{"title":"Diuretika: 1","body":"<BR><\/BR><STRONG>Diuretika<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Die Diuretika lassen sich wie folgt unterteilen:<BR><\/BR>1) <I>osmotische Diuretika, Osmodiuretika:<\/I> z. B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/41059'>Mannit<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62185'>Sorbit<\/A>. Diese Polyalkohole werden als hypertone L&#246;sungen durch Infusion verabreicht. Sie k&#246;nnen nach der glomerul&#228;ren Filtration im proximalen Tubulus nicht mehr r&#252;ckresorbiert werden und binden dort osmotisch Wasser, was zu einer vermehrten Ausscheidung von zunehmend hypotonem Harn f&#252;hrt.<BR><\/BR>2) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42701'>Methylxanthin-Derivate<\/A><I>:<\/I> z. B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66244'>Theophyllin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14806'>Coffein<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66239'>Theobromin<\/A>. Sie wirken nierendurchblutungsf&#246;rdernd (erh&#246;hte glomerul&#228;re Filtrationsrate, Verlust der Konzentrierungsf&#228;higkeit) und hemmen die tubul&#228;re Natriumresorption. Wegen der &#228;u&#223;erst kurzen Wirkdauer erfolgt keine klinische Anwendung.<BR><\/BR>3) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12142'>Carboanhydrase-Hemmer<\/A><I>:<\/I> z. B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/474'>Acetazolamid<\/A>, klinisch kaum noch als Diuretikum verwendet wegen hoher Kaliumverluste und nachlassender Wirkung im Verlauf der Therapie (Tachyphylaxie).<BR><\/BR>4) <I>Schleifen-Diuretika, stark wirkende Diuretika<\/I> oder <I>high-ceiling-Diuretika<\/I> (lineare Beziehung zwischen Dosis und Wirkung in einem weiten Bereich, erst bei hohen Dosen und starker diuretischer Wirkung flacht die Dosis-Wirkungs-Kurve ab, so da&#223; eine weitere Dosissteigerung die Wirkung kaum mehr verst&#228;rkt), z. B. Furosemid, Bumetanid, Piretanid, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22653'>Etacryns&#228;ure<\/A>. Diese Substanzen werden in den proximalen Tubulus sezerniert und hemmen den Na<SUP>+<\/SUP>-, K<SUP>+<\/SUP>- und Cl<SUP>&#8211;<\/SUP>-Carrier aus dem Tubuluslumen im aufsteigenden Ast der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31342'>Henleschen Schleife<\/A> &#8211; mit der Folge, da&#223; der osmotische Gradient im Nierenmark nicht aufrechterhalten werden kann.    30&#8211;40% des Prim&#228;rharns werden isoton ausgeschieden.<BR><\/BR>5) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7967'>Benzothiadiazin-Derivate<\/A><I>, Thiazide,<\/I> sog.<I> low-ceiling-Diuretika<\/I> (schon bei relativ niedriger Dosierung und schwacher diuretischer Wirkung flacht die Dosis-Wirkungs-Kurve ab); durch Hemmung des NaCl-Carriers wird die Konzentrierung der hypotonen Tubulusfl&#252;ssigkeit im aufsteigenden Ast der Henleschen Schleife behindert.<BR><\/BR>6) <I>Kaliumsparende Diuretika:<\/I> z. B. die Pteridinderivate Triamteren und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2772'>Amilorid<\/A> (Cycloamidine). Sie hemmen luminal gezielt die Na<SUP>+<\/SUP>-R&#252;ckresorption im distalen Tubulus und in den corticalen Sammelrohren, wodurch die passive K<SUP>+<\/SUP>-Sekretion fast v&#246;llig gestoppt wird. Diese Substanzen werden oft mit Schleifen-Diuretika oder Benzothiadiazin-Derivaten verwendet.<BR><\/BR>7) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1972'>Aldosteron-Antagonisten<\/A><I>:<\/I> z. B. Spironolacton. Diese manchmal zu den kaliumsparenden Diuretika gerechneten Substanzen konkurrieren mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1971'>Aldosteron<\/A> und anderen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43149'>Mineralocorticoiden<\/A> um deren Rezeptoren in den Tubuluszellen und antagonisieren deren Wirkung. Die Na<SUP>+<\/SUP>-Ausscheidung wird gef&#246;rdert, die K<SUP>+<\/SUP>-Ausscheidung gehemmt.<BR><\/BR>Bei jeder Therapie mit Diuretika ist zu bedenken, da&#223; dies einen nicht zu untersch&#228;tzenden Eingriff in den Elektrolyt- und Wasserhaushalt darstellt.   \nM.L.\/U.L.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}