{"title":"Embryonalentwicklung: Abbildung III","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/fff2134.jpg' WIDTH='190' HEIGHT='750'><br>\n<STRONG>Embryonalentwicklung<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Ablauf der Embryonalentwicklung bei H&#246;heren Pflanzen. <STRONG>a<\/STRONG> Im Embryosack kommt es nach Befruchtung der Eizelle zu einer formativen Teilung <STRONG>b<\/STRONG> der neuentstandenen Zygote in eine vakuolisierte Basalzelle (grau) und eine dicht plasmatische Apikalzelle (wei&#223;). Diese erste Teilung legt die Grundlage f&#252;r die Spro&#223;-Wurzel-Polarit&#228;t (Pfeile) der H&#246;heren Pflanze. Bei der <I>Arabidopsi<\/I>s-Mutante <I>Gnom<\/I> ist diese erste Teilung symmetrisch, was sich in einer starken St&#246;rung der gesamten Embryonalentwicklung niederschl&#228;gt &#8211; es fehlten sowohl das Spro&#223;- als auch das Wurzelmeristem und damit die Polarisierung des Embryos. <STRONG>c<\/STRONG> Aus der basalen Zelle entsteht der Suspensor, ein embryonales Organ, das der Ern&#228;hrung des eigentlichen Embryos dient und sp&#228;ter fast vollst&#228;ndig verschwindet. Nur die oberste Zelle des Suspensors, die sog. Hypophyse, bildet sp&#228;ter die Wurzelhaube und geht damit in die sp&#228;tere Entwicklung mit ein. Aus der apikalen Zelle entsteht dann der eigentliche Embryo, der sich bald in eine &#228;u&#223;ere Epidermis und einen inneren Corpus gliedert. Zus&#228;tzlich zur L&#228;ngspolarisierung kommt es also nun zu einer Polarisierung in radialer Richtung (Pfeile). <STRONG>d<\/STRONG> Nach einiger Zeit entstehen in dem zun&#228;chst kugelf&#246;rmigen Embryo zwei weitere Achsen: zum einen eine Polarisierung in Querrichtung, die sich in der Bildung zweier Keimbl&#228;tter (bei den Dikotylen oder Zweikeimbl&#228;ttrigen) bzw. in der Bildung eines seitlich liegenden Apikalmeristems (bei den Monokotylen oder Einkeimbl&#228;ttrigen) niederschl&#228;gt, zum anderen die Konzentration der Zellteilungsaktivit&#228;t auf die beiden L&#228;ngspole des Embryos, auf das Apikalmeristem (zwischen den Anlagen der Keimbl&#228;tter gelegen) und das Wurzelmeristem (der Bereich des eigentlichen Embryos, der an die Hypophyse und damit an den Suspensor grenzt). <STRONG>e<\/STRONG> Schlie&#223;lich differenzieren die einzelnen Bereiche des Embryos aus, wobei gerichtetes Zellwachstum eine wichtige Rolle spielt, vor allem bei der Bildung des Hypokotyls und bei der Streckung der Kotyledonen. Danach wird eine hormonell &#252;ber Abscisins&#228;ure gesteuerte Entwicklungspause eingelegt, womit die Embryonalentwicklung abgeschlossen ist. Die weitere Entwicklung wird erst nach der Keimung des Samens fortgesetzt, folgt nun aber ganz anderen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten: W&#228;hrend die Embryonalentwicklung zu einem festgelegten Bauplan f&#252;hrt, ist die pflanzliche Entwicklung nach der Keimung weitgehend offen und wird in hohem Ma&#223;e durch die Umwelt gesteuert. Erst bei der Bl&#252;tenentwicklung kehrt die Pflanze wieder zu einer geschlossenen Entwicklung zur&#252;ck, bei der das Entwicklungsschicksal der beteiligten Zellen verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig festgelegt ist."}