{"title":"Ethylen: Infobox I","body":"<STRONG>Ethylen<BR><\/BR><BR><\/BR>Ethylen-Rezeptor:<\/STRONG> Es gibt Mutanten bei der Acker-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/59612'>Schmalwand<\/A> <I>(Arabidopsis thaliana),<\/I> die in Gegenwart von hohen Ethylenkonzentrationen keine Tripelresponse mehr zeigen. Radioaktiv markiertes Ethylen wird von Membranpr&#228;parationen solcher Mutanten nicht gebunden. Daher wurde angenommen, da&#223; die Mutationen den Ethylen-Rezeptor betreffen. Aus diesen Mutanten konnte dann der vermutete Ethylen-Rezeptor <I>ETR1<\/I> isoliert werden. Wird ETR1 in Hefezellen (die an sich kein Ethylen binden k&#246;nnen) &#252;berexprimiert, erlangen die Hefezellen die F&#228;higkeit, Ethylen mit hoher Affinit&#228;t und abs&#228;ttigbar zu binden. Diese Befunde werden als Beweis f&#252;r eine spezifische Ethylenbindung durch ETR1 gewertet. Das ETR1-Protein ist membranst&#228;ndig und zeigt <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61125'>Sequenzhomologien<\/A> zu Histidinkinasen mit starken Analogien zum bakteriellen Zweikomponentensystem der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61524'>Signaltransduktion<\/A>, wie sie etwa bei der Steuerung der bakteriellen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13362'>Chemotaxis<\/A> vorkommen. W&#228;hrend jedoch beim bakteriellen Zweikomponentensystem die sog. <I>receiver domain<\/I> mit der <I>output domain<\/I> auf einem zweiten Molek&#252;l angesiedelt ist, ist sie im Falle des Ethylen-Rezeptors mit der Histidinkinase-Dom&#228;ne zu einem Molek&#252;l verbunden. Es gibt jedoch weitere zu ETR1 homologe Proteine, denen die receiver domain fehlt. Diese Situation entspricht also dem bakteriellen Zweikomponentensystem recht genau, und es ist zu vermuten, da&#223; im Laufe der Evolution die urspr&#252;nglich getrennten Dom&#228;nen miteinander verschmolzen sind. Auch dieses urt&#252;mlichere Protein ist in der Lage, Ethylen zu binden. Es scheint also mehrere Ethylen-Rezeptoren zu geben, die vermutlich verschiedene Funktionen aus&#252;ben. Bei der Tomate ist z.B. der urt&#252;mlichere Rezeptor, dem die receiver domain fehlt, w&#228;hrend der Fruchtreifung wirksam (er wurde urspr&#252;nglich mit Hilfe der nichtreifenden Tomatenmutante <I>never ripe<\/I> isoliert), der abgeleitete Rezeptor mit eingebauter receiver domain hingegen scheint bei der Steuerung der Bl&#252;tenalterung von Bedeutung zu sein.P.N."}