{"title":"Calcium: Zusatzinfo II","body":"<STRONG>Calcium<\/STRONG>\n<P><I>Rolle von Calcium in der Signaltransduktion:<\/I><BR><\/BR>Ca<SUP>2+<\/SUP>-Ionen liegen im Cytoplasma (S&#228;ugerzelle) in sehr geringer Konzentration (&#8804; 0,1 &#956;mol\/l), im extrazellul&#228;ren Raum jedoch in viel h&#246;heren Konzentrationen (1 mmol\/l) vor. Durch extrazellul&#228;re Signale kann der Ca<SUP>2+<\/SUP>-Spiegel im Cytoplasma stark ansteigen; bei elektrisch erregbaren Zellen durch Ca<SUP>2+<\/SUP>-Kan&#228;le in der Plasmamembran von au&#223;en, bei anderen Zellen durch Ca<SUP>2+<\/SUP>-Freisetzung aus dem endoplasmatischen Reticulum (ER). Durch entsprechende Ca<SUP>2+<\/SUP>-Pumpen (Ca<SUP>2+<\/SUP>-ATPasen) in der Plasmamembran oder im ER wird die niedrige Konzentration im Cytoplasma wieder hergestellt. Ca<SUP>2+<\/SUP>-Ionen wirken meist nicht direkt, sondern in Verbindung mit dem Ca<SUP>2+<\/SUP>-bindenden Protein <I>Calmodulin<\/I> auf das Zellgeschehen. Durch die Bindung von Ca<SUP>2+<\/SUP>-Ionen wird Calmodulin in seiner Konformation so ver&#228;ndert, da&#223; es an verschiedene Proteine (Protein-Kinasen und -Phosphatasen) binden und damit deren Aktivit&#228;t regulieren kann. Inositoltriphosphat (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6232'>IP<SUB>3<\/SUB><\/A>) bewirkt die Freisetzung von Ca<SUP>2+<\/SUP>-Ionen aus dem ER; das zusammen mit IP<SUB>3<\/SUB> freigesetzte <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2794'>Diacylglycerol<\/A> aktiviert die calciumabh&#228;ngige <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/10372'>Proteinkinase C<\/A>. - F&#252;r das Actomyosin-System des <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8034'>Muskels<\/A> spielen Ca-Ionen als Vermittler zwischen Erregung und Kontraktion eine zentrale Rolle. Auch die von einzelnen Zellen wahrgenommenen aktiven Bewegungsformen der Phagocytose, Pinocytose und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/3775'>Exocytose<\/A> sind calciumabh&#228;ngige Prozesse. Die zeitliche Koordination solcher Ca-Wirkungen, bei der Kontraktion und Entspannung miteinander abwechseln, wird h&#228;ufig mit dem Modell des biologischen Oszillators beschrieben. Hierbei sind die intrazellul&#228;ren Konzentrationen von Ca und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1842'>cAMP<\/A> &#252;ber zwei gegenl&#228;ufige Regelkreise gekoppelt. cAMP inhibiert die Calcium-Pumpe, die den intrazellul&#228;ren Calcium-Spiegel senkt, w&#228;hrend Ca die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/147'>Adenylatcyclase<\/A> aktiviert, die die Bildung von cAMP katalysiert. - Beim Sehvorgang (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9872'>Photorezeption<\/A>) beeinflu&#223;t Ca die Na-Permeabilit&#228;t der Retinazellen. In diesen Zellen ist die extrazellul&#228;re Ca<SUP>2+<\/SUP>-Konzentration in den von Disc-Membranen (Mikrovilli) umschlossenen R&#228;umen vielfach h&#246;her als im Cytoplasma. Unter Lichteinwirkung werden Ca<SUP>2+<\/SUP>-Ionen ins Plasma entlassen, wobei die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8247'>Natriumkan&#228;le<\/A> in der Zellmembran geschlossen werden. Nach Beendigung der Lichteinwirkung wird Ca<SUP>2+<\/SUP> in die Discs zur&#252;ckgepumpt, und die Na<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;le werden wieder ge&#246;ffnet.<\/P>"}