetrische Teilung<\/A>, die in die Bildung einer <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36487'>Knospe<\/A> m&#252;ndet. Als Cytokinine-abbauendes Enzym wurde in Tabak-Kallus und Maiskaryopsen eine Purinnucleotid-Hydrolase identifiziert, die Cytokinine durch Abspalten der Seitenkette inaktiviert. &#8211; Cytokinine wurden au&#223;er in H&#246;heren Pflanzen in Moosen, Bakterien, Pilzen und auch in tierischen Organismen gefunden. So konnten Cytokinine z. B. in den Speicheldr&#252;sen von <I>Stigmella argyropeza<\/I> und <I>Stigmella argentipedella<\/I> (Vertreter der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/72144'>Zwergmotten<\/A>) nachgewiesen werden. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/236'>Abscisins&#228;ure<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10975'>Bryokinin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36116'>Kinetin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36459'>Kn&#246;llchenbakterien<\/A>.  \nE.R.\/P.N.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}