{"title":"Desoxyribonucleinsuren: 5","body":"<BR><\/BR><STRONG>Desoxyribonucleins&#228;uren<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Neuere Forschungsergebnisse:<\/STRONG> J&#252;ngste Untersuchungen (1999) deuten darauf hin, da&#223; DNA &#8211; zumindest im Vakuum oder &#252;ber kurze Strecken &#8211; <I>elektrisch leitf&#228;hig<\/I> ist. Wie jedoch die Ladungen transportiert werden und wie die Basenabfolge im Molek&#252;l den Transport beeinflu&#223;t, ist umstritten; die Ergebnisse variieren in Abh&#228;ngigkeit von experimentellen Parametern. M&#246;gliche Anwendungen dieser Befunde w&#228;ren die Detektion von Mutationen durch Messung der Leitf&#228;higkeit oder die Produktion eindimensionaler Kabel aus DNA f&#252;r Miniaturmaschinen. <BR><\/BR>Die Aufnahme von DNA aus der <I>Nahrung<\/I> ist leichter, als fr&#252;her (vor 1998) angenommen. Untersuchungen an M&#228;usen zeigen, da&#223; Desoxyribonucleins&#228;uren aus der Nahrung oder von Darmbakterien teilweise die Darmpassage intakt &#252;berstehen und resorbiert werden. Sie gelangen &#252;ber Blutzellen in Leber und Milz und k&#246;nnen dort offenbar in das Genom verschiedener Zellen integriert werden. &#220;ber Keimbahnzellen k&#246;nnen die Desoxyribonucleins&#228;uren auch in das Genom von Zellen der Nachkommen gelangen. Werden sie dort exprimiert, kann dies zur Bildung von Antik&#246;rpern gegen die entsprechenden Proteine\/Proteinbruchst&#252;cke f&#252;hren. Allerdings d&#252;rften sich daraus kaum sicherheitsrelevante Probleme f&#252;r die Anwendung der Gentechnik in der Nahrungsmittelproduktion ergeben, denn offensichtlich war der Mensch schon immer dem Einflu&#223; fremder Gene ausgesetzt, ohne da&#223; dies ernste Auswirkungen gehabt h&#228;tte, und auch Gene in naturbelassenen Nahrungsmitteln sind h&#228;ufig als gesundheitsbedenklich (z. B. m&#246;glicherweise krebsausl&#246;send) einzustufen.<BR><\/BR>Enzymatisch aktive Ribonucleins&#228;uren (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56981'>Ribozyme<\/A>) sind seit langem bekannt. Bei Untersuchungen mit Varianten bestimmter Desoxyribonucleins&#228;uren, die mittels <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34444'>in-vitro-Evolution<\/A> hergestellt wurden, fand man inzwischen auch vielf&#228;ltige <I>katalytische<\/I> Eigenschaften von Desoxyribonucleins&#228;uren. <BR><\/BR>Neben den bekannten Doppelhelix-Strukturen wurden inzwischen auch <I>vierstr&#228;ngige<\/I> Strukturen von DNA beschrieben. Guanin-reiche Abschnitte, wie man sie im eukaryotischen Genom h&#228;ufig in regulatorischen Sequenzen oder den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/65730'>Telomeren<\/A> findet, bilden <I>Quadruplex-DNAs,<\/I> die durch Quartette zyklisch gebundener Guaninreste stabilisiert werden und an deren Enden sich Schleifen aus Thyminresten befinden. Cytosin-reiche Abschnitte bilden ebenfalls Quadruplex-DNA aus, jedoch mit anderer Struktur. Zwei parallele Doppelstr&#228;nge interkalieren ineinander und werden durch hemiprotonierte Cytosin-Cytosin-Basenpaare stabilisiert.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}