{"title":"Desoxyribonucleinsuren: 10","body":"<BR><\/BR><STRONG>Desoxyribonucleins&#228;uren<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Daten zur Geschichte der DNA-Forschung<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>1869:<\/I> Erstmalige Isolierung von DNA (damals als <I>Nuclein<\/I> bezeichnet) aus den Kernen von Eiterzellen und Fischspermien durch J.F. Miescher. Zur Aufkl&#228;rung der Struktur und zur Erkenntnis der biologischen Bedeutung von DNA ist noch ein weiter Weg. Bis weit in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts werden Proteine als Tr&#228;ger der genetischen Information vermutet bzw. favorisiert.<BR><\/BR><I>1903:<\/I> Chromosomentheorie der Vererbung von W. Sutton und T. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10228'>Boveri<\/A> formuliert. In der Folge Entwicklung von F&#228;rbemethoden f&#252;r Nucleins&#228;uren (z. B. Feulgensche Reaktion).<BR><\/BR><I>1928:<\/I> Ph&#228;nomen der Transformation durch F. Griffith anhand von Pneumokokken erstmals beschrieben, Natur des transformierenden Prinzips ist jedoch unbekannt.<BR><\/BR><I>1944:<\/I> Die Gruppe O.T. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6527'>Avery<\/A>, C.M. MacLeod und M.Mc Carty erbringt mit Hilfe von Transformationsexperimenten an Pneumokokken den ersten experimentellen Nachweis, da&#223; DNA Tr&#228;ger der genetischen Information ist, was 1952 von A.D. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31492'>Hershey<\/A> und M. Chase durch Infektion von Bakterien mit Isotopen-markierten Bakteriophagen best&#228;tigt wird.<BR><\/BR><I>1953:<\/I> Postulierung der DNA-Doppelhelixstruktur durch J.D. Watson und F.H.C. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15723'>Crick<\/A> mit Hilfe der von E. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13201'>Chargaff<\/A> entdeckten Regeln (A = T; G = C) und anhand von eigenen und aus der Gruppe R.E. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/25541'>Franklin<\/A> und M.H.F. Wilkins stammenden r&#246;ntgenstrukturanalytischen Daten.<BR><\/BR><I>1956:<\/I> Erstmalige Isolierung von DNA-abh&#228;ngiger DNA-Polymerase aus <I>E. coli<\/I> durch A. Kornberg, womit der Grundstein zur Enzymologie der DNA-Replikation gelegt wird.<BR><\/BR><I>1967:<\/I> Erste in-vitro-Replikation infekti&#246;ser Bakteriophagen-DNA (Phage &#934;X174) durch M. Goulian, A. Kornberg und R.L. Sinsheimer.<BR><\/BR><I>1970:<\/I> Erste Totalsynthese eines Gens (Gen f&#252;r tRNA<SUP>Ala<\/SUP> aus Hefe) mit Hilfe organisch-chemischer und enzymatischer Methoden durch die Arbeitsgruppe um H.G. Khorana. Die Fortf&#252;hrung dieser Arbeiten am Gen f&#252;r eine Suppressor-tRNA<SUP>Tyr<\/SUP> aus <I>E. coli<\/I> und dessen Klonierung mit Hilfe der sich rasch entwickelnden Methoden der Gentechnologie f&#252;hrt 1976 zum ersten v&#246;llig synthetischen Gen mit Aktivit&#228;t in der lebenden Zelle.<BR><\/BR><I>1975:<\/I> Entwicklung von Methoden zur Sequenzanalyse von DNA durch F. Sanger und A. Maxam und W. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28060'>Gilbert<\/A>; erstmalige Sequenzanalyse eines vollst&#228;ndigen Virus-Genoms (&#934;X174) durch die Arbeitsgruppe um F. Sanger.<BR><\/BR><I>1977:<\/I> Entdeckung der Exon-Intron-Struktur von Genen auf eukaryotischen Chromosomen.<BR><\/BR><I>1982:<\/I> Analyse eines Dodekanucleotids durch Dickerson zeigt Details der DNA-Struktur, die das Modell von Watson und Crick best&#228;tigen, aufgrund von lokalen Abweichungen jedoch weitere Strukturen nahelegen. Seitdem wurden verschiedene stabile Konformationen beschrieben, die wiederum in Abh&#228;ngigkeit von verschiedenen Wechselwirkungen dynamisch ver&#228;nderbar sind.<BR><\/BR><I>1983:<\/I> Einf&#252;hrung automatisierter in-vitro-Synthesen von oligo-DNA; Entwicklung der Polymerase-Kettenreaktion durch K.B. Mullis.<BR><\/BR><I>1989:<\/I> Start des Human Genome Project und im Anschlu&#223; daran weiterer Projekte zur Totalsequenzierung des Genoms von Lebewesen.<BR><\/BR><I>1995:<\/I> Erste vollst&#228;ndige Sequenzierung des Genoms eines Lebewesens (<I>Haemophilus influenzae)<\/I>.<BR><\/BR><I>1998:<\/I> Erste vollst&#228;ndige Sequenzierung des Genoms eines vielzelligen Organismus <I>(Caenorhabditis elegans),<\/I> im Jahre <I>2000<\/I> von <I>Drosophila melanogaster<\/I>.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}