{"title":"Desoxyribonucleinsuren: 9","body":"<BR><\/BR><STRONG>Desoxyribonucleins&#228;uren<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Wichtige Parameter zur Charakterisierung von DNA<BR><\/BR><BR><\/BR>a<\/STRONG> Die durch die heterocyclischen Basen bedingte <I>Absorption<\/I> von <I>UV-Licht<\/I> der Wellenl&#228;nge 260 nm, die h&#228;ufig zur optischen Messung von DNA-Konzentrationen benutzt wird (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/270'>Absorptionsspektrum<\/A>).<BR><\/BR><STRONG>b<\/STRONG> <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7305'>Basenzusammensetzung<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5758'>AT-Gehalt<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26785'>GC-Gehalt<\/A>).<BR><\/BR><STRONG>c<\/STRONG> <I>Schwebedichte<\/I> bei C&#228;siumchlorid-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17944'>Dichtegradientenzentrifugation<\/A>. Die Schwebedichte, die f&#252;r DNA im Bereich von 1,647 g\/cm<SUP>3<\/SUP> (reine A-T-DNA) bis 1,795 g\/cm<SUP>3<\/SUP> (reine G-C-DNA) liegt, zeigt lineare Abh&#228;ngigkeit vom G-C-Gehalt und wird daher auch als Methode zur Bestimmung von DNA-Basenzusammensetzungen eingesetzt. H&#228;ufig zeigen sich im C&#228;siumchlorid-Dichtegradienten neben einer Hauptbande eine oder mehrere Nebenbanden, die DNA-Fraktionen unterschiedlichen G-C-Gehalts darstellen: sie werden als Satelliten-DNA bezeichnet. Anzahl und Lage der Banden von Satelliten-DNAs sind charakteristisch f&#252;r jede DNA-Spezies.<BR><\/BR><STRONG>d<\/STRONG> H&#228;ufigkeit von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7298'>Basennachbarschaften<\/A>.<BR><\/BR><STRONG>e<\/STRONG> <I>Kettenl&#228;ngen,<\/I> bestimmbar durch Elektronenmikroskopie, durch das Laufverhalten bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27114'>Gelelektrophorese<\/A> und &#8211; heute weniger gebr&#228;uchlich &#8211; durch die Sedimentationsgeschwindigkeit bei Ultrazentrifugation (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68406'>Ultrazentrifuge<\/A>). DNA-Kettenl&#228;ngen werden vorwiegend in Anzahl von Basenpaaren (Abk&#252;rzung bp) oder Kilobasenpaaren (Abk&#252;rzung kbp oder auch kb) angegeben, seltener durch die entsprechenden relativen Molek&#252;lmassen (wobei f&#252;r ein Basenpaar eine durchschnittliche relative Molek&#252;lmasse von 660 einzusetzen ist).<BR><\/BR><STRONG>f<\/STRONG> H&#228;ufigkeit und Klassifizierung von <I>Sequenzwiederholungen<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56261'>repeats<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56264'>repetitive DNA<\/A>). Diese sind bestimmbar durch Abbau von DNA mit Restriktionsendonucleasen zu den sich wiederholenden, aus nur wenigen oder bis zu mehreren hundert Basenpaaren bestehenden Sequenzeinheiten oder durch spezielle Hybridisierungstechniken. Zu letzteren z&#228;hlt besonders die Messung der zeitlichen Abh&#228;ngigkeit und der Konzentrationsabh&#228;ngigkeit von Renaturierung einzelstr&#228;ngiger, d. h. denaturierter DNA zu doppelstr&#228;ngiger DNA (sog. Renaturierungskinetik, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15558'>Cot-Wert<\/A>), da durch diese Methode die Bestimmung der Anteile an sog. \"unique\"-Sequenzen (in der betreffenden DNA nur einmal oder in wenigen Kopien &#8211; bis ca. 10mal &#8211; vertreten), mittelrepetitiven Sequenzen (H&#228;ufigkeit pro DNA 10<SUP>2<\/SUP> bis 10<SUP>5<\/SUP>) und hochrepetitiven Sequenzen (H&#228;ufigkeit 10<SUP>5<\/SUP> bis > 10<SUP>6<\/SUP>) m&#246;glich ist.<BR><\/BR><STRONG>g<\/STRONG> Anzahl und relative Lage von <I>Schnittstellen f&#252;r<\/I> Restriktionsenzyme. Die Aufstellung sog. Restriktionskarten ist durch die Vielzahl der heute verf&#252;gbaren Restriktionsenzyme zur Routinemethode geworden. Die relativ kleine DNA von DNA-Viren und -Phagen kann oft einer direkten Restriktionskartierung unterzogen werden, da sie je nach Art der eingesetzten Restriktionsenzyme zu nur wenigen Fragmenten f&#252;hrt, deren Einordnung zu einer Karte nur geringe Schwierigkeiten bereitet. Dagegen ist f&#252;r die Kartierung von DNA aus komplexeren Genomen eine vorherige Anreicherung durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36381'>Klonierung<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27410'>Gentechnologie<\/A>) erforderlich.<BR><\/BR><STRONG>h<\/STRONG> <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61122'>Sequenzanalyse<\/A><I>:<\/I> die in der zweiten H&#228;lfte der 1970er Jahre entwickelten Methoden zur Sequenzanalyse von DNA erm&#246;glichen die Charakterisierung von DNA auf der Ebene der Monomerbausteine und damit eine H&#246;chstaufl&#246;sung bez&#252;glich des Informationsgehalts. In Anbetracht der enormen Kettenl&#228;ngen von DNA war es bis in die 1970er Jahre nicht m&#246;glich, einzelne Abschnitte (Gene) direkt zu isolieren und einer Sequenzanalyse zu unterziehen. Den Weg dazu er&#246;ffneten die Methoden der Klonierung bzw. spezifischen Spaltung in definierte Fragmente mit Hilfe von Restriktionsendonucleasen. Diese Methoden zusammen mit den Methoden der Sequenzanalyse erm&#246;glichen heute die strukturelle und auch funktionelle Feinanalyse von DNA bzw. von Genen im Rahmen der modernen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27410'>Gentechnologie<\/A>. Nachdem urspr&#252;nglich gezielt einzelne Gene sequenziert wurden, ging man bald dazu &#252;ber, ganze Genome zu analysieren, zun&#228;chst die kleineren Genome von Zellorganellen sowie von Viren und Bakteriophagen. Inzwischen wurden im Rahmen des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27380'>Genomprojekts<\/A> die Genome mehrerer Organismen, von Bakterien, Pflanzen, Pilzen und Tieren &#8211; haupts&#228;chlich von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43448'>Modellorganismen<\/A> &#8211; vollst&#228;ndig sequenziert (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27369'>Genomik<\/A>).<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}