{"title":"Fusionsprotein: Infobox I","body":"<STRONG>Fusionsprotein<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Die Expression codierender DNA-Sequenzen als Fusionsprotein kann gegen&#252;ber der direkten Expression zu einem reinen Genprodukt ohne Tr&#228;gerprotein verschiedene Vorteile haben:<BR><\/BR>a) Das Tr&#228;gerprotein sch&#252;tzt das gew&#252;nschte, jedoch oft expressionssystemfremde Protein vor Abbau durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54116'>Proteasen<\/A>. So wird als Tr&#228;gerprotein bei Expression in prokaryotischen Systemen oft ein Anteil der durch das <I>lac<\/I>Z-Gen codierten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8188'>&#946;-Galactosidase<\/A> verwendet, welche auch nat&#252;rlicherweise in Bakterien vorkommt.<BR><\/BR>b) Durch Verwendung einiger besonderer Tr&#228;gerproteine, wie z.B. der Glutathion-S-Transferase (GST), wird die L&#246;slichkeit von in gro&#223;en Mengen exprimierten Proteinen in den Wirtszellen erh&#246;ht, wodurch eine Pr&#228;zipitation der Proteine als Einschlu&#223;k&#246;rper verhindert und die Isolierung erleichtert wird.<BR><\/BR>c) Das Tr&#228;gerprotein kann zur Reinigung von Fusionsproteinen durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1325'>Affinit&#228;tschromatographie<\/A> benutzt werden, z.B. mittels spezifischer Antik&#246;rper gegen das Tr&#228;gerprotein oder f&#252;r das Tr&#228;gerprotein spezifischer Liganden. Wird z.B. das prokaryotische Maltose-bindende Protein (MBP, codiert durch das Gen <I>mal<\/I>E) als Tr&#228;ger eingesetzt, so k&#246;nnen die mit diesem System erhaltenen Fusionsproteine direkt &#252;ber eine Maltose-S&#228;ule affinit&#228;tschromatographisch gereinigt werden. Den Vorteil einer effektiven Reinigung durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1325'>Affinit&#228;tschromatographie<\/A> oder Ionen-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6274'>Austauschchromatographie<\/A> bieten auch Fusionsproteine mit endst&#228;ndigen Tags.<BR><\/BR>d) Bei Einsatz bestimmter Expressionsvektoren und Tr&#228;gerproteine k&#246;nnen in einigen F&#228;llen die nach Reinigung in quantitativem Ma&#223;stab erhaltenen Fusionsproteine durch bestimmte Enzyme spezifisch geschnitten und in Tr&#228;gerprotein und reines Zielprotein getrennt werden. Befindet sich z.B. im Anschlu&#223; an das Tr&#228;gerprotein ein Peptidlinker mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2870'>Aminos&#228;uren<\/A>, die die Erkennungssequenz f&#252;r den hochspezifischen Faktor X<SUB>a<\/SUB> der Blutgerinnungskaskade (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9635'>Blutgerinnung<\/A>, Tab.) umfassen, so k&#246;nnen Tr&#228;gerprotein und Zielprotein nach Spaltung des Fusionsprodukts getrennt gereinigt werden."}